Regelmäßige Medikamenteneinnahme verbessert die Lebensqualität

Frau bei Tabletteneinnahme

Herzschwäche ist eine chronische Erkrankung, die mit einer ganzheitlichen Therapie, bestehend aus herzgesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Medikamenten, gut behandelt werden kann. Die verordneten Medikamente können aber nur wirken, wenn sie richtig und regelmäßig eingenommen werden.

Durch konsequente Therapietreue (von Medizinern als Compliance oder Adhärenz bezeichnet) können sich Lebensqualität und Leistungsfähigkeit verbessern und Krankenhauseinweisungen reduziert werden.

Therapietreue – Patienten müssen mitarbeiten

Für eine erfolgreiche Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz bildet die richtige und regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente, die der Arzt individuell für jeden Patienten zusammenstellt, die Grundlage. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, das tägliche Wiegen sowie Arztbesuche in gleichmäßigen Abständen können helfen, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Wenn die Pumpleistung des Herzens abnimmt, sinken Lebensqualität und Lebenserwartung der Betroffenen rapide.

Herzinsuffizienz-Patienten müssen ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, damit diese richtig wirken können. Leider nehmen nur etwa dreiviertel der Patienten die vom Arzt verordneten Medikamente dauerhaft richtig ein. Das hat verschiedene Gründe: Häufig verstehen Patienten nicht, wie die Herzinsuffizienz entsteht und wie die Medikamente die Ursachen der Erkrankung beeinflussen.

Tipp: Sie sollten genau verstehen, welche Medikamente Sie wie oft einnehmen müssen.

Außerdem ist es wichtig zu verstehen, warum Sie diese Medikamente benötigen. Der Arzt ist Ihr Partner in Sachen Gesundheit: Fragen Sie ihn, wenn Sie sich bezüglich der Medikamenteneinnahme unsicher sind oder Hilfe brauchen.

Hinzu kommt die Anzahl der Medikamente – Patienten mit Herzinsuffizienz müssen eine Vielzahl von Medikamenten wie ACE-Hemmer, Betablocker und Diuretika einnehmen.

Tipp: Achten Sie darauf, keines der verordneten Medikamente zu vergessen, auch wenn Sie viele Tabletten einnehmen müssen. Einen besseren Überblick behalten Sie, wenn Sie die Medikamente für die ganze Woche in eine Medikamenten-Dosierbox umfüllen. Diese Boxen haben sieben Fächer, in die Sie die Medikamente für einen Tag, sortiert nach morgens, mittags, abends und nachts, umfüllen können.

Auch die Angst vor möglichen Nebenwirkungen oder schlicht Vergesslichkeit können dazu führen, dass die Medikamente nicht regelmäßig eingenommen werden und die Therapie deshalb nicht ausreichend wirkt.

Tipp: Bei manchen Medikamenten geht es Ihnen vielleicht zunächst etwas schlechter, ehe sich eine Verbesserung einstellt. Um die richtige Dosierung zu erreichen, sind meistens mehrere kleine Anpassungsschritte erforderlich und die Dosierung muss stufenweise erhöht werden, bis der Arzt gemeinsam mit Ihnen die optimale Einstellung findet. Geben Sie wegen möglicher unerwünschter Wirkungen nicht auf. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie eigenständig die Einnahme des Medikaments unterbrechen oder die Dosis ändern.

So kann die Therapietreue verbessert werden

Je besser Herzinsuffizienz-Patienten die Hintergründe ihrer Erkrankung und die Wirkweise des verschriebenen Medikaments verstehen, desto eher sind sie bereit, die verordneten Arzneimittel regelmäßig einzunehmen und den gewohnten Lebensstil zu verändern. Beim Arzt sollten Herzinsuffizienz-Patienten gezielt nachfragen, wenn sie die Wirkweise der Medikamente oder die Krankheitszusammenhänge nicht verstehen. Um die Einnahme nicht zu vergessen, hat sich das Verknüpfen der Medikamenteneinnahme mit täglich wiederkehrenden Routinehandlungen wie Kaffeekochen oder Zähneputzen bewährt. Auch das Anbringen von Notizzetteln an Badezimmerspiegel oder Küchenschrank kann helfen, einem Vergessen entgegenzuwirken.

Mit regelmäßigem Wiegen und Blutdruckmessen ist es möglich, eine Verschlechterung des Krankheitszustands frühzeitig zu erkennen. Menschen, die unter chronischer Herzinsuffizienz leiden, sollten ein Symptom-Tagebuch führen, in dem täglich Gewicht, Blutdruck, Atembeschwerden und Schwellungen notiert werden. So kann der behandelnde Arzt beim nächsten Termin den Verlauf und die optimale Dosierung der Medikamente besser beurteilen. Im Serviceteil finden Sie ein Beispiel für ein Herzschwäche-Tagebuch zum selbst Ausdrucken oder Sie sprechen Ihren Arzt direkt auf ein Symptom-Tagebuch an, eventuell hat er ein Exemplar für Sie da.

Auch neue telemedizinische Ansätze können helfen, die Therapietreue zu verbessern: Es gibt bereits einige Pilotprojekte, bei denen die Waage und das Blutdruckmessgerät des Patienten die Messdaten selbständig an ein telemedizinisches Zentrum übermitteln, wo die Messwerte automatisch geprüft werden. Bei Auffälligkeiten wird ein Alarm ausgelöst, der dann einen Mitarbeiter des telemedizinischen Zentrums oder den behandelnden Arzt veranlasst, mit dem Patienten Kontakt aufzunehmen. Aber auch Apps, die an die regelmäßige Einnahme der Medikamente erinnern, können die Therapietreue verbessern. Im Appstore finden Sie eine Vielfalt an solchen Apps wie beispielsweise MyTherapy oder MedPlaner.