Diuretika-Einnahme bei Herzinsuffizienz: Wassereinlagerungen ausschwemmen

Salzstreuer bei Diuretika-Einnahme sparsam verwenden.

Bei Herzinsuffizienz und der Einnahme von Diuretika sollte man Gerichte nur vorsichtig salzen. Zu viel kann die Wirkung der Medikamente ganz oder teilweise aufheben.

Diuretika werden bei Herzinsuffizienz verordnet, wenn der Körper vermehrt Wasser im Bauchraum, in den Beinen oder den Füßen einlagert. Die Einnahme von Diuretika – im Volksmund auch als Wassertabletten bezeichnet – sorgt dafür, dass der Körper die überschüssige Flüssigkeit durch eine erhöhte Harnausscheidung loswird. Worauf ist bei der Diuretika-Einnahme zu achten und welche Nebenwirkungen können auftreten?

Tägliche Gewichtskontrollen bei der Einnahme von Diuretika

Nehmen im Verlauf der Herzinsuffizienz Wassereinlagerungen im Körper zu, ist das ein Zeichen dafür, dass die Nieren schlechter arbeiten. Der Grund kann das Voranschreiten der Herzschwäche sein oder aber die Einnahme anderer Medikamente. Patienten sollten sich daher täglich wiegen, um zu notieren, wie sich die Einlagerung von Flüssigkeit im Körper verhält. Eine schnelle Gewichtszunahme bedeutet mehr Wasser im Körper, dessen Ursache es zu klären gilt. Möglicherweise ist es erforderlich, die Dosis der Medikamente anzupassen, dazu ist Rücksprache mit dem behandelnden Arzt nötig. Gleiches gilt auch, wenn ein Infekt mit Erbrechen und Durchfall zu Flüssigkeitsverlust führt. Hier ist gegebenenfalls eine Senkung der Diuretika-Dosis angebracht.

Diuretika: Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Diuretika kurbeln die Harnproduktion der Nieren an. Dadurch werden die Wasseransammlungen im Körper leichter ausgeschwemmt. Es gibt verschiedene Diuretika-Wirkstoffgruppen, dazu zählen:

  • Schleifendiuretika (zum Beispiel Furosemid oder Torasemid),

  • thiazidartige Entwässerungsmittel (zum Beispiel Chlortalidon oder Xipamid) und

  • kaliumsparende Diuretika (wie Amilorid oder Triamteren).

Bei der Einnahme können sich Nebenwirkungen zeigen wie beispielsweise Müdigkeit, Schwäche oder Schwindel. Durch die entwässernde Wirkung müssen Betroffene häufiger zur Toilette gehen. Das mag manchen Patienten unangenehm erscheinen. Vielleicht hilft es dann, sich in Erinnerung zu rufen, dass die Diuretika so wirken, wie sie sollen. Sie entlasten das Herz, weil sie das Blutvolumen normalisieren und so weniger Flüssigkeit durch den Körper transportiert werden muss.
Weitere Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Herzinsuffizienz-Betroffene sollten nach Möglichkeit die zeitgleiche Einnahme von Schmerzmitteln während der Behandlung mit Diuretika vermeiden. Die Kombination kann die Entstehung einer Diuretika-Resistenz begünstigen (das eingenommene Mittel wirkt dann nicht mehr ausreichend) und Nierenfunktionsstörungen verursachen.

Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass die Aufnahme von Kochsalz Einfluss auf den Wasserhaushalt und die Diuretika-Einnahme hat. Wird dem Körper zu viel Kochsalz zugeführt, kann die Wirkung der Diuretika ganz oder teilweise aufgehoben werden. Des Weiteren begünstigt die Aufnahme von Kochsalz die Entstehung von Flüssigkeitseinlagerungen. Betroffene sollten sich daher kochsalzarm ernähren. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, nicht mehr als fünf Gramm Kochsalz pro Tag zu sich zu nehmen. Dies entspricht in etwa einem Teelöffel Salz. Hier erhalten Sie weitere Tipps, worauf sie bei einer salzarmen Ernährung achten müssen.

Elektrolythaushalt und Nierenfunktion überprüfen lassen

Bei der Einnahme von Diuretika sollten regelmäßig die Nierenfunktion und die Elektrolyte kontrolliert werden, da durch das Ausschwemmen von Flüssigkeit auch Mineralstoffe ausgeschieden werden. Vor allem Kalium spielt hier eine wichtige Rolle; zu niedrige Kaliumwerte können die Entstehung von Herzrhythmusstörungen begünstigen. Außerdem sind regelmäßig die Werte des Harnsäurespiegels, des Blutzuckerspiegels und auch die Nierenwerte zu überprüfen. In der Regel werden die Laborwerte ein bis zwei Wochen zu Beginn der Behandlung und nach jeder Dosiserhöhung kontrolliert.

  • Zu wenig oder zu viel Kalium begünstigt Herzrhythmusstörungen

    Die zeitgleiche Einnahme von anderen Medikamenten bei Herzschwäche, darunter ACE-Hemmer, Sartane und Aldosteronantagonisten, kann dem kaliumsenkenden Effekt der Diuretika (Schleifendiuretika und thiazidartige Entwässerungsmittel) entgegenwirken. Anders ist das bei den kaliumsparenden Diuretika, hier kann der Kaliumspiegel im Blut zu hoch ansteigen. Da sowohl zu viel Kalium, als auch zu wenig Herzrhythmusstörungen begünstigt, sind regelmäßige Blutwertkontrollen nötig.