• Die Diagnose Herzinsuffizienz trifft jeden zunächst einmal hart. Dann kommen Fragen auf: Wie wird eine Herzschwäche behandelt? Was kann man selbst tun? Die Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz soll das Fortschreiten der Erkrankung bremsen und die Lebenserwartung sowie die Lebensqualität verbessern.
    Die Herzinsuffizienz-Therapie berücksichtigt die Grunderkrankung, die zur Herzinsuffizienz geführt hat und wie stark die Symptome ausgeprägt sind.

    istock, 19087167, STEEX

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    Herzinsuffizienz-Therapie: Ein aktives Leben trotz Herzschwäche

    Als Ziel der Herzinsuffizienz-Therapie gilt es, durch eine medikamentöse Behandlung und gegebenenfalls operative Verfahren die Symptome der Herzinsuffizienz zu mildern. In vielen Fällen kann eine konsequente Behandlung der Herzinsuffizienz die Lebensqualität der Betroffenen verbessern, so dass diese trotz Herzschwäche ein aktives Leben führen können.

    Folgende Behandlungsmöglichkeiten gibt es:

    • medikamentöse Behandlung
    • operative Verfahren
    • Behandlung mit medizinischen Geräten

     

    Welche Behandlung die richtige für Sie ist, wird Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen entsprechend der medizinischen Leitlinien und der möglichen alten und neuen Therapieoptionen abstimmen.
    Sie können aber auch selbst etwas tun, um die Behandlung und Ihre Gesundheit zu unterstützen. Gesunde Ernährung, Bewegung sowie der Verzicht auf gewisse Laster können bereits viel bewirken.

    Medikamentöse Behandlung der Herzinsuffizienz

    Für eine erfolgreiche Herzinsuffizienz-Therapie stellt der Arzt eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten zusammen, die die Symptome der Herzschwäche abmildern. Je nach Schweregrad der Herzinsuffizienz kommen folgende Medikamente zum Einsatz:

    Blutdrucksenkende Medikamente: Sie weiten die Blutgefäße und senken so den Blutdruck, was zu einer Entlastung des Herzens führt. Mit ihnen kann auch eine weitere Vergrößerung des Herzens vermieden werden, die häufig in Folge der Herzinsuffizienz auftritt.

    Entwässernde Medikamente: Um das Herz zu entlasten, verordnet der Arzt häufig sogenannte Diuretika, um Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen, der Lunge und anderen Körperteilen abzubauen. Diese Medikamente veranlassen die Nieren, vermehrt Wasser und Salz aus dem Blutstrom zu filtern. So wird das Blutvolumen reduziert, was dazu führt, dass das Herz weniger Blut durch den Körper pumpen muss. Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz werden zusätzlich kaliumsparende Diuretika, sogenannte Aldosteron-Antagonisten, eingesetzt. Diese können zusätzlich zu ihrer entwässernden Wirkung Schäden verringern, die durch das Hormon Aldosteron am Herzen entstehen.

    Medikamente zur Verlangsamung der Herzfrequenz: Beta(-Rezeptoren)-Blocker verhindern die Wirkung des Stresshormons Adrenalin und des Botenstoffs Noradrenalin und sorgen so dafür, dass das Herz ruhiger schlägt und dadurch weniger Sauerstoff benötigt.

    Medikamente zur Stabilisierung des Herzrhythmus: Die aus der Heilpflanze Fingerhut gewonnen Digitalispräparate stärken die Fähigkeit des Herzens sich zusammenziehen zu können. Sie werden jedoch nur noch eher selten verordnet und zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern eingesetzt.

    Operative Verfahren als Teil der Herzinsuffizienz-Therapie

    Schwere Formen der Herzinsuffizienz, die nicht mehr ausreichend auf eine Behandlung mit Medikamenten ansprechen, können eine Operation nötig machen. Wenn beispielsweise eine Herzklappe undicht ist und dadurch die Pumpleistung des Herzens vermindert wird, kann eine Operation helfen. Die letzte Option der Herzinsuffizienz-Therapie ist eine Herztransplantation – unter Umständen kann, zur Überbrückung der Wartezeit auf ein Spenderherz, eine Herzunterstützungspumpe eingesetzt werden, die einen Teil der Herzarbeit (Linksherzunterstützungssystem) oder die gesamte Pumpleistung übernimmt.

    Das Herz in Einklang bringen – die Behandlung mit medizinischen Geräten

    Bei Patienten, die auch unter Herzrhythmusstörungen leiden, können Herzschrittmacher oder Mini-Defibrillatoren implantiert werden, die eine Herzrhythmusstörung sofort beim Auftreten wieder beenden können. Etwa bei jedem dritten Herzinsuffizienz-Patienten kommt es zu einer Störung der elektrischen Signalübermittlung im Herzen, die dazu führt, dass die rechte und die linke Herzhälfte nicht mehr gemeinsam (synchron) pumpen. Beim sogenannten Linksschenkelblock hinkt die linke Herzkammer der rechten hinterher, wodurch das Herz an Pumpkraft verliert. Durch ein speziell entwickeltes Gerät, das einem Herzschrittmacher gleicht, kann diese Reizleitungsstörung durch eine gleichzeitige Stimulation beider Herzkammern korrigiert werden. Diese Herzinsuffizienz-Therapie wird als kardiale Resynchronisationstherapie bezeichnet.

     

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    Lesen Sie, wie Sie mit Herzinsuffizienz leben