• Muss man mit Herzinsuffizienz nur noch vorsichtig sein und sich schonen? Nein, ein Leben mit Herzinsuffizienz kann trotz der Erkrankung aktiv und erfüllt sein. Wichtig ist, dass Menschen mit Herzinsuffizienz auf die Anzeichen ihrer Herzschwäche achten: Sie sollten sich nicht übermäßig schonen, aber trotzdem Ruhepausen im Alltag einplanen, um sich auch nicht zu überfordern.

    Leben mit Herzinsuffizienz: Aktiv sein und trotzdem Ruhepausen im Alltag einplanen

    Die Diagnose Herzinsuffizienz müssen viele Betroffene erst einmal verarbeiten – und unweigerlich kommen Fragen auf: Was bedeutet ein Leben mit Herzinsuffizienz für mich? Worauf muss ich achten? Was darf ich noch machen?

    Die gute Nachricht: Auch Menschen mit Herzschwäche können und sollen sogar ein aktives Leben führen. Nach heutigem Forschungsstand ist übermäßige Schonung für ein Leben mit Herzinsuffizienz nicht sinnvoll. Denn ein aktives Leben wirkt sich positiv auf Körper und Seele aus. Sogar Sport in Maßen wird für Herzinsuffizienz-Patienten empfohlen.

    Dennoch sollte man auf die Anzeichen seiner Erkrankung achten. Denn dass man sich in bestimmten Situationen erschöpfter fühlt als herzgesunde Menschen, ist bei einem Leben mit Herzinsuffizienz völlig normal. Wichtig ist es, sich nicht unter Druck zu setzen: Ruhepausen sollten zum Alltag dazugehören – und diese sollte man einhalten, bevor man völlig erschöpft und verausgabt ist. Sinnvoller ist es, abwechselnd Ruhe- und Aktivitätsphasen einzuplanen.

    Hektik ist nichts für Menschen mit Herzschwäche. Man sollte die Dinge des Alltags langsam und mit Bedacht verrichten.

    Leben mit Herzinsuffizienz: energieschonend im Alltag

    Ein Leben mit Herzinsuffizienz ist nicht immer leicht – und Betroffene sollten damit zurechtkommen, dass sie mit ihrer Energie haushalten müssen. Vergleichbar einem Akku, der immer wieder regelmäßig aufgeladen werden muss, sollten Patienten regelmäßig Pausen einlegen, um neue Energie zu sammeln. Zudem gibt es noch einige Dinge, die man noch berücksichtigen kann, um energieschonend durch den Alltag zu kommen.

    Beim Transport schwerer Dinge, sollte darauf geachtet werden, diese hinter sich herzuziehen, anstatt sie zu schieben. Sitzgelegenheiten laden zu Ruhepausen ein – und sind beispielsweise in der Küche sinnvoll, damit man während der Hausarbeit wieder zu Kräften kommen kann. So lassen sich manche Arbeiten, beispielsweise Kartoffeln schälen oder Gemüse putzen auch gut im Sitzen erledigen. Wer im Stehen arbeitet, sollte darauf achten, dass er sich nicht zu oft bücken oder strecken muss – besser ist es, die Arbeit in Taillenhöhe zu verrichten. Ähnlich verhält es sich mit dem Hantieren schwererer Gegenständen, die man im Alltag immer wieder braucht, wie Töpfe oder Pfannen. Auch diese sollten in Taillenhöhe greifbar sein.

    Für alle außerhäuslichen Aktivitäten gilt: Wetter und Temperaturen beachten. Bei sehr heißen oder kalten Temperaturen stellt sich die Erschöpfung noch schneller ein. Ausflüge und Freizeitaktivitäten außer Haus sind auch für Menschen mit Herzinsuffizienz möglich und ratsam, allerdings sollten sie vorab gut geplant werden und gegebenenfalls sogar mit dem Arzt besprochen werden

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    Unterstützung suchen und in Anspruch nehmen

    Menschen mit Herzinsuffizienz fühlen sich häufig nicht nur körperlich, sondern auch seelisch beeinträchtigt. Ängste, Sorgen und eine bedrückte Stimmung sind bei ihnen nicht ungewöhnlich. Um ein erfülltes Leben mit Herzinsuffizienz führen zu können, sollte man daher auch auf sein psychisches Wohlbefinden achten. Eine gute Beziehung zu seinen Angehörigen und die Pflege von sozialen Kontakten sind dabei sehr wichtig für das seelische Befinden. Wenn Ängste und Sorgen plagen, sollte man mit seiner Familie darüber sprechen. Ein offenes Gespräch kann manchmal schon aufmuntern und beugt Missverständnissen vor. Soziale Kontakte und Aktivitäten tun der Psyche ebenfalls gut – auch aus diesem Grund sollte man sich nicht übermäßig schonen und von allen sozialen Aktivitäten zurückziehen.

    Wer sich über einen längeren Zeitraum bedrückt oder ängstlich fühlt, sollte nicht zögern, seinen Arzt darauf anzusprechen. Ein solches Gespräch nimmt dem Betroffenen vielleicht bereits einige Sorgen. Aber auch psychotherapeutische Hilfe kann in manchen Fällen sinnvoll sein, damit das Leben mit Herzinsuffizienz wieder mehr an Qualität gewinnt.

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