• Was tun, wenn man immer wieder unter Atemnot leidet, sich ungewöhnlich müde und erschöpft fühlt? Oder spürt, dass das Herz unregelmäßig schlägt, feststellt, dass die Füße und Beine anschwellen: Wer solche Symptome bemerkt, sollte hellhörig werden, denn sie können auf eine Herzinsuffizienz hinweisen. Doch wen sollte man als erstes aufsuchen, den eigenen Hausarzt oder direkt zum Spezialisten?

    Verdacht auf Herzinsuffizienz: Der erste Gang führt zum Hausarzt

    Eine chronische Herzinsuffizienz ist eine fortschreitende Erkrankung, die Symptome sind erst unscheinbar und verstärken sich langsam. Eine frühzeitige Diagnose ist bei der chronischen Herzinsuffizienz besonders wichtig, um rechtzeitig eine geeignete Therapie einzuleiten. Also nicht lange warten, wenn ein Verdacht besteht, sondern möglichst bald einen Arzt aufsuchen.

    In der Regel führt der erste Gang zum Hausarzt als vertrautem Ansprechpartner bei gesundheitlichen Problemen. Schildern Sie ihrem Hausarzt all Ihre Symptome im Detail, sodass er sich ein genaues Bild Ihrer Beschwerden machen kann. Welche Informationen für Ihren Arzt wichtig sind, lesen Sie hier. Ihr Hausarzt wird Sie im Anschluss gründlich untersuchen und Sie gegebenenfalls für weitere Untersuchungen an einen Spezialisten verweisen – den Kardiologen.

    Spezialisten für Herzinsuffizienz: Kardiologen und Herzzentren

    Der Kardiologe verfügt über bessere Möglichkeiten zur Diagnose einer Herzinsuffizienz als ein Allgemeinmediziner. Er führt beispielsweise eine sogenannte Echokardiographie durch, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Durch sie können Herzgewebe und Blutfluss im Herzen auf einem Bildschirm dargestellt werden, der Fachmann erkennt schnell Fehlfunktionen. Wenn eine Herzinsuffizienz festgestellt wird, ist es wichtig, dass Hausarzt und Kardiologe in der Betreuung und Behandlung des Patienten eng zusammen arbeiten.

    Der Hausarzt kann Sie entweder zu einem niedergelassenen Kardiologen oder einem Kardiologen überweisen, der im Krankenhaus tätig ist. Einige Kliniken sind als so genanntes Herzzentrum auf die Behandlung von Herzinsuffizienz spezialisiert. Wer in der Nähe einer solchen spezialisierten Klinik wohnt, sollte seine behandelnden Arzt fragen, ob eine Überweisung dorthin möglich ist. Dort erhalten Herzinsuffizienz-Patienten individuelle Therapieprogramme, die neben der medikamentösen Behandlung auch die Lebensführung berücksichtigen. Dazu gehören Anleitung zu Sport und Bewegung im Alltag und Tipps für eine herzgesunde Ernährung.

    Herzinsuffizienz-Ambulanzen sind meist an größeren Kliniken und Herzzentren angegliedert und vor allem für die längerfristige Betreuung von Herzinsuffizienz-Betroffenen gedacht. Bei Patienten, die dort betreut werden, wird beispielsweise die im Herzzentrum eingeleitete Therapie weiter kontrolliert und gegebenenfalls angepasst. Außerdem wird geprüft, ob zusätzliche Eingriffe notwendig sind, etwa um die Durchblutung des Herzens zu verbessern. Die dort tätigen Ärzte arbeiten eng mit den behandelnden Ärzten zusammen. Wie häufig der Patient eine Herzinsuffizienz-Ambulanz aufsuchen muss, hängt vom Verlauf und dem Schweregrad seiner Erkrankung ab.

    Was tun bei akuter Herzinsuffizienz?

    Nicht immer sollte man zur Überprüfung von Herzinsuffizienz auf die Sprechzeiten des Hausarztes warten: Wenn innerhalb kurzer Zeit sehr starke Symptome wie akute Atemnot, röchelnder beziehungsweise brodelnder Atem oder stechende Brustschmerzen auftreten, sollte sofort einen Notarzt unter 112 gerufen werden. Hinter diesen Symptomen kann eine akute Herzinsuffizienz oder ein Herzinfarkt stecken – beides sollte umgehend notfallmedizinisch behandelt werden. Eine akute Herzinsuffizienz wird immer im Krankenhaus behandelt, während die chronische Herzschwäche überwiegend ambulant behandelt werden kann.

     

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