• Herzschwäche= Herzschwäche? Mitnichten! Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Formen der Herzinsuffizienz zu unterscheiden. Zunächst gibt es die grundsätzliche Unterscheidung in Herzinsuffizienz der rechten oder der linken Hälfte des Herzens. Außerdem wird nach der Verlaufsform unterschieden – in chronische oder akute Herzinsuffizienz.
    In der Praxis ist es oft schwierig die verschiedenen Formen voneinander abzugrenzen, so kann sich beispielsweise eine chronische Herzinsuffizienz plötzlich zu einer akuten Herzinsuffizienz entwickeln.

    Formen der Herzinsuffizienz: Die Rechtsherzinsuffizienz

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    Bei einer Rechtsherzinsuffizienz arbeitet die rechte Herzkammer nicht richtig. Diese Herzkammer ist dafür zuständig, das sauerstoffarme Blut zur Lunge zu pumpen. Bei einer Schwäche der rechten Herzhälfte strömt mehr Blut aus dem Körperkreislauf nach, als die rechte Herzkammer in Richtung Lunge weitertransportieren kann. Durch diesen Rückstau des Bluts erhöht sich der Druck in den Venen so stark, dass Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst wird. So entstehen Wassereinlagerungen im Gewebe, sogenannte Ödeme. Diese treten besonders in den Beinen auf, aber auch im Bauchraum. Betroffene haben schneller „schwere Beine“ und leiden bald unter allgemeiner Erschöpfung.

    Formen der Herzinsuffizienz: Die Linksherzinsuffizienz

    Bei einer Linksherzinsuffizienz kann die linke Herzkammer das Blut nicht mehr in vollem Leistungsumfang durch den Körper pumpen – weniger Blut gelangt zu den Organen. Die Folge: eine verminderte Durchblutung von Gewebe und Organen. Da der Rückstau des Blutes von der linken Herzhälfte bis in die Lungengefäße reicht, leiden die Betroffenen schnell unter Atemnot und Ermüdung – erst bei körperlichen Belastungen, später auch bei Ruhe. Kritisch wird es, wenn sich Wasser in der Lunge ansammelt – Zuerst kommt es zu „Rasselgeräuschen“ beim Atmen, dann fällt das Atmen nach und nach immer schwerer und schließlich kommt es zu einer schweren Atemnot mit Erstickungsgefahr. Dieses sogenannte Lungenödem muss sofort ärztlich behandelt werden.

    Von einer globalen Herzinsuffizienz ist schließlich dann die Rede, wenn beide Herzkammern eine verminderte Pumpfunktion haben. Der Patient leidet dann gleichzeitig an einer Rechts- und Linksherzinsuffizienz, weshalb die Symptome und Beschwerden beider Unterformen der Herzinsuffizienz auftreten können.

    Chronische und akute Herzinsuffizienz

    Auch in Punkto Verlauf können verschiedene Formen der Herzinsuffizienz unterschieden werden – und zwar die chronische und die akute Herzinsuffizienz.

    Die chronische Herzinsuffizienz kommt häufiger vor als die akute Verlaufsform. Sie ist eine fortschreitende Erkrankung. Das bedeutet: Zu Beginn werden die Symptome von den Betroffenen häufig noch gar nicht wahrgenommen. Das kommt zum einen daher, dass der Körper die chronische Herzschwäche zu Beginn noch ausgleichen kann, zum anderen, dass die Betroffenen häufig das zunehmende Alter für die Beschwerden verantwortlich machen. Mit der Zeit verschlechtert sich der Zustand jedoch – in dieser Phase ist die Lebensqualität der Patienten in der Regel stark eingeschränkt. Alltägliche Tätigkeiten wie Treppensteigen oder Einkäufe fallen immer schwerer und sind schließlich nur noch eingeschränkt möglich.
    Eine akute Herzinsuffizienz kann infolge einer chronischen Herzinsuffizienz auftreten. Das geschieht dann, wenn der Körper nicht länger in der Lage ist, die chronische Herzinsuffizienz auszugleichen. Auch nach einem Herzinfarkt, bei dem ein Teil des Herzens geschädigt wurde, kann es zu einer akuten Herzinsuffizienz kommen.
    Die Symptome der akuten Herzinsuffizienz, wie Atemnot und ein Druckgefühl in der Brust, treten hingegen plötzlich auf oder entwickeln sich innerhalb kurzer Zeit. Bei den ersten Anzeichen sollte unverzüglich der Notarzt gerufen werden, denn meist sind die Symptome/Beschwerden so schwer, dass die Betroffenen im Krankenhaus behandelt werden müssen.

     

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