• PflegeSchreitet die Herzinsuffizienz mit zunehmendem Alter fort, kann es zu Einschränkungen der Leistungsfähigkeit kommen. Das führt dazu, dass die Betroffenen alltägliche Aufgaben, wie Einkaufen, Körperpflege, Putzen und Wäschewaschen, als Belastung empfinden oder diese gar nicht mehr selbst erledigen können. Oft sind die Erkrankten auf die Hilfe von Angehörigen wie Ehepartner und Kinder angewiesen.

    Hier finden Sie die wichtigsten Tipps für die Pflege von Angehörigen, die an Herzschwäche leiden.

    Drei Tipps für die Herzinsuffizienz-Pflege zu Hause

    • Leisten Sie praktische Hilfe. Helfen Sie Ihrem Angehörigen dabei, auf Symptome zu achten und alle Medikamente pünktlich einzunehmen. Sie können Menschen mit Herzinsuffizienz im Alltag unterstützen, indem Sie Besorgungen machen und Hausarbeiten erledigen, die für den Erkrankten zu belastend sind.
    • Unterstützen Sie Angehörige mit Herzinsuffizienz emotional. Helfen Sie Menschen mit Herzschwäche, eine positive Einstellung zu bewahren und den Alltag im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv zu gestalten. Menschen, die mit ihrer Krankheit zu leben lernen, sind glücklicher und genießen mehr Lebensqualität.
    • Achten Sie auf sich. Die Pflege und Unterstützung einer erkrankten Person kann sich möglicherweise auf Ihre Finanzen, Arbeit oder Beziehung auswirken. In einer solchen Situation sollten Sie sich als Helfer professionelle Hilfe holen. Ein Arzt, ein Familienmitglied, ein Freund oder eine Selbsthilfegruppe können Sie unterstützen. Nehmen Sie diese Hilfe in Anspruch – besonders die Pflege eines Ihnen nahestehenden Familienangehörigen kann körperlich und emotional an den Kräften zehren. Treten Sie auch mal einen Schritt zurück und vergessen Sie bei der Sorge um den erkrankten Angehörigen nicht, Ihr eigenes Leben zu leben.

     

    Welche Hilfen gibt es bei der Pflege erkrankter Angehöriger?

    Wenn Angehörige mit der Pflege der erkrankten Person nicht mehr allein zurechtkommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung. Der Gesetzgeber hat für pflegende Angehörige den sogenannten Pflegeurlaub vorgesehen: Sie können sich bis zu zehn Arbeitstage im Jahr von der Arbeit freistellen lassen und erhalten von der Rentenkasse Pflegeunterstützungsgeld, damit Ihnen kein finanzieller Nachteil entsteht. So gewinnen Sie Zeit, um sich beispielsweise um Arztbesuche oder einen ambulanten Pflegedienst für den Angehörigen zu kümmern. Zudem können ambulante Pflegedienste oder Helfer von Sozialstationen Sie bei der Pflege unterstützen.

    Im Rahmen der Verhinderungspflege übernimmt ein ambulanter Pflegedienst für bis zu 42 Tagen im Jahr die Betreuung der Angehörigen, wenn Sie selbst krank, im Urlaub oder anderweitig verhindert sind. So werden die Herzschwäche-Patienten auch während dieser Zeit in ihrer gewohnten Umgebung gut versorgt und betreut. Wenn Angehörige trotz guten Willens und Pflegeurlaub mit der Betreuung überfordert sind, ist die Kurzzeitpflege eine gute Möglichkeit, die Kräfte zu regenerieren. Im Rahmen der Kurzzeitpflege können Betroffene vorübergehend stationär in einer Pflegeeinrichtung betreut werden.

    Berufstätige Angehörige sind häufig nicht in der Lage, tagsüber für die Erkrankten sorgen – sie können nur abends und am Wochenende für die Herzinsuffizienz-Patienten da sein. In solchen Fällen ist es möglich, dass sich die Erkrankten tagsüber in einer Tagespflege-Einrichtung aufhalten. Abends und am Wochenende sind sie wieder zu Hause in der gewohnten Umgebung.

    Hilfe erhalten Angehörige von pflegebedürftigen Menschen auf der Website wege-zur-pflege.de. Auf dieser Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend findet sich neben umfangreichen Informationen zum Thema Pflege auch die Rufnummer des sogenannten Pflegetelefons, über das sich Angehörige kurzfristig beraten lassen können.

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