Die akute Herzinsuffizienz: Wenn das Herz plötzlich überfordert ist

Die akute Herzinsuffizienz ist ein Notfall: Ein Rettungswagen mit Blaulicht.

Patienten mit einer akuten Herzschwäche sind extrem gefährdet und müssen sofort in ein Krankenhaus gebracht werden.

Anfangs unbemerkt, schleicht sich die chronische Herzschwäche in unser Leben: Betroffene nehmen eher mal den Aufzug oder gehen seltener spazieren, weil sie schnell außer Atem geraten. Anders verhält es sich bei der akuten Herzinsuffizienz. Plötzlich nimmt die Leistung des Herzens so stark ab, dass ein Versagen oder eine starke Schädigung vieler Organe droht, da diese nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Eine lebensgefährliche Situation! Wie Sie eine akute Herzinsuffizienz erkennen, erfahren Sie jetzt.

Die Anzeichen einer akuten Herzinsuffizienz

Bei einer akuten Herzinsuffizienz treten Symptome einer Herzschwäche wie Atemnot und Wassereinlagerungen in der Lunge innerhalb weniger Minuten bis Stunden auf. Es handelt sich dabei um einen Notfall, der dringend notärztlich behandelt werden muss, da lebenswichtige Organe einen Sauerstoffmangel erleiden. Bei Patienten über 65 Jahren ist die akute Herzschwäche eine der häufigsten Ursachen für einen Krankenhausaufenthalt.

Folgende Anzeichen deuten auf eine akute Herzinsuffizienz hin:

  • stechende Schmerzen in der Brust
  • Atemnot, die sich im Liegen verstärkt
  • Herzrasen oder -rhythmusstörungen
  • angeschwollene Beine und/oder Bauch
  • plötzliche Gewichtszunahme
  • kalte, schweißige Haut
  • Blässe
  • bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose)
  • abfallender Blutdruck (in der Regel liegt der obere, systolische, Wert dann unter 100 mmHg)
  • Bewusstseinstrübung, bis hin zur Bewusstlosigkeit

Im schlimmsten Fall werden die Patienten bewusstlos, da das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Soweit sollten Sie es jedoch nicht kommen lassen – bei einer akuten Herzinsuffizienz zählt jede Minute. Auch wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie selbst oder ein Angehöriger betroffen sind: Wählen Sie sofort die 112 und rufen Sie den Notarzt.
Was Sie und Ihre Angehörigen im Notfall sonst noch tun können, erfahren Sie unter diesem Link.

Was passiert bei einer akuten Herzinsuffizienz?

Bei der akuten Herzinsuffizienz ist das Herz innerhalb weniger Minuten bis Stunden nicht mehr dazu in der Lage, lebenswichtige Organe mit Blut zu versorgen. Ursache hierfür kann beispielsweise ein Herzinfarkt sein. Dem schwachen Herzen stehen dann keine ausgleichenden Maßnahmen mehr zur Verfügung, seine Funktion aufrecht zu erhalten. Bei einer akuten Herzinsuffizienz kann ein

  • lebensbedrohliches Lungenödem (Wasseransammlung in der Lunge) oder
  • ein kardiogener Schock (ausgelöst durch das Pumpversagen des Herzens) auftreten.

Oft kommt es zu beiden Notfallsituationen gleichzeitig – der Patient muss umgehend ärztlich versorgt werden.
Was bei einer akuten Herzinsuffizienz genau passiert:

Wie bei der Linksherzinsuffizienz staut sich das Blut vor der linken Herzhälfte. Grund hierfür ist, dass das geschwächte Herz weniger Blut aufnehmen kann oder es nicht mehr schafft, genügend sauerstoffreiches Blut in den Körper zu pumpen. In der Folge staut sich das Blut, das soeben in der Lunge mit Sauerstoff angereichert wurde, vor dem linken Vorhof und weiter zurück bis in die Lunge. Durch den hohen Druck werden die flüssigen Bestandteile des Blutes in das Lungengewebe gepresst, sodass dort eine Wasseransammlung (Lungenödem) entsteht.

Mediziner sprechen im Falle eines akuten Lungenödems auch von „Rückwärtsversagen“, da es zu einem Rückstau des Blutes vor dem Herzen kommt.

Der kardiogene Schock, also das Pumpversagen des Herzens, wird meist durch einen Herzinfarkt ausgelöst. Bei einem Herzinfarkt verengen oder verschließen sich die Herzkranzgefäße, die das Herz selbst mit Blut versorgen. Dadurch werden Teile des Herzmuskelgewebes nicht mehr durchblutet und sterben ab. Wenn mehr als 30 bis 40 Prozent des Herzmuskels durch einen Herzinfarkt ausfallen, kann das Herz nicht mehr ausreichend pumpen.

Wenn die Pumpfunktion des Herzens, zum Beispiel durch einen Herzinfarkt, nicht mehr genügt, um sauerstoffreiches Blut durch den Körper zu transportieren, handelt es sich um „Vorwärtsversagen“.

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Ursachen für eine akute Herzinsuffizienz.

Was kann noch zu einer akuten Herzinsuffizienz führen?

Neben dem Herzinfarkt können noch weitere Ereignisse eine akute Herzinsuffizienz nach sich ziehen. Weitere Ursachen einer akuten Herzschwäche sind beispielsweise:

Häufig entwickelt sich eine akute Herzinsuffizienz auch aus einer chronischen Herzinsuffizienz, die vorher durch die Behandlung mit Medikamenten unter Kontrolle gehalten wurde.

Wenn nun der Patient seine Arzneimittel unregelmäßig einnimmt oder zusätzliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung hinzukommen, kann sich aus der chronischen schnell eine akute Herzinsuffizienz entwickeln.

Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz sollten ihren Gesundheitszustand deshalb immer kritisch überwachen, zum Beispiel mit dieser Checkliste, und bei auffälligen Veränderungen sofort einen Arzt aufsuchen.