Unser Herz: Alles zu Funktion und Anatomie

Grafik: Funktion und Anatomie des Herzens.

Für die bestmögliche Funktion: Anatomie und Versorgung des Herzens sind unerlässlich.

Unser Herz steht nicht nur dann im Mittelpunkt, wenn es um unsere Gefühle geht: Das menschliche Herz übernimmt im Körper so herausragend wichtige Funktionen, dass schon kleine Störungen und Erkrankungen ernste Folgen haben können. Doch wie schafft es das Herz überhaupt, das Blut durch den Körper zu pumpen? Und wie ist es aufgebaut? Wir erklären Ihnen alles Wichtige rund um Funktion und Anatomie des Herzens.

Herzfunktion – was kann das Herz?

Grafik des Herzens, gut geschützt im BrustkorbEingebettet zwischen den beiden Lungenflügeln liegt das Herz optimal geschützt hinter dem Brustbein. Und das ist auch gut so: Ohne ein einwandfrei funktionierendes Herz ist das Leben, wie wir es kennen, kaum möglich – die Lebensqualität und körperliche Leistungsfähigkeit wären zu stark eingeschränkt. Denn nur ein gesundes Herz kann das Blut in ausreichender Menge und mit entsprechend großer Kraft durch den Körper transportieren und so jede einzelne Zelle mit genügend Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

Die Funktion des Herzens beschränkt sich dabei auf zwei wesentliche Aufgaben: Zum einen saugt es das Blut aus den Blutgefäßen an und nimmt es auf, zum anderen pumpt es das Blut im Anschluss in jeden Winkel des Körpers. Um eine optimale Versorgung zu gewährleisten, sind dazu sowohl große Kraft als auch hohe Geschwindigkeit erforderlich: Zwischen fünf und sechs Liter Blut pumpt das Herz pro Minute durch den Organismus – je nach Aktivität oder Anstrengung sind das bis zu 10.000 Liter am Tag.

  • Gut zu wissen

    Die Organe und Strukturen des Körpers werden dabei nicht willkürlich mit Blut versorgt – denn das würde bedeuten, dass diejenigen Gewebe, die am weitesten vom Herzen entfernt liegen, nur sehr wenig lebenswichtigen Sauerstoff abbekommen würden. Vielmehr ist die Herzfunktion so genau abgestimmt, dass exakt festgelegt ist, welcher Bereich welchen Anteil des Blutes zur Verfügung hat. Je nach Situation werden genau die Organe und Körperteile mit besonders viel Blut versorgt, die zur Erfüllung ihrer Funktion gerade einen hohen Bedarf haben.

Das Herz und seine Anatomie

Um seiner Funktion als Antrieb des Blutkreislaufs nachkommen zu können, sind der Aufbau und die richtige Versorgung des Herzens entscheidend.

Der Herzmuskel (Myokard) macht den größten Anteil des Herzens aus – nach innen ist er durch die Herzinnenhaut (Endokard) und nach außen hin durch die Herzaußenhaut (Epikard) begrenzt. Insgesamt ist das komplette Herz noch einmal vom sogenannten Herzbeutel, dem Perikard, umgeben. Zwischen Epikard und Perikard befindet sich etwas Flüssigkeit, die einen Herzschlag ohne äußere Reibung .

Im Innenraum unterteilt sich die Herzanatomie in eine linke und eine rechte Herzhälfte. Beide Hälften bestehen aus je einem Vorhof und einer Herzkammer. Zwei der vier Herzklappen (zwei Taschenklappen und zwei Segelklappen) trennen die Vorhöfe von ihren jeweiligen Herzkammern, während die beiden anderen als Grenze zu den auf das Herz folgenden Blutgefäßen dafür sorgen, dass das Blut nur in die vorgegebene Richtung fließen kann.

  • Die Versorgung des Herzens erfolgt über die Herzkranzgefäße. Sie spalten sich direkt von der Hauptschlagader ab und umgeben den Herzmuskel. Die Tatsache, dass es sich bei ihnen um sogenannte funktionelle Endarterien handelt, ist der Schwachpunkt in der Versorgung des Herzens: Sie verzweigen sich nicht mehr weiter – verstopft ein Herzkranzgefäß, ist kein anderes dazu in der Lage, seine Aufgabe zu übernehmen und diesen Bereich des Herzens weiter zu versorgen. Die Herzleistung wird beeinträchtig – ein Herzinfarkt kann die Folge sein.

Damit das Herz seine Funktion bestmöglich erfüllen kann, ist der Sinusknoten (an der Einmündung der oberen Hohlvene ins Herz) ein wichtiger Bestandteil seiner Anatomie. Er sendet die elektrischen aus, welche die Kontraktion (das Zusammenziehen) des Muskels bewirken. Zuerst wandert die elektrische Erregung entlang der Vorhöfe bis zum AV-Knoten (Atrioventrikularknoten): Von dort aus breitet sie sich über spezielle Leitungen nahezu zeitgleich über alle Muskelzellen aus. Durch ihre Kontraktion wird das Blut mit der nötigen Kraft aus dem Herzen gepumpt.