Bluthochdruck: Risikofaktor für Herzinsuffizienz

Patient misst seinen Bluthochdruck

Die Diagnose von Bluthochdruck ist äußerst wichtig – auch um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Bluthochdruck zählt zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen überhaupt. Vor allem in der westlichen Welt gilt: Je älter ein Mensch, desto größer ist sein Risiko, unter hohem Blutdruck zu leiden. Gefährlich ist das vor allem, weil Bluthochdruck nicht nur unangenehme Beschwerden mit sich bringt, sondern auch Schäden an Organen wie Nieren, Augen oder dem Herzen nach sich ziehen kann. Doch worum handelt es sich bei Bluthochdruck eigentlich genau? Und was für ein Zusammenhang besteht zur Herzinsuffizienz?

Bluthochdruck – was ist das?

Hin und wieder leidet fast jeder einmal unter erhöhtem Blutdruck – denn der Körper passt die Tätigkeit von Herz und Blutgefäßen an aktuelle Gegebenheiten und Bedürfnisse an. Einflüsse wie Aufregung, Anstrengung oder Stress lassen die Aktivität des Herz-Kreislauf-Systems ganz automisch nach oben klettern. Kurzfristig ist das überhaupt nicht schlimm; problematisch wird es erst, wenn der Blutdruck ungewöhnlich stark in die Höhe schnellt oder Bluthochdruck dauerhaft bestehen bleibt. Doch was passiert nun genau bei Bluthochdruck?

Mit jedem Schlag pumpt das Herz Blut in die Blutgefäße und damit in den gesamten Körper. Dafür ist einiges an Kraft nötig – weshalb das transportierte Blut auch ganz automatisch von innen heraus Druck auf die Gefäßwände ausübt. Die Gefäße geben dieser Kraft aber nicht einfach nach, sondern setzen ihr den sogenannten Gefäßwiderstand entgegen. Gemeinsam machen diese beiden Faktoren den Blutdruck aus.

Ist der Druck zu hoch, werden nicht nur die Arterien stark belastet und auf Dauer geschädigt, auch das Herz muss übermäßig viel Arbeit leisten. Über einen gewissen Zeitraum kann es diese Überbeanspruchung meist noch ausgleichen; bessert sich der Bluthochdruck allerdings nicht, können Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen und  Herzinsuffizienz die Folge sein.

Die Einteilung von Bluthochdruck

Mediziner nehmen bei Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) folgende Unterscheidungen vor:

  • (primäre) Hypertonie
    Bei dieser Form des Bluthochdrucks lässt sich kein organischer Auslöser feststellen. Die Ursachen für die Hypertonie bleiben unbekannt.

  • sekundäre Hypertonie
    Im Fall einer sekundären Hypertonie liegt eine organische Erkrankung vor, die für einen erhöhten Blutdruck sorgt. Als Auslöser kommen verschiedene nachweisbare Faktoren infrage – zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion, eine Aortenklappeninsuffizienz oder auch chronische Schmerzen.

Außerdem kann der Bluthochdruck in verschiedene Schweregrade eingeteilt werden:

  • optimal: bis 120 / 80 mmHg
  • normal: bis 129 / 84 mmHg
  • noch normal: 130-139 / 85-89 mmHg
  • leicht erhöht: 140-159 / 90-99 mmHg
  • mittelgradig erhöht: 160-179 / 100-109 mmHg
  • schwer: mehr als 180 / mehr als 110 mmHg

Die Unterscheidung zwischen „optimalem“ und „normalem“ Blutdruck kommt dadurch zustande, dass bestmöglicher Blutdruck nicht immer uneingeschränkt zu erreichen ist – unter anderem auch, weil der Blutdruck natürlichen Schwankungen unterliegt. Bei Aufregung liegt er beispielsweise automatisch etwas höher.

Symptome und Behandlung von Bluthochdruck

Bei erhöhtem Blutdruck handelt es sich keineswegs um einen Vorgang, der ausschließlich im Körperinneren abläuft, ohne sich nach außen hin bemerkbar zu machen. Zu den typischen Beschwerden bei Bluthochdruck zählen unter anderem:

  • innere Unruhe und Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Hitzewallungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Ohrensausen
  • Potenzprobleme
  • Rötung des Gesichts
  • Nasenbluten

Weil die Symptome oftmals schleichend einsetzen und nicht automatisch mit dem Blutdruck in Verbindung zu setzen sind, wird Bluthochdruck häufig erst vergleichsweise spät erkannt. Gerade ältere Menschen sollten daher die Augen offen halten und ungewöhnliche Beschwerden mit ihrem Arzt besprechen. Insbesondere, wenn mit Symptomen wie Brustenge, verringerter Leistungsfähigkeit oder Wassereinlagerungen Hinweise auf Folgeerkrankungen wie eine Herzinsuffizienz dazu kommen, ist Vorsicht geboten.

Oberstes Ziel der Behandlung ist es, den Blutdruck wieder auf ein normales Maß (also auf bis zu 129 / 84 mmHg) zu senken – das lindert die Beschwerden des Patienten und reduziert deutlich die Wahrscheinlichkeit für folgende Erkrankungen. Dies geschieht zum einen durch Medikamente wie ACE-Hemmer, Sartane (AT1-Blocker), Kalziumantagonisten, Betablocker und/oder Diuretika. Um den entsprechenden Behandlungserfolg zu erzielen, ist es besonders wichtig, die Präparate regelmäßig einzunehmen.

  • Doch Vorsicht

    Manche Medikamente gegen Bluthochdruck können eine Herzinsuffizienz verstärken. Hegen Sie also den Verdacht, dass eine Pumpschwäche Ihres Herzens vorliegen könnte, sollten Sie das unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen!

Zum anderen stützt sich die Behandlung von Bluthochdruck auf eine Anpassung des Lebensstils. Eine angemessene Ernährung, regelmäßige Bewegung, psychischer Ausgleich und der Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol oder Nikotin sollten im Anschluss an die Diagnose feste Bestandteile des Alltags werden.