Herzinsuffizienz und Herzinfarkt – gibt es einen Zusammenhang?

Grafik des Herzens mit verstopfter, verkalkter Arterie und Muskelgewebe

Grafik eines geschädigten Herzens

Was haben Herzinsuffizienz und Herzinfarkt miteinander zu tun? Hauptursache für beide Erkrankungen ist eine Verengung oder ein Verschluss der Herzkranzgefäße. Das sind Gefäße, die das Herz umgeben und den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Ein Herzinfarkt kann aber auch eine chronische Herzinsuffizienz nach sich ziehen.

Deshalb versuchen Mediziner nach einem Herzinfarkt einer Herzinsuffizienz durch eine Behandlung mit Medikamenten vorzubeugen.

Herzinsuffizienz und Herzinfarkt: ähnliche Ursachen und Risikofaktoren

Herzinsuffizienz und Herzinfarkt beruhen oft auf ähnlichen Ursachen und Risikofaktoren. Sowohl einem Herzinfarkt als auch vielen Fällen von Herzinsuffizienz geht die sogenannte koronare Herzkrankheit (KHK) voraus. Bei dieser Erkrankung, auch als Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) bekannt, kommt es zu Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen. Durch Verengung der Herzkranzgefäße wird der Herzmuskel schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was sich anfänglich besonders unter Belastung bemerkbar macht. Wenn die koronare Herzkrankheit länger besteht, wird der Herzmuskel geschädigt und die Pumpleistung des Herzens lässt nach – eine Herzschwäche entsteht. Die koronare Herzkrankheit gilt als eine der häufigsten Ursachen für eine Herzinsuffizienz.

Die koronare Herzkrankheit kann zudem zu einem Herzinfarkt führen: Die Ablagerungen in den Gefäßen, sogenannte Plaques, können leicht einreißen und das Gefäß verletzen. Wie bei einer Wunde an der Hautoberfläche versucht der Körper, diese Verletzung zu schließen – in den ohnehin „verkalkten“ Herzgefäßen kann dies jedoch fatale Folgen haben: Ein Gerinnsel (Thrombus) entsteht, das innerhalb kurzer Zeit das ganze Gefäß verschließen kann. Dadurch werden Teile des Herzmuskels überhaupt nicht mehr mit Blut versorgt und sterben ab. Das ist dann ein Herzinfarkt, Betroffene bemerken dann plötzlich auftretende Schmerzen sowie ein Engegefühl und starken Druck im Brustraum. Herzinsuffizienz und Herzinfarkt liegen ähnliche Risikofaktoren zugrunde: Dazu gehören Rauchen, zu hohe Blutfettwerte, Diabetes und Bluthochdruck.

Herzinsuffizienz nach Herzinfarkt: Beeinträchtigung der Pumpleistung

Herzinsuffizienz und Herzinfarkt hängen darüber hinaus insofern zusammen, als dass ein Herzinfarkt zu einer Herzinsuffizienz führen kann. Je nachdem, wie stark das Herz bei einem Herzinfarkt geschädigt wurde, ist die Pumpleistung des Muskels beeinträchtigt, sodass nach einem Herzinfarkt eine Herzinsuffizienz in chronischer Form bestehen bleiben kann. Sind nur kleine Teile des Herzmuskels von dem Herzinfarkt betroffen, kommt es meist nicht zu einer Einschränkung der Herzleistung. Wenn hingegen große Teile des Herzmuskels von einem Herzinfarkt betroffen sind, kann der Muskel so geschwächt sein, dass eine Leistungsschwäche bestehen bleibt. Auch die Bildung von Narbengewebe durch den Herzinfarkt kann die Pumpleistung des Herzens vermindern. So kann durch einen Herzinfarkt, der große Teile des Herzmuskels betrifft, auch eine akute Herzinsuffizienz ausgelöst werden. Eine umgehende (Not-) ärztliche Behandlung ist dann erforderlich.

Umbauprozesse am Herzen

Bei und nach einem Herzinfarkt finden verschiedene, komplexe Umbauprozesse am Herzen statt (sogenanntes Remodelling): Der Körper versucht, den Herzmuskel zu „reparieren“, und dabei entsteht Narbengewebe. Durch diese Prozesse können sich auch Form, Größe und Dehnbarkeit der Herzkammer ändern, was wiederum die Pumpleistung des Herzens und die Entwicklung und Ausprägung der Herzinsuffizienz beeinflusst.

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