Herzmuskelentzündung: Symptome bei Myokarditis

Kommt die Herzmuskelentzündung (Myokarditis) zur Sprache, denken die meisten Menschen an die Warnung der eigenen Eltern: Die Erkältung nicht zu verschleppen und besonders beim Sport direkt nach einer Erkältung aufzupassen. Da dies zu einer Herzmuskelentzündung führen kann! Doch Hand aufs Herz: Wären Sie auch dazu in der Lage, eine Myokarditis zu erkennen? Damit die potentiell gefährliche Erkrankung des Herzens im Falle eines Falles nicht unerkannt bleibt, stellen wir Ihnen hier die wichtigsten Myokarditis-Symptome vor – ebenso wie Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Herzmuskelentzündung – was ist das?

Beim sogenannten Herzmuskel handelt es sich um die Muskelschicht, die zwischen der Herzinnenhaut und der Herzaußenhaut liegt. Sie ist maßgeblich an der Bildung und Weiterleitung der elektrischen Signale der gesamten Herzaktion beteiligt und führt dies auch gleichzeitig aus: Breitet sich der Befehl zur Kontraktion über den Herzmuskel aus, zieht er sich zusammen und presst so das Blut aus dem Herzen in den Körper.
Entzündet sich der Herzmuskel, spricht man von einer Herzmuskelentzündung – oder medizinisch Myokarditis. Die Erkrankung beschränkt sich dabei nicht zwangsläufig auf die Muskelzellen: Sie kann auch auf die Herzkranzgefäße und das umliegende Gewebe übergreifen. Obwohl durch die Herzmuskelentzündung die Funktion des Herzens eingeschränkt ist, können häufig keine oder nur sehr schwach ausgeprägte Beschwerden auftreten.

Bei Myokarditis: Die Symptome

Kommt es im Rahmen einer Herzmuskelentzündung zu Beschwerden, sind diese oftmals nicht eindeutig mit dem Herzen in Verbindung zu bringen. Umso wichtiger ist es daher, sich selbst oder den Angehörigen bei einem Verdacht genau zu beobachten.

Zu den typischen Myokarditis-Symptomen zählen:

  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung

  • Appetitlosigkeit

  • Atemnot (vor allem bei Anstrengung)

  • Kopfschmerzen

  • Schmerzen hinter dem Brustbein

  • Herzklopfen oder -stolpern

Um die Entwicklung langfristiger Folgen abzuwenden, spielt es eine bedeutende Rolle, die Herzmuskelentzündung möglichst frühzeitig und umfassend zu behandeln. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Myokarditis chronisch wird oder letzten Endes eine Herzschwäche entsteht. Im schlimmsten Fall kann die Erkrankung sogar tödlich enden.

Ursachen und Behandlung einer Herzmuskelentzündung

Hat der Arzt die Herzmuskelentzündung diagnostiziert – zum Beispiel durch Anamnese, EKG und entsprechende Blutuntersuchungen – gilt es im Anschluss, die eigentliche Ursache der Erkrankung zu identifizieren. Nur so ist eine optimale Therapie möglich, die bald die alte Lebensqualität wiederherstellt.

Die häufigste Ursache für eine Myokarditis und die damit verbundenen Symptome ist ein vorangegangener Infekt. Schonen Betroffene sich nicht ausreichend, können die ursächlichen Viren oder Bakterien bis zum Herzmuskel vordringen und dort eine Entzündung auslösen.

Daneben kommen auch folgende Auslöser infrage:

  • Störung des Immunsystems

  • Krebsbehandlung (Strahlentherapie)

  • Infektion mit Pilzen

  • die Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel Penicillin)

Hat der Arzt die Ursache der Herzmuskelentzündung entlarvt, muss er diesen Faktor beseitigen, damit sich das angeschlagene Herz erholen kann. Im Vordergrund steht dabei die Gabe passender Medikamente: Liegt (wie in den meisten Fällen1) ein Befall mit Viren vor, kommen sogenannte Virostatika zum Einsatz, die die Vermehrung der Erreger hemmen; bei Bakterien sind Antibiotika das Mittel der Wahl. Auf diese Weise kann das Immunsystem der Infektion Herr werden – das Herz erholt sich. Daneben stehen Medikamente zur Verfügung, die entstandene Beschwerden lindern und dem geschwächten Herzen Erholung verschaffen (zum Beispiel ACE-Hemmer und Beta-Blocker).

Die wahrscheinlich größte Bedeutung bei der Behandlung einer Herzmuskelentzündung kommt aber wahrscheinlich der Ruhe zu: Patienten müssen sich unbedingt körperlich schonen, um möglichen Komplikationen der Myokarditis vorzubeugen. Jede Anstrengung stellt eine zusätzliche Belastung für das Herz dar – in dieser Situation fatal. Halten sich die Patienten dagegen an die Vorgaben ihres Arztes, stehen die Chancen gut, dass die Herzmuskelentzündung folgenlos ausheilt. Nach etwa sechs Wochen bildet sich die Erkrankung dann wieder zurück.

1 Freie Universität Berlin: Wenn Viren im Herzen agieren; abgerufen unter http://www.fu-berlin.de/presse/publikationen/fundiert/archiv/2000_01/00_01_schultheiss_pauschinger_kuehl/index.html (Stand: 25.10.2017)