Tachykardie: Wenn Herzrasen die Herzschwäche begleitet

Vor allem, wenn es nachts zu plötzlichem Herzrasen kommt, kann das für Betroffene sehr bedrohlich wirken: Das Herz schlägt deutlich spürbar und scheinbar völlig grundlos ungewöhnlich schnell. Mediziner bezeichnen dieses Symptom, das im Rahmen von Herzrhythmusstörungen bei einer fortgeschrittenen Herzschwäche auftreten kann, als Tachykardie. Was bedeutet das Herzrasen für Betroffene?

Wie sich Tachykardie äußert

Die normale Schlagfrequenz des Herzens liegt bei einem gesunden Menschen bei etwa 60 bis 80 Schlägen in der Minute. Gesteuert wird sie durch elektrische Signale, die der Herzmuskel – beeinflusst durch das Nervensystem – selbst bildet und an alle seine Zellen weiterleitet. Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht, kann sich die Erregung unkontrolliert über das Herz ausbreiten und unter anderem für Tachykardie sorgen.

Unter solchem Herzrasen ist ein Puls zu verstehen, der bei einem Erwachsenen bei mehr als 100 Schlägen in der Minute liegt. Erkennbar ist dafür keine Ursache, die das Auftreten der Tachykardie sinnvoll erklären könnte (wie etwa körperliche Betätigung oder Aufregung). Egal ob tagsüber oder nachts – Herzrasen ist daher eine Belastung für Betroffene.

Nicht zuletzt liegt das auch an den Begleitsymptomen, die gemeinsam mit dem Herzrasen auftreten:

  • Kurzatmigkeit

  • Herzstechen

  • spürbares Herzklopfen

  • Schweißausbrüche

  • Übelkeit

  • Schwindel

Diagnose und Therapie von Tachykardie

Zur Untersuchung von Herzrasen eignet sich in erster Linie das EKG (Elektrokardiogramm): Dabei bringt der Arzt Elektroden auf der Haut des Patienten an, die die elektrische Aktivität des Herzens messen und an ein Speichermedium (oder direkt an den Computer) weitergeben. Das EKG kann bei Ruhe, Aktivität oder auch über 24 Stunden hinweg im Alltag gemessen werden – für den Betroffenen ist das mit keinerlei Schmerzen oder Unannehmlichkeiten verbunden.

Hat der Arzt daraufhin ausgemacht, ob und um welche Art von Tachykardie es sich handelt (möglich sind unter anderem Herzrhythmusstörungen, durch Angst ausgelöstes Herzrasen, Vorhofflimmern oder auch gefährliches Kammerflimmern), steht die Suche nach der Ursache im Vordergrund. Bei Patienten, die bereits unter Herzschwäche leiden, besteht die Möglichkeit, dass sich die Erkrankung verschlechtert hat. Im Rahmen einer solchen Verschlimmerung kommt es bei einigen Betroffenen zu Herzrhythmusstörungen – die sich wiederum in Form von Herzrasen äußern können. Doch auch ein umgekehrter Zusammenhang ist denkbar: Belasten bestehende Herzrhythmusstörungen das Herz sehr stark, kann sich daraus mit der Zeit eine Herzschwäche entwickeln.

Daneben tritt plötzliches Herzrasen oft mit

  • hohem Blutdruck,

  • koronarer Herzkrankheit,

  • Schilddrüsenüberfunktion,

  • Schwankungen im Hormonhaushalt (vor allem bei Frauen) oder

  • Erkrankungen der Lunge (beispielsweise einer Lungenembolie) auf.

Die Behandlung von Herzrasen und damit verbundenen Symptomen wie Herzstechen und Kurzatmigkeit richtet sich überwiegend nach ihrer Ursache. Steckt eine Herzschwäche hinter den Beschwerden, sollte der Arzt die medikamentöse Therapie entsprechend anpassen und unter Umständen weitere Schritte erwägen – zum Beispiel einen operativen Eingriff, bei dem ein Herzschrittmacher eingesetzt wird.

Das Herzrasen selbst lässt sich in der Regel durch spezielle Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen in den Griff bekommen; auch Betablocker senken die Herzfrequenz. Daneben können Betroffene durch Maßnahmen zur Beruhigung dazu beitragen, dass die Tachykardie nachlässt – Yoga, autogenes Training und progressive Muskelentspannung bieten hier gute Ansätze.