Herzmuskelschwäche und ihre Auswirkungen auf Herz und Körper

Herzfakten: Herzmuskelschwäche betrifft jeden fünften Menschen

Insbesondere ältere Menschen sollten auf ihr Herz achten. Mehr als 60 Prozent der Betroffenen von Herzmuskelschwäche sind zwischen 66 und 85 Jahre alt.

Die Begriffe Herzschwäche, schwaches Herz und Herzmuskelschwäche haben ein und dieselbe Bedeutung: Das Herz schafft es nicht mehr, das Blut in ausreichendem Umfang durch den Körper zu pumpen. Letztendlich hat das weitreichende Konsequenzen – nicht nur für das Herz selbst, sondern für alle Organe, die dadurch einen Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen erleiden. Warum Sie die Herzschwäche ernst nehmen sollten und welche Folgen sie für den Körper hat, erfahren Sie hier.

Herzmuskelschwäche oder normale Alterserscheinungen?

Das Herz muss in einem Menschenleben viel leisten. Bei einem 75-Jährigen hat es im Laufe seines Lebens durchschnittlich fast 180 Millionen Liter Blut durch den Körper gepumpt. Ist es da nicht ganz normal, dass das Herz im Alter schwächelt? Ganz so einfach ist es nicht: Ein gesundes Herz kann 100 Jahre alt werden, ohne Zeichen eines Leistungsmangels zu zeigen. Der Gesundheit zuliebe gilt es Warnsignale ernst zu nehmen! Wer also beispielsweise geschwollene Beine am Abend oder Luftnot beim Spaziergang verspürt, sollte das nicht einfach nur auf das fortgeschrittene Alter schieben. Dahinter kann sich durchaus eine Herzmuskelschwäche, die Mediziner als Herzinsuffizienz bezeichnen, verbergen.

Herzmuskelschwäche: Mehr als Stress für Herz und Körper

Lange Zeit ging man davon aus, dass das Herz bei einer Herzmuskelschwäche nicht genügend Kraft zum Pumpen hat. Doch es ist nicht allein die Kraft, die dem schwachen Herzen fehlt. Im Verlauf der Herzschwäche verändert sich das Herz auch – es vergrößert sich und „leiert“ aus. Grund für die Veränderung ist, dass aufgrund der geringeren Pumpkraft sich das Herz über längere Zeit anstrengen muss, um genügend Blut durch den Körper zu befördern. Dies ist eine zusätzliche Belastung für den Organismus. Da das Herz ein Muskel ist, versucht es, die höhere Anstrengung durch vermehrte Muskelbildung auszugleichen. Das Herz wird einerseits schwerer, andererseits auch steifer und weniger dehnbar.

Die Folge: Die Blutversorgung des Herzens und des Körpers verschlechtert sich fortlaufend. Der daraus resultierende Sauerstoffmangel bedeutet für den Körper und seine Organe großen Stress. Er reagiert daher mit verschiedenen Maßnahmen, um die normalen Körperfunktionen weitestgehend aufrecht zu erhalten. Sogenannte Kompensationsmechanismen stellen eine Zeit lang die normale Blutzirkulation sicher, langfristig schädigen sie das Herz jedoch weiter und führen zu den typischen Beschwerden bei Herzmuskelschwäche.

Wie weit ist die Herzmuskelschwäche fortgeschritten? Einteilung in vier Stadien

Mediziner nutzen ein Schema nach der New York Heart Association (NYHA), um die Schwere einer Herzmuskelschwäche zu beurteilen. Die Einteilung erfolgt in vier verschiedene Stadien; NYHA-Stadium 1 bis 4.

  • Bei Schweregrad 1 ist die Herzinsuffizienz medizinisch zwar vorhanden, aber der Betroffene bemerkt so gut wie keine Symptome. In Stadium 2 und 3 schreitet die Erkrankung weiter voran. Beschwerden entstehen bei stärkeren bis leichten Belastungen, in Ruhe dagegen nicht. Im 4. Stadium ist die Erkrankung dagegen sehr weit fortgeschritten: Der Patient ist bettlägerig und hat auch in Ruhe mit schweren Symptomen wie Atemnot zu kämpfen.

    Gelangen Sie hier direkt zur Übersicht der 4 NYHA-Stadien.

Leider tritt die Herzschwäche sehr oft in Kombination mit anderen Erkrankungen auf, Begleiterkrankung oder auch Komorbiditäten genannt. Häufige Beispiele sind Diabetes oder Nierenschwäche. Etwa 50 Prozent der betroffenen Patienten haben mehr als fünf verschiedene Begleiterkrankungen. Sie beeinflussen meist sowohl den Verlauf der Herzmuskelschwäche als auch die Lebensqualität des Betroffenen. Deshalb ist nicht nur die Behandlung der Herzinsuffizienz, sondern auch die der Begleiterkrankungen wichtig. Zum einen wird das Fortschreiten der Herzschwäche bestmöglich aufgehalten, zum anderen geht es Betroffenen besser, die ihre mit dem Arzt vereinbarten Behandlungen einhalten.

Finden Sie hier den richtigen Ansprechpartner, an den Sie sich bei Herzinsuffizienz wenden können.