Leben mit Herzinsuffizienz: Verlauf und Tipps für den Alltag

Herzinsuffizienz-Verlauf positiv beeinflusst: Ehepaar lacht beim Kochen

Die richtige Ernährung kann den Verlauf einer Herzinsuffizienz maßgeblich beeinflussen.

Für viele Betroffene ist sie ein großer Schock: die Diagnose Herzinsuffizienz. Nicht selten gewinnt daraufhin die Angst die Überhand – kann ich meinen Alltag noch bewältigen? Wie wird mein Leben mit Herzinsuffizienz aussehen? Diese und viele weitere Fragen rücken für Erkrankte nun in den Vordergrund. Wir möchten Ihnen die Antworten geben und einen Überblick über den Verlauf der Herzinsuffizienz verschaffen.

Die Herzinsuffizienz und ihr Verlauf

Eine Herzinsuffizienz, umgangssprachlich oft auch als Herzschwäche bezeichnet, liegt dann vor, wenn das Herz durch eine Erkrankung oder eine andere Störung nicht mehr in der Lage ist, genügend Blut durch den Organismus zu pumpen. Die Organe und Gewebestrukturen des Körpers erhalten daraufhin zu wenig Sauerstoff und können ihre Aufgaben nicht mehr vollständig bewältigen. Anfangs kann das Herz diesen Mangel noch durch Mehrarbeit ausgleichen. Von der beginnenden Herzschwäche bekommt der Patient daher meist kaum etwas mit.

Schreitet die Herzinsuffizienz allerdings weiter voran, machen sich im späteren Verlauf Symptome wie

  • ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung,

  • geringe körperliche Belastbarkeit,

  • Atemnot,

  • Schwindel,

  • Schwellungen durch Wassereinlagerung, insbesondere an Bauch und Beinen,

  • nächtlicher Husten und

  • Verdauungsbeschwerden bemerkbar.

Für Betroffene stellt das nicht nur eine immense körperliche Belastung dar, sondern auch eine seelische: Das Leben mit den Beschwerden einer Herzinsuffizienz kann Angst machen und zudem mit einigen Krankenhausaufenthalten verbunden sein. Die Erkrankten sind sich bewusst, dass die Herzschwäche im schlimmsten Fall einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen kann. Ihre Furcht vor den Beschwerden und möglichen Folgen kann lähmen – doch das muss sie nicht.

Denn auch bei Herzinsuffizienz lässt sich der Verlauf positiv beeinflussen: Der springende Punkt ist hier nicht nur, die Empfehlungen des Arztes (zum Beispiel hinsichtlich der Ernährung und Bewegung) einzuhalten, sondern vor allem auch die regelmäßige und absolut konsequente Einnahme der verordneten Medikamente. So werden nicht nur die akuten Symptome gelindert und damit Erleichterung verschafft, die Wirkstoffe können zudem weiteren Verschlechterungen entscheidend vorbeugen.

Leben mit Herzinsuffizienz

Wer bei der Einnahme seiner Medikamente strikt bleibt, tut sich einen großen Gefallen: Die so mögliche Linderung der Beschwerden kann zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität beitragen – viele Betroffene können ihren Alltag dadurch wieder mehr genießen. Dank eines milderen Herzinsuffizienz-Verlaufs werden auch wieder Aktivitäten möglich, die zuvor kaum oder gar nicht umsetzbar waren, wie Reisen, Autofahren oder auch Sex mit dem Partner.

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie gibt es außerdem noch weitere Faktoren, mit denen Sie Ihr Wohlbefinden und den Verlauf Ihrer Herzinsuffizienz verbessern können:

  • Bleiben Sie positiv.
    Natürlich ist es entscheidend, die Erkrankung ernst zu nehmen, doch sollten Sie nicht ständig über Ihre Einschränkungen nachdenken und so großen Stress aufbauen. Besuchen Sie dazu zum Beispiel entspannende Yoga-Kurse, unternehmen Sie etwas mit Ihrer Familie und Ihren Freunden und tun Sie generell viel, was Ihnen Spaß macht. Das lenkt ab und zeigt Ihnen, wie viel trotz Herzinsuffizienz noch möglich ist.

  • Achten Sie auf Ihre Ernährung.
    Auch die Ernährung spielt beim Leben mit Herzinsuffizienz eine entscheidende Rolle: Bemühen Sie sich, bestehendes Übergewicht zu reduzieren. Verzichten Sie so weit wie möglich auf Salz und schränken Sie Ihre tägliche Trinkmenge entsprechend der Empfehlungen Ihres Arztes ein.

  • Bewegen Sie sich.
    Wer unter Herzinsuffizienz leidet, ist nicht automatisch dazu verdammt, nur noch auf dem heimischen Sofa zu sitzen. Im Gegenteil: Gehen Sie an die frische Luft und bewegen Sie sich! Welche Sportart in welchem Umfang für Sie geeignet ist, können Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen – denn übertreiben sollten Sie es natürlich auch nicht.

  • Bereiten Sie sich auf den Notfall vor.
    Leider kann es auch bei einem guten Herzinsuffizienz-Verlauf zu plötzlichen, akuten Beschwerden kommen. Zögern Sie in diesem Fall nicht und rufen Sie sofort den Notarzt. Informieren Sie im Vorfeld Ihre Freunde und Familienangehörigen darüber, wie sie sich im Notfall am besten verhalten können. Tragen Sie zudem immer Ihren aktuellen Medikamentenplan und Notfallpass bei sich sowie die wichtigsten medizinischen Unterlagen – so fällt es dem Notarzt leichter, sofort richtig zu handeln.

Nehmen Sie sich diese Tipps zu Herzen, wird Ihnen Ihr Leben mit Herzinsuffizienz sicher leichter fallen: Sie tun, was in Ihrer Macht steht, um bestmöglich auf den Verlauf einzuwirken, und sind auf alle Möglichkeiten vorbereitet.