Sex bei Herzinsuffizienz: Darauf sollte man achten

Küssendes PaarSex bei Herzinsuffizienz – ist das nicht gefährlich? Diese Frage stellen sich viele Menschen mit Herzschwäche beziehungsweise deren Partner oder Partnerinnen. Dabei ist es durchaus möglich, Sex bei Herzinsuffizienz zu haben, solange man in der Lage ist, leichte körperliche Aktivitäten auszuführen.

Sex bei Herzinsuffizienz: Auf seinen Körper hören

Aus medizinischer Sicht müssen Menschen mit Herzschwäche ihr Sexualleben nicht grundsätzlich einschränken. Das Risiko, während des Geschlechtsverkehrs zu sterben, weil das Herz zu geschwächt ist, ist sehr gering. Die Anstrengung beim Sex entspricht etwa der von Staubsaugen oder Spazierengehen. Wenn man also noch in der Lage ist, leichte körperliche Aktivitäten auszuführen, etwa die Treppe in den zweiten Stock zu nehmen, ohne Atemnot zu bekommen, kann man auch ohne Bedenken Sex bei Herzinsuffizienz haben.

Menschen mit einer instabilen Herzinsuffizienz sollten hingegen mit dem Sex abwarten, bis die Erkrankung besser mit Medikamenten eingestellt ist. Ähnliches gilt, wenn während des Sexualaktes Herzinsuffizienz-Symptome auftreten, vor allem, wenn allein die sexuelle Erregung diese bereits auslöst, ohne dass es zum eigentlichen Verkehr gekommen ist. Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz kann der Arzt im Vorfeld auch die Belastbarkeit des Patienten testen, bevor er sein Okay zum Sex gibt.

Herzinsuffizienz-Patienten sollten es beim Sex etwas ruhiger angehen lassen und sich genügend Zeit nehmen. Beim Geschlechtsverkehr wenig körperlich anstrengende Positionen bevorzugen, beispielsweise auf dem Rücken oder neben dem Partner liegend. Wenn man sich unwohl fühlt, kann und sollte man durchaus eine Pause einlegen.

Das Thema Sex bei Herzinsuffizienz beim Arzt ansprechen

Herzinsuffizienz und Sexualität: Dieses Thema darf kein Tabu sein. Herzinsuffizienz-Patienten sollten bei ihrem Arzt offen ihre Fragen stellen und auch ihre Sorgen und Ängste schildern. Allgemein gilt die Empfehlung für Ärzte, das Thema Herzinsuffizienz und Sexualität nach der Diagnose mit dem Patienten zu besprechen – es muss also nicht peinlich sein, den Arzt darauf anzusprechen.

Wichtig ist das klärende Gespräch mit dem Arzt auch über die medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz, denn die kann mitunter Potenzprobleme auslösen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass männliche Patienten mit Herzinsuffizienz Schwierigkeiten haben, eine Erektion zu bekommen. Etwa 70 Prozent leiden unter dieser sogenannten erektilen Dysfunktion. In manchen Fällen ist vielleicht der Umstieg auf ein anderes Präparat möglich. Auf keinen Fall eigenmächtig die verschriebenen Medikamente absetzen. Außerdem sollte in diesen Fällen nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt zu Medikamenten gegriffen werden, die die Potenz steigern. Denn hier können Wechselwirkungen mit der Herzinsuffizienz-Therapie auftreten. Der Arzt berät den Patienten, ob und welche potenzsteigernden Medikamente eingenommen werden können.

Sex bei Herzinsuffizienz: Offene Kommunikation in der Partnerschaft wichtig

Auch mit dem Partner oder der Partnerin sollte man offen über das Thema Sex bei Herzinsuffizienz sprechen. Eine vertrauensvolle und intime Atmosphäre ist für ein erfülltes Sexualleben sehr wichtig – besonders wenn vielleicht nicht mehr alles so gut funktioniert wie vorher. Sich unter Druck zu setzen, ist jedoch nicht sinnvoll. In einer vertrauensvollen Beziehung wird der Partner mit der Zeit auch spüren, wenn der Betroffene sich während des Sexualaktes überfordert. Dies kann beiden – Partner wie Patienten – Sicherheit verschaffen.