Empfehlungen für die richtigen körperlichen Aktivitäten bei Herzschwäche

Fitnesstrainer erklärt Frau mit Herzschwäche ihren Trainingsplan.

Moderates und kontrolliertes Ausdauertraining im Fitnessstudio fördert die Herzgesundheit

Regelmäßige körperliche Bewegung hat für Menschen mit Herzschwäche eine Reihe von positiven Auswirkungen: Die Herzfrequenz kann sinken, was das Herz entlastet. Gleichzeitig kann die Sauerstoffaufnahme um 20 bis 25 Prozent gesteigert werden, was die Leistungsfähigkeit verbessert und die körperliche Belastbarkeit steigert. Mit regelmäßiger körperlicher Aktivität und moderatem Training können Patienten mit Herzschwäche ihre Lebensqualität verbessern und das Risiko eines Krankenausaufenthaltes verringern.

Regelmäßiges moderates Training steigert die körperliche Belastbarkeit

Regelmäßiges moderates Training und dynamische Bewegung wie beim Walking oder Radfahren steigern die Belastbarkeit (Belastungstoleranz) und das Wohlbefinden von Menschen, die unter stabiler chronischer Herzinsuffizienz leiden. Im Gegensatz zu dynamischer Bewegung sind Sportarten mit statischer Muskelanspannung ohne Bewegung für Menschen mit Herzinsuffizienz nicht geeignet, da die Muskulatur bei statischer Belastung schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Aber auch Menschen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz können von regelmäßiger Bewegung profitieren, wenn sie die geeigneten Bewegungsformen wählen.

Trainingsintensität an den Schweregrad der Herzinsuffizienz anpassen

Bei guter Belastbarkeit des Herzens sind Ausdauersportarten wie straffes Spazierengehen, Wandern, Nordic Walking, Radfahren, aber auch gemäßigtes Tanzen oder Gymnastik geeignet. Ein Richtwert für die Trainingsintensität bei guter Belastbarkeit ist fünfmal pro Woche 20 Minuten oder dreimal pro Woche 30 bis 45 Minuten Ausdauertraining. Die Trainingsintensität sollte an die Leistungsfähigkeit des Herzens angepasst werden und zwischen 40 und 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz liegen. Wer seine maximale Herzfrequenz nicht kennt, sollte sie beim Kardiologen ermitteln lassen. Am besten spricht man den behandelnden Kardiologen auf die maximale Herzfrequenz an. Er kann diese im Rahmen der notwenigen Untersuchungen ermitteln.  Zudem sollte man sich bei der Krankenkasse informieren, in welchem Umfang die Kosten übernommen werden. Wenn man eine Leistungsdiagnostik mit Belastungs-EKG und Lungenfunktionstest als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch nimmt, muss man mit Kosten von rund 100 Euro rechnen.

Intervalltraining bei Herzinsuffizienz und niedriger Belastbarkeit

Bei verminderter körperlicher Belastbarkeit sind leichte Belastungen wie Gehen, Treppensteigen sowie die Teilnahme an einer betreuten Herzsportgruppe zu empfehlen. 35 bis 54 Prozent der maximalen Herzfrequenz sollten bei verminderter Belastbarkeit nicht überschritten werden. Auch bei niedriger Leistungsfähigkeit kann ein Muskeltraining der Arm- und Beinmuskulatur mit ausreichenden Pausen absolviert werden, um trotz der niedrigen Belastbarkeit noch einen positiven Trainingseffekt zu erzielen. Worauf Menschen mit Herzinsuffizienz beim Herzsport und Krafttraining achten sollten, erfahren Sie im nächsten Absatz.

Moderates Krafttraining ist auch bei Herzschwäche möglich

Was viele Herzinsuffizienz-Patienten nicht wissen: Auch eine moderate allgemeine Muskelkräftigung ist möglich. Wichtig ist, dass die Patienten vor Trainingsbeginn optimal mit Medikamenten eingestellt sind. Beim Ausführen der Übungen ist die richtige Atemtechnik das A und O, um eine Pressatmung und damit einen Druckanstieg im Brustraum zu vermeiden. In der Belastungsphase (Drücken oder Ziehen des Gewichts) sollte ausgeatmet werden, in der Entspannungsphase wird dann tief eingeatmet. Begonnen werden kann mit maximal drei Trainingseinheiten pro Woche. Jede Übung besteht aus dreimal acht bis zehn Wiederholungen. Nach jeder Trainingseinheit wird pausiert, bis sich Atmung und Pulsfrequenz normalisiert haben. Die Belastung bei der Ausführung der Übung sollte zu Beginn des Trainings niedrig gewählt und dann im Verlauf vorsichtig gesteigert werden.

Wichtig ist eine intensive Betreuung durch einen Arzt oder Physiotherapeuten, um eine fehlerhafte Ausführung der Übungen und eine Überlastung zu vermeiden. Dies gibt zudem die Sicherheit, dass das Training dem Körper auch wirklich guttut. Wird das Krafttraining beim Physiotherapeuten im Rahmen einer Krankengymnastik am Gerät durchgeführt, kann der Arzt dies als Kassenleistung und privat verordnen. Je nach Bedarf sind bei gesetzlich Krankenversicherten 3 Rezepte á 6 Therapieeinheiten verordnungsfähig.

Bei Herzinsuffizienz: Überwachung bei Beginn und Änderung des Trainings

Ganz gleich, für welche Sportart oder Bewegungsform man sich entscheidet, zu Beginn und bei einer Veränderung des Trainings sollten Herzinsuffizienz-Patienten ärztlich überwacht werden. Blutdruckmessung und Langzeit-EKG geben dem behandelnden Arzt wichtige Informationen. Er kann dann gemeinsam mit dem Patienten entscheiden, ob das Training geeignet ist und einen positiven Effekt auf die Belastbarkeit hat. Betroffene sollten nicht ohne ärztliche Überwachung und Beratung das Training beginnen oder die Intensität eigenmächtig erhöhen.