Was hilft gegen Wassereinlagerungen?

Grobkörniges Salz: bei Herzinsuffizienz ist eine salzarme Ernährung wichtig

Eine salzreiche Ernährung begünstigt Wassereinlagerungen und beeinträchtigt die Herzgesundheit

Wassereinlagerungen als Folge einer Herzinsuffizienz belasten die Betroffenen und mindern ihre Lebensqualität. Um Wassereinlagerungen zu lindern, sollten Sie unbedingt auf den Salzgehalt in der Nahrung achten.

Problem Wassereinlagerungen bei Herzinsuffizienz

Wassereinlagerungen (Ödeme) gehören zu den Hauptsymptomen einer Herzinsuffizienz. Sie entstehen, durch einen Rückstau des Blutes vor dem Herzen. Der Druck in den Venen erhöht sich, und je mehr dieser zunimmt, desto mehr wird Flüssigkeit ins umliegende Gewebe abgepresst.

Durch die geringere Pumpleistung des Herzens werden auch die Nieren schlechter durchblutet, wodurch sich ihre Leistung verringert und weniger Wasser und Salz ausgeschieden wird. Dies fördert wiederum Wassereinlagerungen (Ödeme), da Salz zusätzliches Wasser bindet.

Zu viel Salz in der Nahrung kann zudem eine Ursache von Bluthochdruck sein, der wiederum die Entwicklung einer Herzinsuffizienz fördert.

Eine salzarme Ernährung hilft gegen Wassereinlagerungen

Eine salzarme Ernährung ist somit eine sinnvolle Maßnahme um Wassereinlagerungen zu verhindern oder bestehende zu verringern und damit letztendlich ein Symptom der Herzinsuffizienz zu lindern.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, bis zu 2 g Natrium und somit bis zu maximal 5g Salz pro Tag zu konsumieren1 die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kalkuliert etwas großzügiger und kommt auf bis zu 2,5 g Natrium sowie bis zu 6 g Salz pro Tag2. Allerdings sieht die Realität anders aus:

Männer nehmen durchschnittlich 9 –10 g und Frauen 6,5 – 8,4 g Salz täglich zu sich3,4

Ein erster guter Schritt ist auf die Menge des zugefügten Salzes beim Kochen zu achten und auf den Salzstreuer auf dem Tisch zu verzichten. In Europa stecken jedoch 70 – 75 Prozent des verbrauchten Salzes in verarbeiteten Lebensmitteln oder anderen Produkten, über deren Zusammensetzung der Verbraucher keine Kontrolle hat. Vor allem Fertigprodukte, zu denen Brühen und Saucen gehören, enthalten viel verstecktes Salz. Doch auch die Grundnahrungsmittel Brot, Wurst und Käse zählen zu den maßgeblichen Salzlieferanten. Es ist also empfehlenswert beim Einkaufen bewusst auf den Salzgehalt der Nahrungsmittel zu achten, die in den Einkaufswagen wandern. Der angegebene Natriumgehalt verrät Ihnen mit Hilfe einer kleinen Rechnung wieviel Salz in dem Lebensmittel steckt:

Natrium x 2,5 = Salz in Gramm

100g Salami enthalten beispielsweise 2130mg Natrium multipliziert mit 2,5 entspricht dies stolzen 5,3g Salz.

Wahre Salzbomben sind die unten aufgelisteten Lebensmittel, auf diese sollten Sie besser verzichten, damit Ihnen dies aber nicht ganz so schwer fällt, haben wir Ihnen gleich Alternativen zusammengestellt.

Salzbomben

  • Salzig Eingelegtes, wie z.B. Salzhering, Matjeshering

  • Oliven

  • Salzige Knabbersachen, wie z.B. Salzstangen, Chips, geröstete Erdnüsse

  • Gepökelte und geräucherte Fleisch-, Wurst- und Fischprodukte, wie z.B. geräucherter Schinkenspeck, geräucherter und in Öl eingelegter Lachs, Salami, roher Schinken

  • Würziger Käse, wie z.B. Roquefort, Harzerkäse, Feta

  • Fertigbrühen, fertige Würzsaucen und Würzmischungen, wie z.B. gekörnte Brühe, Sambal Oelek, aber auch Sojasauce*, Flüssigwürze wie Maggi und Streuwürze wie Fondor

  • Pommes frites

  • Tiefkühlpizzen

  • Brot, Brötchen und Salzgebäck, wie z.B. Brezeln

  • Heilwasser, wie z.B. Überkinger

*Je nach Sorte ergeben sich unterschiedlich hohe Salzgehalte. Am besten sollte man auf natürlich hergestellte Sojasoße oder salzfreie Sojasoße zurückgreifen.

Salzreich und salzarm – eine kleine Gegenüberstellung 6,7

SalzreichKochsalzgehalt (g/100g)SalzarmKochsalzgehalt (g/100g)
Fischdauerwaren z.B.Fisch frisch z.B.
Salzhering14,8Brasse, Zander;0,06
Lachs geräuchert in Öl10,2Karpfen0,08
Kabeljau geräuchert1,25Kabeljau0,18
Krabben in Dosen2,5Scholle, Steinbeißer;0,26
MatjesheringHering0,29
Salzwasserfischca. 0,3
Süßwasserfischca. 0,2
Gemüse in Dose z.B.Gemüse frisch z.B.
Bohnen grün0,62Erbsen grün, Kürbis;< 0,01
Sauerkraut abgetropft0,9Bohnen grün< 0,01
Paprika< 0,01
Kartoffel, Tomate,< 0,01
Zucchini, Zwiebel;
Meerrettich, Rosen-0,02
kohl, Wirsing;
Pilze in Dose z.B.Pilze frisch z.B.
Champignon0,8Champignon0,02
Pfifferling0,41Pfifferling< 0,01
Backwaren z.B.Getreide, Mehle z.B.
Vollkornbrot mit1,5Roggenmehl< 0,01
SonnenblumenkernenRoggenvollkornmehl< 0,01
Weizenmischbrot1,4Weizenvollkornmehl< 0,01
Weizenbrötchen1,4Reis parboiled,< 0,01
Knäckebrot1,2gekocht
Laugenbrezel1,3Gerstenvollkornmehl0,01
Haferflocken0,01
Käse z.B.Frischkäse z.B.
Roquefort4,53Magerstufe 10% Fett i. Tr.0,08
Harzerkäse3,8
Feta aus Schafmilch3,3
Gouda2,2
Camembert 45% Fett i. Tr.*1,7
Mozzarella 45% Fett i. Tr.*1,3
Emmentaler 45% Fett i. Tr.*0,7
* i. Tr. / In der Trockenmasse
Milchpulver z.BMilchprodukte z.B.
Magermilchpulver1,4Schafsmilch0,08
Vollmilchpulver0,93Schlagsahne 30% Fett0,09
Mascarpone 80% Fett0,1
Naturjoghurt 3,5%0,12
Buttermilch0,14
Magerquark0,2
Wurstwaren z.B.Wurstwaren frisch z.B.
Schinkenspeck6,5Schweinerückenspeck0,05
roh, geräuchert
Salami5,2
Kochschinken2,41
Wiener Würstchen2,4
Leberwurst2,03
Weißwurst1,6
Leberkäse1,5
Fleisch zubereitetFleisch frisch z.B.
hängt von Brat- undEnte0,1
Streichfetten, Sauchen,Rind-, Kalbfleisch0,11
Würzmitteln (s.u.) abPutenschnitzel0,12
Schweineschnitzel0,18
Lammkeule0,2
Fette, Saucen Würzmittel z.B.Fette, Sauchen, Würzmittel z.B.
Brühe, gekörnt62,5Apfelessig< 0,01
Sambal Oelek39,05Butter0,01
Sojasauce15Weinessig0,05
Senf körnig11,5Sauce Bèrnaise0,05
Curryketchup5,75Margarine0,25
Senf mittelscharf3
Ketchup3
Mayonaise1,2
Kräuterbutter0,75
Mineralwässer z.B.Hoher Natriumgehalt* (mg/l)MineralwässerNiedriger Natriumgehalt* (mg/l)
Überkinger1090Evian5
Staatlich Fachinger602Volvi, Krumbach8
Apollinaris380Adelholzener10

* Natrium multipliziert mit 2,5 ergibt den Kochsalzgehalt in Gramm; natriumarm sind Mineralwässer unter 20 mg Natrium pro Liter

Was sind schon 100 Gramm?

Wollten die Verbraucher im empfohlenen Bereich von täglich nicht mehr als 2,5 g Natrium bzw. 6 g Salz bleiben, wären die zu verzehrenden Mengen bei salzreichen Lebensmitteln ganz schnell erreicht:

Salzhering: könnte man nur in Minihappen verspeisen; 1 Portion von 100 g enthält bereits 15 g Salz.

Oliven: mit nur 100 g hätte man schon fast den gesamten Tagesbedarf an Salz abgedeckt; sie enthalten 5,5 g.

Roher Schinken: nur 3 Scheiben haben bereits rund 3,5 g Salz.

Gouda-Käse: 3 – 4 Scheiben schlagen mit 2,2 g Salz zu Buche.

Brötchen: 1 unbelegtes Brötchen enthält rund 1,4 g Salz.

Toastbrot: mit 2 unbelegten Scheiben ist man bereits bei 0,8 g Salz.

Es lohnt sich also, bewusst einzukaufen und den Salzgehalt der Lebensmittel im Auge zu behalten, denn eine salzreduzierte Zubereitung zu Hause reicht oft nicht aus.

Weitere Ernährungstipps, die Herzinsuffizienz-Patienten beachten sollten:

  • Verwenden Sie zum Würzen lieber Gewürze wie Curry oder Kräuter statt Salz zum Würzen.
    Setzen Sie viel frisches Obst und Gemüse auf Ihren Speiseplan.

  • Achten Sie darauf, Käse, Fleisch- und Wurstwaren nur in geringen Mengen zu essen, da sie viel Salz enthalten. Sorten mit besonders hohem Kochsalzgehalt wie Salami und Schmelzkäse am besten ganz vom Speiseplan streichen.

  • Auch Brot gehört zu den Lebensmitteln mit hohem Salzgehalt. Fragen Sie bei Ihrem Bäcker nach dem Salzgehalt in Ihrem bevorzugten Brot und beachten Sie diesen in Ihrem täglichen Salzkonsum.

  • Der einfachste Weg zu salzarmen Brot ist immer noch dieses selbst zu backen. Wenn Sie daran Spaß haben, schaffen Sie sich am besten einen Brotbackautomaten an und achten bei der Backmischung auf den Salzgehalt. Bei Backmischungen ohne Salzgehalt reduzieren Sie einfach die angegebene Salzmenge.

  • Verzichten Sie bei einem Restaurantbesuch möglichst auf Suppen und Soßen, bevorzugen Sie stattdessen Gemüse, Reis, Pellkartoffeln und Fisch.

  • Jeder schlägt einmal über die Strenge und bei einem Restaurantbesuch oder zu Feierlichkeiten ist es vollkommen in Ordnung einer kleinen Ausnahme zu machen und sich etwas zu gönnen. Achten Sie am folgenden Tag als Ausgleich einfach darauf viel Obst und Reis zu sich zu nehmen, denn das entwässert.

  • Die Geschmacksgewohnheiten müssen sich dem neuen Speiseplan erst einmal anpassen. Wer jahrelang gerne nachgesalzen hat, wird bei einer schlagartigen Umstellung auf salzarme Ernährung das Essen als fad empfinden. Besser ist es, die Salzmenge über den Verlauf einiger Wochen langsam zu reduzieren, denn auch mit ein bisschen weniger Salz lässt sich weiterhin genussvoll essen.

Das jahrhundertelang als „weißes Gold“ gepriesene Salz bleibt selbstverständlich ein zentrales Gewürz. Nur müssen wir lernen, uns seiner Wirkung auf den menschlichen Organismus bewusster zu werden. Salz ist für den Menschen lebensnotwendig, aber zu viel davon kann schädlich sein. Beginnen Sie deshalb mit kleinen Schritten.

1 WHO guideline: sodium intake for adults and children. WHO 2012
2 Stellungnahme der DGE zur GDA 10/2007 S.3, online publiziert unter: http://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-GDA.pdf
3 Stellungnahme Nr. 007/2012 des BfR, MRI, und RKI; online publiziert unter: http://bfr.bund.de/
4 DEGS Studie: Salzkonsum in Deutschland: Ergebnisse einer altuellen Studie; online publiziert unter: http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/GesundeErnaehrung/_Texte/DEGS_Salzstudie.html
5  WHO/Europa/Ernährung; online publiziert unter: http://www.euro.who.int/de/health-topics/disease-prevention/nutrition/news/news/2011/10/reducing-salt-intake/frequently-asked-questions-about-salt-in-the-who-european-region
6 Cramm von D, Nolte A: Gut Essen bei Bluthochdruck, Stiftung Warentest, Berlin 2013: 76-81. Klinik für Ernährungsmedizin, Klinikum rechts der Isar, TU München; Direktor Prof. Dr. Hans Hauner: Kochsalzarme Ernährung; April 2011, online publiziert unter: http://www.mri.tum.de/system/files/medizinische_einrichtungen/Kochsalzarme%20Ernaehrung_April%202011.pdf
7 Klinik für Ernährungsmedizin, Klinikum rechts der Isar, TU München; Direktor Prof. Dr. Hans Hauner: Kochsalzarme Ernährung; April 2011, online publiziert unter: http://www.mri.tum.de/system/files/medizinische_einrichtungen/Kochsalzarme%20Ernaehrung_April%202011.pdf