Herzinsuffizienz – was im Notfall zu tun ist

Frau erleidet einen Herzinsuffizienz-Notfall

Wenn die Herzinsuffizienz zum Notfall wird, ist schnelle Behandlung gefragt.

Schwindel, starke Atemnot und Druckgefühl in der Brust: Eine akute Herzinsuffizienz kann sehr plötzlich eintreten. Innerhalb von Minuten oder Stunden bilden sich die typischen Beschwerden aus – für den Betroffenen kann das lebensgefährlich werden. Die akute Herzinsuffizienz ist daher immer als Notfall einzustufen und erfordert sofortige Behandlung sowie eine Krankenhauseinweisung. Doch wie muss die Therapie genau aussehen?

Herzinsuffizienz als Notfall: Wann den Notarzt rufen?

Die Symptome einer akuten Herzinsuffizienz sind in der Regel stark ausgeprägt. Im Notfall macht sich die Erkrankung durch

  • starke Atemnot,

  • ein Druckgefühl in der Brust sowie

  • eine plötzliche Zunahme von Wassereinlagerungen (zum Beispiel geschwollene Knöchel) bemerkbar.

Beobachten Sie diese Beschwerden bei sich selbst oder anderen, sollten Sie sofort einen Notarzt unter 112 rufen. Scheuen Sie nicht, schnellstmöglich Hilfe zu holen – bei Herzinsuffizienz kommt es im Notfall auf jede Sekunde an. Auch bei Ohnmacht benötigt der Betroffene sofortige Behandlung, da der Verlust oder eine Eintrübung des Bewusstseins (zum Beispiel in Form von Schwindel oder verschwommenem Sehen) ein Anzeichen dafür ist, dass das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Ist das der Fall, bekommt das Gewebe zu wenig Sauerstoff: Bleibt dies unbehandelt, können Schädigungen und Einschränkungen die Folge sein, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.

  • Sie sind sich unsicher, ob es sich bei Ihren Beschwerden nicht vielleicht doch eher um einen Herzinfarkt handelt? Das ist gut möglich: Die Symptome einer akuten Herzinsuffizienz und eines Herzinfarkts lassen sich nicht immer klar unterscheiden – umso wichtiger ist es, sofort den Notarzt zu rufen.

Bis der Notarzt bei einem Herzinsuffizienz-Notfall vor Ort ist, sollten anwesende Personen den Betroffenen, wenn er nicht bewusstlos ist, aufsetzen und ihn abstützen, da ihm so das Atmen leichter fällt. Sprechen Sie mit dem Patienten – das lenkt ihn nicht nur ab und kann ihn dadurch beruhigen, sondern trägt auch dazu bei, ihn bei Bewusstsein zu halten. Ist es in der Öffentlichkeit zu den akuten Symptomen gekommen, können Sie zusätzlich versuchen, den Betroffenen vor neugierigen Blicken abzuschirmen und ihm so mehr Ruhe zu ermöglichen.

Ist der Betroffene dagegen bereits bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und geben besonders darauf acht, dass seine Atemwege frei sind und er möglichst gut atmen kann. Halten Sie nach dem Rettungswagen Ausschau und winken Sie ihn, wenn nötig, heran. Sind Sie selbst von den akuten Beschwerden betroffen, gilt vor allem eines: Bleiben Sie so ruhig wie möglich. Rufen Sie mit dem Handy selbst den Arzt oder bitten Sie einen Passanten darum. Bemühen Sie sich um eine ruhige, gleichbleibende Atmung, bis Hilfe eingetroffen ist.

Angehörige und Erkrankte können dem Notarzt die Therapie bei akuter Herzinsuffizienz darüber hinaus erleichtern, indem sie ihm eine Liste mit den aktuell eingenommenen Medikamenten und weitere medizinische Unterlagen wie Entlassungsbriefe aus dem Krankenhaus übergeben.

Akute Herzinsuffizienz: Die Therapie im Notfall

Der Notarzt wird dem Patienten bei einem Herzinsuffizienz-Notfall Sauerstoff zuführen, damit die Sauerstoffsättigung im Blut wieder steigt. Meist erfolgt dies von außen über eine Atemmaske (nicht-invasiv), seltener über das Legen eines Zugangs in die Luftröhre, der sogenannten Intubation (invasive Beatmung). Der Arzt wird zudem permanent die Vitalparameter des Patienten – Blutdruck, Atemfrequenz, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur – überwachen, um möglichst genau nachverfolgen zu können, wie sich der Zustand des Betroffenen entwickelt.

Außerdem leitet der behandelnde Arzt bei akuter Herzinsuffizienz rasch eine medikamentöse Therapie ein. Hier spielen zwei Medikamentengruppen eine wesentliche Rolle – zum einen sogenannte Diuretika, zum anderen die Vasodilatatoren:

  • Diuretika sorgen dafür, dass die Nieren vermehrt Wasser ausscheiden. Der Flüssigkeitsstau in Lunge, Bauch und Beinen verringert sich, die Ödeme bilden sich zurück. Dadurch wird auch das Herz entlastet.

  • Vasodilatatoren sorgen für eine Weitung der Blutgefäße (Dilatation). Das verringert den Gefäßwiderstand und senkt den Blutdruck. In der Folge kann das Blut besser durch den Körper zirkulieren und die Symptome verringern sich.

Im Anschluss an die Behandlung eines Herzinsuffizienz-Notfalls steht die Suche nach den Auslösern im Vordergrund: Warum hat der Körper es nicht mehr geschafft, die Herzschwäche zu kompensieren? Zur Klärung dieser Frage stehen Untersuchungsmethoden wie ein EKG (Elektrokardiogramm), Herzkatheter-Untersuchungen oder auch Laboruntersuchungen des Blutes zur Verfügung. Aus den Ergebnissen können die behandelnden Ärzte weitere Therapieansätze ableiten.

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