Herzinsuffizienz: Innovatives Gewichtsmonitoring mit Telemedizin

Trotz guter medizinischer Versorgung und neu entwickelter Medikamente werden viele Menschen mit chronischen Erkrankungen nicht optimal behandelt. Das gilt auch für Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz, wie die SHAPE-Studie 1 zeigt. Strukturierte Behandlungsprogramme, wie sie in den USA schon seit geraumer Zeit eingesetzt werden, sollen hier eine nachhaltige Verbesserung in der Versorgung chronisch Kranker herbeiführen. Bei Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz ist Gewichtsmonitoring, also die regelmäßige Gewichtskontrolle, ein wichtiger Bestandteil, um den Verlauf der Erkrankung zu kontrollieren und eventuelle Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen. Innovative telemedizinische Ansätze sorgen für eine bessere Behandlung der Patienten und eine Entlastung der behandelnden Ärzte.

Herzinsuffizienz-Patienten brauchen mehr Unterstützung

Durch den demographischen Wandel steigt der Anteil der älteren Bevölkerung in der Gesellschaft. Gleichzeitig überleben durch die verbesserte medizinische Versorgung mehr Menschen einen Herzinfarkt und entwickeln in Folge eine Herzschwäche. Aus diesen Gründen ist die Zahl der Herzinsuffizienz-Diagnosen in deutschen Krankenhäusern von 2000 bis 2009 trotz verbesserter medizinischer Versorgung um mehr als 50 Prozent angestiegen.

Aktuell erhält nur ungefähr ein Drittel der Betroffenen eine Behandlung, die den Leitlinien entspricht.¹ Erschwerend kommt hinzu, dass ein Teil der Patienten, die drei Medikamente pro Tag einnehmen müssen, diese nicht regelmäßig einnehmen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Vergessen, Überforderung oder falsches Einschätzen der Notwendigkeit. Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz leiden häufig auch an Begleiterkrankungen und müssen nicht selten fünf und mehr Medikamente täglich einnehmen.