Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor: Was versteht man darunter?

Tabletten in Herzform: ARNI bei Herzschwäche

Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (ARNI) sind eine Behandlungsoption, wenn ACE-Hemmer und Betablocker keine Verbesserung beim Patienten bewirken.

Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor (ARNI) ist die Bezeichnung für eine Wirkstoffkombination, die seit 2016 bei der Behandlung von Herzschwäche zum Einsatz kommt. Enthalten ist der Wirkstoff Valsartan aus der Gruppe der Sartane und Sacubitril, ein sogenannter Neprilysin-Inhibitor. Was das genau bedeutet, wie ein ARNI wirkt und für wen das Medikament infrage kommt, erfahren Sie hier.

Wie wirken Valsartan und Sacubitril?

Valsartan gehört zur Gruppe der Sartane, die auch als Angiotensin-Rezeptorblocker bezeichnet werden. Arzneimittel mit diesem Wirkstoff haben eine ähnliche Wirkung wie ACE-Hemmer – Durch die Hemmung bestimmter Herz-Kreislauf-Hormone (darunter Angiotensin II) weitet Valsartan die Blutgefäße. Somit verhindert es einen Blutdruckanstieg und entlastet damit das Herz.

Sacubitril ist ein Neprilysin-Inhibitor. Was heißt das? Der Wirkstoff blockiert das Enzym Neprilysin im Körper, das dort verschiedene Aufgaben übernimmt: Es baut Hormone ab, die beispielsweise für die Regulation des Blutdrucks und des Wasserhaushaltes verantwortlich sind und dadurch herzschützend und entwässernd wirken. Die Hemmung des Enzyms Neprilysin verhindert also den Abbau dieser körpereigenen Hormone. Der Blutdruck sinkt und das Herz wird entlastet, weil es insgesamt besser mit Blut versorgt ist.

Welche ARNI-Nebenwirkungen sind bekannt?

Beobachtete Nebenwirkungen der Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren können unter anderem ein zu starkes Absinken des Blutdrucks, zu hohe Kaliumwerte im Blut und Nierenfunktionsstörungen sein. Vereinzelt wurden allergische Reaktionen auf die Wirkstoffe festgestellt. Außerdem kann sich ein sogenanntes Angioödem zeigen, eine Schwellung, die überall am Körper auftreten kann, aber vorwiegend im Gesicht, an den Lippen oder am Hals erscheint.

Weitere Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Die Einnahme von ARNI erfordert, wie andere Wirkstoffe bei Herzinsuffizienz, regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, Kalium- und Nierenwerten. Am Anfang der Behandlung müssen Patienten daher häufiger den Arzt aufsuchen, später finden die Kontrollen mindestens einmal im Quartal statt.

Was ist bei der Behandlung mit einem ARNI zu beachten?

Ein Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor kommt bei der Behandlung von Herzschwäche dann in Betracht, wenn Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz im Stadium 2 bis 4 trotz der bisherigen Einnahme eines ACE-Hemmers und eines Betablockers keine Verbesserung erfahren und weiterhin unter Symptomen leiden. Vorsicht ist bei der Umstellung von ACE-Hemmern auf den ARNI geboten. Der ACE-Hemmer muss mindestens 36 Stunden zuvor abgesetzt werden. Die zeitgleiche Einnahme von ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptorblockern ist nicht möglich, aufgrund des möglichen Risikos von Nebenwirkungen.

Bei Nierenfunktions- oder Leberstörungen kommt der Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor nicht immer als Medikament infrage. Bei schweren Leberkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit darf die Wirkstoffkombination nicht verwendet werden.