Die globale Herzinsuffizienz: Wenn beide Herzkammern schwächeln

Mann mit globaler Herzinsuffizienz ruht sich erschöpft an einem Baum aus

Wer beim Spazierengehen schnell erschöpft ist, leidet unter Umständen an globaler Herzschwäche.

Das menschliche Herz pumpt pro Tag zwischen 7.000 und 10.000 Liter Blut durch unseren Körper. Diese enorme Leistung kann es nur vollbringen, wenn es gesund ist und selbst gut mit Blut versorgt wird. Bei einer globalen Herzinsuffizienz sind beide Herzkammern dieses wichtigen Organs versteift oder zu schwach, um eine ausreichende Menge an Blut zu befördern. Wir zeigen Ihnen, welche Auswirkungen dies hat und an welchen Symptomen Sie eine globale Herzinsuffizienz erkennen.

Die Symptome einer globalen Herzinsuffizienz

Ist nicht nur eine Herzhälfte, sondern das ganze Organ erkrankt, spricht man von globaler Herzinsuffizienz. Der Patient leidet dann gleichzeitig an Linksherz– und Rechtsherzinsuffizienz, weshalb Anzeichen beider Unterformen auftreten können. Wichtige Symptome einer globalen Herzinsuffizienz sind:

  • Atemnot, verminderte körperliche Belastbarkeit, Erschöpfung, Husten, eventuell rasselnde Atemgeräusche (wie bei der linksseitigen Herzschwäche)
  • geschwollene Knöchel, Fußrücken und Beine; gestaute und erweiterte Blutgefäße am Hals; plötzliche Gewichtszunahme von mehr als 0,5 Kilogramm an einem Tag oder 2 Kilogramm in der Woche (wie bei der rechtsseitigen Herzschwäche)
  • häufiges nächtliches Wasserlassen
  • Herzrhythmusstörungen

Geschwollene Knöchel oder rasselnde Atemgeräusche weisen auf Wassereinlagerungen (Ödeme) im Körper hin. Sie gehören zu den Hauptsymptomen einer globalen Herzinsuffizienz. Ödeme entstehen dadurch, dass sich das Blut vor dem Herzen staut, weil das Herz aus den verschiedensten Gründen mit dem Rücktransport überfordert ist. Durch den zunehmenden Druck in den Blutgefäßen werden die flüssigen Bestandteile des Blutes ins umliegende Gewebe gepresst. In der Nacht wird ein Teil dieser Wassereinlagerungen aus dem Gewebe mobilisiert und über die Nieren ausgeschieden. Betroffene müssen deswegen häufig die Toilette aufsuchen.

Was passiert bei einer globalen Herzinsuffizienz?

Bei der globalen Herzinsuffizienz arbeiten beide Herzhälften nicht mehr so zuverlässig, wie normal. Um zu verstehen, was bei der globalen Herzschwäche passiert, zur Erinnerung, welchen Weg das Blut durch ein gesundes Herz nimmt:

  1. In der Lunge wird es mit Sauerstoff angereichert und gelangt in den linken Vorhof und über ihn in die linke Herzkammer.
  2. Von dort wird es mit großem Druck über die Arterien des Körpers bis in die kleinsten Gefäßverzweigungen transportiert.
  3. Hat das Blut den aufgenommenen Sauerstoff abgegeben, gelangt es zurück in den rechten Vorhof des Herzens und durch ihn in die rechte Herzkammer.
  4. Aus der rechten Herzkammer fließt das sauerstoffarme Blut in die Lunge und wird dort mit Sauerstoff angereichert, um erneut auf Reise durch den Körper zu gehen.

Informieren Sie sich in unserem Video jetzt über den Fluss des Blutes im Herzen:

Bei der globalen Herzinsuffizienz kann die linke Herzhälfte das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge nicht mehr ausreichend in den Körper verteilt werden. Dies kann zwei Gründe haben: Entweder kann sich die geschwächte linke Herzhälfte nicht mehr wie gewohnt zusammenziehen und daher schlechter pumpen (systolische Herzinsuffizienz). Oder aber die linke Herzkammer ist versteift und nimmt dadurch weniger Blut auf (diastolische Herzinsuffizienz).

Zusätzlich arbeitet die rechte Herzhälfte nicht mehr richtig, sodass das sauerstoffarme Blut aus dem Körper nicht mehr in vollem Umfang zur Lunge transportiert wird.

Rückwärts- und Vorwärtsversagen bei der globalen Herzinsuffizienz

Durch die beidseitige Pumpschwäche des Herzens kann es bei einer globalen Herzinsuffizienz sowohl zum Vorwärts- als auch zum Rückwärtsversagen kommen:

  • Beim Rückwärtsversagen staut sich Blut in der Lunge oder in den Beinen, Füßen und Knöcheln, weil die Kraft des Herzens nicht ausreicht, das Blut zum Herzen zurück zu transportieren.
  • Beim Vorwärtsversagen kommt durch die Herzschwäche weniger sauerstoffreiches Blut vom Herzen bei den Organen und Muskeln an.
Bei einer globalen Herzinsuffizienz kommt es zum Vorwärts- und Rückwärtsversagen des Herzens.

Die Pumpkraft des Herzens kann in zwei Richtungen geschwächt sein.
(Klick zum vergrößern)

Ein rückwärtsversagendes Herz zeichnet sich vor allem durch Wassereinlagerungen (Ödeme) aus. In der Lunge können diese zu Atemnot führen. Das Vorwärtsversagen führt dazu, dass sich Betroffene schnell erschöpft und kurzatmig fühlen, da ihnen der nötige Sauerstoff für körperliche Belastungen fehlt.

Tipp: Falls Sie die Symptome einer globalen Herzinsuffizienz bei sich oder einem Angehörigen wahrnehmen, zögern Sie nicht, sich fachkundige Hilfe zu holen. Rechtzeitig behandelt steigen die Chancen, die Symptome in den Griff zu bekommen.