Die chronische Herzinsuffizienz: Schleichende Verschlechterung der Herzleistung

Chronische Herzinsuffizienz beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit: Opa mit Enkelsohn auf der Wiese

Eine chronische Herzschwäche schleicht sich langsam in den Alltag, zum Beispiel durch Atemnot bei Bewegung.

Atemnot ist in vielen Situationen eine normale Reaktion des Körpers. Wer 200 Meter zur S-Bahn sprintet oder einen Berg hinauf joggt, benötigt mehr Sauerstoff, wodurch der Körper die Atmung beschleunigt. Wer allerdings schon bei leichten Belastungen wie kurzem Treppensteigen außer Atem gerät, sollte hellhörig werden. Hier kann eine beginnende Herzschwäche hinter den Beschwerden stecken, die Fachleute als chronische Herzinsuffizienz bezeichnen.

Wie erkennt man eine chronische Herzinsuffizienz?

Bei chronischer Herzinsuffizienz handelt es sich um eine fortschreitende Herzerkrankung. Hierbei ist die Pumpfunktion des Herzens vermindert, sodass nicht mehr genügend Blut und damit Sauerstoff und Nährstoffe zu Organen und anderen Körperbereichen gelangen.

Eine Sonderstellung nimmt die diastolische Herzinsuffizienz ein, bei der die Pumpleistung normal sein kann, während die Fähigkeit der linken Herzkammer reduziert ist, Blut aufzunehmen.

Andes als die akute Verlaufsform entwickeln sich die Symptome einer chronischen Herzinsuffizienz schleichend und oftmals über Jahre hinweg. Typische Anzeichen sind zum Beispiel:

  • Kurzatmigkeit
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • geschwollene Knöchel, Fußrücken und Schienbeine
  • Niedergeschlagenheit
  • Atemprobleme beim Liegen
  • Kälte in Fingern und Füßen
  • Husten

Gefährlich ist die chronische Herzinsuffizienz, weil die Symptome von den Betroffenen zunächst nicht wahrgenommen werden. Dies hat zwei Gründe: Zum einen kann der Körper die verminderte Pumpleistung des Herzens anfangs noch durch sogenannte Kompensationsmaßnahmen ausgleichen, zum anderen werden Anzeichen wie Atemnot als natürliche Alterserscheinungen fehlinterpretiert. Eine Bagatellisierung der Herzschwäche kann für Betroffene dramatische Folgen haben:

Unbehandelt schreitet eine chronische Herzinsuffizienz immer weiter fort. Fast 50 000 Patienten sterben in Deutschland pro Jahr an Herzinsuffizienz.

Je früher eine chronische Herzinsuffizienz erkannt wird, desto besser kann die richtige Behandlung die Erkrankung aufhalten oder verlangsamen. Zögern Sie deshalb nicht, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie eines oder mehrere der genannten Symptome bei sich bemerken.

Was verursacht eine chronische Herzinsuffizienz?

Wie kommt es dazu, dass das Herz schwächelt und bei körperlichen Aktivitäten nicht mehr so richtig mitmachen will? Um den Verlauf der Herzschwäche richtig zu verstehen, muss man wissen, dass die chronische Herzinsuffizienz keine eigenständige Erkrankung ist, sondern durch verschiedene Grunderkrankungen hervorgerufen werden kann. Zu den beiden wichtigsten zählen:

  • die Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit): Die Herzkranzgefäße versorgen das Herz selbst mit Blut. Durch Risikofaktoren wie fett- und kalorienreiche Nahrungsmittel, mangelnde Bewegung oder Tabakrauch können sich Ablagerungen an den Gefäßwänden bilden. Dadurch kann es passieren, dass jahrelang zu wenig Blut zum Herzen gelangt – das Herz wird schwächer. Aber auch ein plötzlicher Verschluss der Herzkranzgefäße (Herzinfarkt) kann in der Folge zu einer chronischen Herzinsuffizienz führen. Das liegt daran, dass Herzgewebe abstirbt, welches sich daraufhin nicht mehr an der Pumpfunktion beteiligen kann. Folglich kann das Herz weniger Blut pumpen, wodurch sich die Versorgung der Organe verschlechtert.
  • ein hoher Blutdruck: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck führt dazu, dass das Herz mehr Druck aushalten muss. In der Folge verdicken sich die Herzmuskelfasern, das Herz wird schwerer und größer, somit aber auch weniger elastisch. Das starre Herz kann weniger Blut aufnehmen und wird dadurch schwächer.
    Neben diesen beiden Faktoren spielen jedoch noch weitere Ursachen eine Rolle, zum Beispiel eine Störung der Herzklappen oder eine Herzmuskelentzündung. Um die Herzschwäche zu behandeln, müssen also zunächst die zugrundeliegenden Probleme unter Kontrolle gebracht werden.

Wie verläuft eine chronische Herzinsuffizienz?

Unbehandelt nimmt die Leistung des geschwächten Herzens weiter ab, sodass die Lebensqualität der Betroffenen leidet. Eine Untersuchung beim Arzt bringt Klarheit über den Zustand des Herzens.

Wenn die Diagnose Herzinsuffizienz feststeht, nutzen Ärzte die Einteilung der New York Heart Association (NYHA), um diese in einen Schweregrad einzustufen.

Die NYHA teilt die Herzinsuffizienz je nach Beschwerdebild in vier Stadien ein. Anfangs rufen nur stärkere körperliche Belastungen Erschöpfung oder Luftnot hervor. Im letzten Stadium sind alltägliche Tätigkeiten kaum möglich und die Patienten sind häufig bettlägerig.

Zudem kann sich aus einer chronischen Herzinsuffizienz eine akute Herzschwäche entwickeln, weil das Herz nicht mehr in der Lage ist, die „Dauerlast“ auszugleichen. Damit es nicht so weit kommt, ist die umfassende Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz unter ärztlicher Aufsicht von großer Bedeutung.

Linktipp: Wie Sie einer chronischen Herzschwäche vorbeugen können, erfahren Sie in unserer übersichtlichen Klappkarte