Herzinsuffizienz und die Begleiterkrankungen

Wegen seiner Herzinsuffizienz wird ein Mann von einem Arzt auf Begleiterkrankungen untersucht.

Ein Arzt stellt eine Begleiterkrankung einer Herzinsuffizienz fest.

Die Herzinsuffizienz ist eine chronische Erkrankung, von der vor allem ältere Menschen betroffen sind. Mehr als 60 Prozent der Erkrankten sind in der Altersgruppe zwischen 66 und 85 Jahren, knapp unter 10 Prozent der Erkrankten sind nicht älter als 65 Jahre. Aufgrund des hohen Alters leiden die Patienten mit Herzschwäche häufig unter Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes, den sogenannten Komorbiditäten, die wiederum den Verlauf der Herzinsuffizienz und die Lebensqualität der Betroffenen maßgeblich beeinflussen.

Herzinsuffizienz-Behandlung: Begleiterkrankungen müssen beachtet werden

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz treten häufig auch andere Krankheiten auf, die sogenannten Begleiterkrankungen oder Komorbiditäten. Etwa 50 Prozent der betroffenen Patienten haben mehr als fünf verschiedene Begleiterkrankungen. Die häufigsten Begleiterkrankungen sind: Nierenschwäche, Diabetes mellitus, Eisenmangel, Anämie, Bluthochdruck und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD).

Häufige Begleiterkrankungen einer Herzinsuffizienz

Nierenschwäche

Mit der Schwere der Herzinsuffizienz und zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit für eine Nierenschwäche oder Niereninsuffizienz, wie der Fachmann sagt. Diese kann wiederum zu einem erhöhten Blutdruck, einem Ansteigen der Blutfettwerte und einer Vergrößerung der linken Herzkammer führen. Das wiederum sind Risikofaktoren, die zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz beitragen.

Diabetes mellitus

Auch Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit, ist bei 40 Prozent der Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz als Begleiterkrankung anzutreffen. Durch die Zuckerkrankheit entstehen Veränderungen am Herzmuskel, die auch zu einer Vergrößerung der linken Herzkammer und Herzinsuffizienz führen können. Durch Diabetes mellitus erhöht sich das Risiko, an einer chronischen Herzinsuffizienz zu erkranken, bei Männern um das Zweifache und bei Frauen sogar um das Fünffache.

Eisenmangel und Anämie

Eine häufige Begleiterkrankung ist die Anämie, die Blutarmut. 20 bis 50 Prozent der Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz leiden unter Eisenmangel und Anämie. Mit fortschreitendem Alter, Funktionseinschränkungen der Niere und anderen Begleiterkrankungen verschlechtern sich Eisenmangel und Blutarmut. Eisen ist das zentrale Atom im Hämoglobinmolekül, dem Sauerstofftransporteur im Blut. Bei einem Eisenmangel wird die Sauerstoffversorgung zusätzlich verschlechtert, was die Beschwerden von Menschen mit Herzschwäche verstärkt.

Bluthochdruck

Bluthochduck ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – er spielt eine wichtige Rolle bei Entstehung und Verlauf der chronischen Herzinsuffizienz. Durch unbehandelten Bluthochdruck steigt das Risiko, innerhalb von 20 Jahren an einer chronischen Herzinsuffizienz zu erkranken, bei Männern um den Faktor 2 und bei Frauen sogar um den Faktor 3.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)

20 bis 30 Prozent der Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz entwickeln auch eine COPD, also eine Erkrankung der Lunge, die durch Husten, Auswurf und Atemnot bei Belastung gekennzeichnet ist. Hier ist es für den Arzt besonders schwer, die Begleiterkrankung zu erkennen, da sich die Symptome mit denen der Herzschwäche überschneiden. Die häufigste Ursache für COPD ist das Rauchen, weshalb es besonders wichtig ist, bei bestehender Herzinsuffizienz mit dem Rauchen aufzuhören.
Diese Begleiterkrankungen müssen vom Arzt bei der Behandlung der Herzinsuffizienz unbedingt beachtet werden – aus verschiedenen Gründen:

Begleiterkrankungen beeinflussen den Verlauf der Herzinsuffizienz und können die Entwicklung der Herzschwäche verschlechtern, weshalb sie bei der Planung des Therapiekonzepts berücksichtigt werden müssen.

Durch die Begleiterkrankungen können die Behandlungsmöglichkeiten für die Herzinsuffizienz eingeschränkt sein. Zum Beispiel, weil bestimmte Medikamente, die zur Behandlung der Herzinsuffizienz eingesetzt werden, wegen der Begleiterkrankung nicht verwendet werden können.

Auch können die zur Behandlung der Begleiterkrankungen eingesetzten Medikamente die Herzinsuffizienz verstärken oder es kann unter den Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Medikamente auch immer genau nach verordneten Plan und nach der Anweisung Ihres Arztes einnehmen.