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Der Begriff kardiovaskuläre Erkrankung fasst alle Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße zusammen. Werden diese nicht konsequent behandelt, sind unter Umständen schwere Folgen möglich. Auf bestimmte Risikofaktoren haben wir leider keinen Einfluss. Die Gefahr einer Erkrankung lässt sich jedoch durch einen gesunden Lebensstil und gegebenenfalls die Einnahme von Medikamenten zumindest minimieren. Informieren Sie sich hier über Ursachen, Häufigkeit und Vorbeugemaßnahmen kardiovaskulärer Erkrankungen.

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Frau beruhigt ihren Mann, der an einer kardiovaskulären Erkrankung leidet.
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Von Bluthochdruck bis Herzinsuffizienz: An kardiovaskulären Erkrankungen leiden viele Menschen.

Definition: Was sind kardiovaskuläre Erkrankungen?

Unter kardiovaskulären Erkrankungen verstehen Mediziner eine Gruppe verschiedener Erkrankungen, die meist chronisch verlaufen und das Herz und die Blutgefäße betreffen.1 Dazu gehören beispielsweise:

  • Bluthochdruck: dauerhafte Erhöhung der Blutdruckwerte
  • Herzrhythmusstörungen: unregelmäßiges Schlagen des Herzes („Stolpern“)
  • koronare Herzkrankheit (KHK): Verengung der Herzkranzgefäße die zu Durchblutungsstörungen führt
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Entzündung des Herzmuskels, beispielsweise durch Viren oder Bakterien
  • Herzklappenerkrankung [Linkziel: /herzinsuffizienz/ursachen-risikofaktoren/herzklappenfehler]: durch Schäden an den Herzklappen kann das Herz beispielsweise nicht mehr genügend Blut in den Körper pumpen2
  • Herzinsuffizienz: verminderte Blutversorgung von Muskulatur, Lunge und allen anderen Organen durch Schwächung des Herzmuskels
  • Kardiomyopathie: Vergrößerung und Leistungsabnahme des Herzens
  • Herzinfarkt: Verschluss eines Herzkranzgefäßes, meistens bedingt durch ein Blutgerinnsel
  • Schlaganfall: akute Durchblutungsstörung des Gehirns, die zu einem plötzlichen Ausfall bestimmter Gehirnfunktionen führt
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Verengung von Arterien, die Arme oder Beine mit Sauerstoff versorgen („Schaufensterkrankheit“)3

Häufigkeit von kardiovaskulären Erkrankungen in Deutschland

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten als häufigste Todesursache in Deutschland. Im Jahr 2019 waren sie für 35 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. 331.200 Menschen starben an den Folgen kardiovaskulärer Erkrankungen (zum Beispiel Herzinfarkt oder Herzschwäche) sowie Kreislauferkrankungen (wie einer Lungenembolie) – weit mehr als an Krebserkrankungen.4

Dabei entfielen die meisten Diagnosen (58 Prozent) auf Männer.5 Die Anzahl der Todesfälle, die auf kardiovaskuläre Erkrankungen zurückzuführen sind, war hingegen bei den Frauen höher. Ein Grund dafür ist der Herzinfarkt. Dieser tritt zwar tatsächlich öfter bei Männern auf, jedoch haben Frauen eine schlechtere Chance auf Genesung. Denn bei ihnen sind die klassischen Symptome wie Brustschmerzen meist weniger eindeutig ausgeprägt, weshalb oft viel wertvolle Zeit verstreicht, bis der Notruf verständigt wird.6

Kardiovaskuläre Erkrankungen – viele Symptome, meist eine Ursache

So vielfältig Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind, Hauptursache allen Übels ist meist die Arteriosklerose – einer krankhaften Veränderung der Arterien, die mit einer Verdickung und einem Elastizitätsverlust einhergeht und schließlich zur Verengung des Gefäßes führt. Häufig wird der Ausdruck synonym zu Atherosklerose verwendet, tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch um einen Oberbegriff. Die Atherosklerose ist die häufigste Form der Arteriosklerose.7

Bei einer Arteriosklerose lagert sich Cholesterin und andere Bestandteile des Blutes an den Innenwänden arterieller Blutgefäße ab.8 Diese Einlagerungen, sogenannte Plaques, verengen die Blutgefäße manchmal so sehr, dass sie an Flexibilität verlieren und spröde werden. Zudem besteht die Gefahr, dass die Blutgefäße einreißen und sich Blutgerinnsel bilden, die die Gefäße verstopfen. Schlimmstenfalls kann so die Sauerstoffversorgung von Organen beeinträchtigt werden. Das hat unter Umständen lebensbedrohliche Komplikationen, wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, zur Folge.

Das Tückische an der Arteriosklerose ist zudem, dass sie von Betroffenen lange unbemerkt bleibt. Denn die Gefäßverkalkung verursacht zunächst keine Symptome. Umso wichtiger ist es, regelmäßig die Cholesterinwerte und den Blutdruck beim Arzt untersuchen zu lassen.

Welche Faktoren beeinflussen das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen?

Leider lässt sich das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen nicht vollständig minimieren, da gewisse Faktoren wie das Alter, Geschlecht oder eine familiäre Veranlagung nicht beeinflussbar sind. Andere lassen sich durch eine gesunde Lebensweise und rechtzeitige Vorsorge jedoch verringern oder gar ausschalten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Diabetes mellitus (Typ 2)
  • Übergewicht
  • Fettstoffwechselstörung durch erhöhte Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie)
  • Rauchen
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • ungenügend körperliche Betätigung
  • ungesunde Ernährung
  • Bluthochdruck9,10
Ärztin hört das Herz einer Patientin mit kardiovaskulärer Erkrankung ab.
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Durch regelmäßige Arztbesuche können kardiovaskuläre Erkrankungen oftmals frühzeitig erkannt werden.

Durch einen bewussten Lebensstil mit viel Bewegung und gesunder Ernährung können Sie viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern oder den Verlauf verzögern sowie Ihre Blutgefäße stärken.

Bluthochdruck und Arteriosklerose: Eine gefährliche Kombi

Hoher Blutdruck wirkt sich negativ auf Blutgefäße, insbesondere die Arterien aus. Aufgrund des erhöhten Drucks entstehen Verengungen und die Wände verdicken sich. Diese Gefäßveränderungen behindern wiederum den Blutstrom, wodurch der Blutdruck weiter steigt – ein Teufelskreis. Zudem verhärtet sich die Arterienwand. Cholesterin lagert sich an den Arterienwänden ab und es kann zu einer Arteriosklerose kommen.11

Untersuchungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Entsprechend der Vielzahl an Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen dem Arzt auch verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Zur Standarddiagnostik zählen die Blutdruckmessung und Blutuntersuchungen, die beispielsweise Aufschluss über die Cholesterinwerte geben. Bei Verdacht auf eine Herzerkrankung verweist der Hausarzt seine Patienten in der Regel an einen Spezialisten – den Kardiologen.

Je nach Beschwerden veranlasst der Facharzt weitere Untersuchungen. Mithilfe eines Elektrokardiodiagramms kann er beispielsweise Herzrhythmusstörungen und Durchblutungsstörungen des Herzmuskels erkennen. Eine sogenannte Echokardiographie (Herzultraschall) ist hingegen bei Verdacht auf einen Herzklappenfehler hilfreich. Zudem kommen oft auch weitere bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie zum Einsatz. Der behandelnde Kardiologe wird Sie ausführlich über die Diagnosemethoden informieren.

Therapieoptionen bei kardiovaskulären Erkrankungen

Abhängig von der gestellten Diagnose berät Sie der Arzt auch über mögliche Behandlungen. Viele Erkrankungen werden mit Medikamenten therapiert. Manchmal sind aber auch operative Eingriffe notwendig.

Medikamente bei kardiovaskulären Erkrankungen

Zu den wichtigsten Herzmedikamenten gehören beispielsweise:

  • Blutdrucksenker (wie ACE-Hemmer oder Betablocker) bei Hypertonie12
  • gerinnungshemmende Medikamente (um Blutgerinnsel vorzubeugen)
  • Antiarrhythmika (bei Herzrhythmusstörungen)
  • Cholesterinsenker 

Wichtig:

Begleitend zur ärztlichen Behandlung können Sie selbst aktiv werden und den Therapieerfolg durch Sport und gesunde Ernährung positiv beeinflussen.

Operationen bei kardiovaskulären Erkrankungen

Bei anderen Erkrankungen müssen hingegen Operationen durchgeführt werden, etwa wenn Blutgefäße stark verengt oder verstopft sind. Dann setzen Kardiologen oft einen sogenannten Stent. Das ist ein kleines Röhrchen aus Metall oder Kunststoff, das an eine Engstelle geschoben wird und ein Gefäß dauerhaft offen hält. Ist dies nicht möglich, legen Ärzte einen Bypass, um den Blutfluss an Engstellen vorbeizuführen.13 Bei Herzklappenfehlern ist hingegen eine Herzklappen-OP erforderlich.

FAQs: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu kardiovaskulären Erkrankungen

Was ist eine kardiovaskuläre Erkrankung?

Die Bezeichnung setzt sich aus dem griechischen Wort „kardio“ (= Herz) und dem lateinischen „vas“ (= Gefäß) zusammen. Dies erklärt auch die Bedeutung. Es handelt sich um Erkrankungen, die das Herz und Gefäßsystem betreffen.14

Wie entstehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind ein Sammelbegriff für viele Krankheiten wie Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen. Folglich variieren auch die Ursachen. Dennoch liegt den meisten kardiovaskulären Erkrankungen eine sogenannte Arteriosklerose, Gefäßverkalkung, zugrunde.

Ist Bluthochdruck eine Herzerkrankung?

Bluthochdruck, auch Hypertonie, ist eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, bei der der Druck in den Gefäßen dauerhaft zu hoch ist. Dieser Zustand kann jedoch die Entstehung von Herzerkrankungen begünstigen.15

Lassen sich kardiovaskuläre Erkrankungen vorbeugen?

Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Tabakkonsum schaffen die beste Voraussetzung, um Herzerkrankungen vorzubeugen. Zudem sollten Sie Ihre Blutwerte regelmäßig beim Arzt überprüfen und Ihren Blutdruck messen lassen.

1Bundesministerium für Bildung und Forschung: Herz-Kreislauf-Erkrankungen. URL: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/herz-kreislauf-erkrankungen-6297.php (05.07.2021).
2Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Herzklappenfehler. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/herzklappenfehler.html (07.07.2021).
3Bundesverband Niedergelassener Kardiologen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen. URL: https://www.bnk.de/herz-kreislauf-erkrankungen.html (05.07.2021).
4Deutsche Herzstiftung e.V.: Deutscher Herzbericht 2020: Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 4.
5Ebd. S. 32.
6Deutsche Herzstiftung: Herzinfarkt bei Frauen: Diese Symptome sollten Sie kennen! URL: https://www.herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzinfarkt/anzeichen/herzinfarkt-frauen-symptome (12.07.2021).
7Debus, E. et al. Ursachen und Risikofaktoren der Arteriosklerose. Gefässchirurgie 18, S. 544–550 (2013).
8Thanassoulis, G. & Afshar, M.: Atherosklerose. URL: https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/herz-und-gef%C3%A4%C3%9Fkrankheiten/atherosklerose/atherosklerose (07.07.2021).
9Robert-Koch-Institut: Herz-Kreislauf-Erkrankungen. URL: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/Chronische_Erkrankungen/HKK/herzkreislauf_tab.html (06.07.2021).
10Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.: Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. URL: https://dzhk.de/herz-kreislauf-erkrankungen/praevention/ (06.07.2021).
11Meinertz: T.: Katastrophal: die Folgen des Bluthochdrucks. In: Deutsche Herzstiftung: Bluthochdruck: Was tun? S.14-S.19.
12Herzstiftung: Blutdruck senken: Welche Blutdrucksenker gibt es? URL: https://www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck/blutdruck-senken (06.07.2021).
13Shea. M.: Koronararterielle Bypass-Operation (CABG). URL: https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/herz-kreislauf-krankheiten/kardiovaskul%C3%A4re-tests-und-verfahren/koronararterielle-bypass-operation-cabg (06.07.2021).
14Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): kardiovaskulär. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/glossar/kardiovaskulaer.html (06.07.2021).
15Herzstiftung: Was ist Bluthochdruck? URL: https://www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck/was-ist-bluthochdruck (06.07.2021).

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