It looks like you are using an older version of Internet Explorer which is not supported. We advise that you update your browser to the latest version of Microsoft Edge, or consider using other browsers such as Chrome, Firefox or Safari.

Betarezeptorenblocker, auch Betarezeptorblocker oder einfach Betablocker genannt, kommen vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie der Herzinsuffizienz zum Einsatz. Sie schützen das Herz und weitere Organe vor den ungünstigen Auswirkungen der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Mehr über die Wirkung und Nebenwirkungen von Betablockern und was bei der Einnahme zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Medikamentenbox enthält Betablocker und andere Tabletten, die in einzelne Fächer für morgens, mittags, abends und nachts unterteilt sind.
AdobeStock_82782608_Gundolf Renze

Patienten teilen sich Betablocker und andere Tabletten bei Herzinsuffizienz für eine kontrollierte, tägliche Einnahme am besten in einer Medikamentenbox ein.

Betablocker und ihre regulierende Wirkung

Betablocker finden bei Herzinsuffizienz Verwendung, um den Pulsschlag zu verlangsamen, den Blutdruck zu senken und das Herz zu entlasten. Da Betablocker ungünstige Wirkungen bedingt durch Stresshormone ausbremsen, können sie darüber hinaus Herzrhythmusstörungen reduzieren und einer krankhaften Herzvergrößerung vorbeugen.

Betablocker  oder Betarezeptorenblocker?

Betablocker ist der umgangssprachliche Begriff für Betarezeptorenblocker. Die Begrifflichkeiten werden im Folgenden gleichgesetzt. 
 

Der Name der Betablocker sagt einiges darüber aus, was die Medikamente eigentlich sind und wie sie wirken: Sie blockieren sogenannte Betarezeptoren im Körper, an die normalerweise Stresshormone binden. Befindet sich ein Mensch beispielsweise in einer Prüfungssituation, schüttet der Körper Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin aus. Diese docken an die Betarezeptoren an, wodurch ein Signal an das Nervensystem gesendet wird. Der Organismus stellt sich darauf ein, Höchstleistungen zu erbringen, weshalb Puls und Blutdruck ansteigen und das Herz stärker pumpen muss. Betablocker unterbinden das Andocken der Stresshormone an die Rezeptoren – Puls und Blutdruck bleiben stabil, was in der Folge Herz und andere Organe entlastet.

Betablocker bei Herzinsuffizienz

Betablocker kommen vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Einsatz – und gelten somit auch als gängiges Medikament zur Behandlung einer Herzinsuffizienz.  Die Einnahme sollte allerdings nicht in einer stabilen Phase der Herzinsuffizienz erfolgen, da sich zu Beginn der Therapie das Beschwerdebild vorübergehend verschlechtern kann. Meist sind Betablocker bei Herzinsuffizienz ab dem zweiten Stadium sinnvoll.
Aber wie schnell wirken Betablocker eigentlich? Patienten sollten vorab wissen, dass sich die gewünschte Wirkung oft erst nach einiger Zeit einstellt und sie etwas Geduld aufbringen müssen, bis ein positiver Effekt der Betablocker einsetzt. Für Patienten, die einen niedrigen Blutdruck oder Puls haben, kommen Betablocker nicht infrage – das Medikament würde die Werte zusätzlich senken. Auch bei Asthma-Patienten verzichten Mediziner in der Regel auf Betablocker, da sie zu einer bronchialen Hyperreagibilität, also einer Überempfindlichkeit der Atemwege, führen können.2  

Nebenwirkungen von Betablockern

Betablocker senken den Blutdruck und verlangsamen den Herzschlag– das entlastet zum einen zwar Organe wie das Herz und den Darm, kann sich zum anderen jedoch auch negativ auswirken. Bei der Einnahme von Betablockern sind unter anderem folgende Nebenwirkungen bekannt:3

  • Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Schwindel
  • kalte Hände und Füße
  • Erektionsprobleme
  • Asthmaanfälle (bei Patienten mit Asthma bronchiale)

Häufig wird auch beobachtet, dass Betablocker eine Gewichtszunahme mit sich bringen. Weitere Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der jeweiligen Packungsbeilage oder fragen Ihren Arzt und Apotheker.

Einnahme von Betablockern

Viele Patienten stellen sich die Frage, ob sie die verschriebenen Betablocker morgens oder abends einnehmen müssen. Eine Studie untersuchte die Unterschiede, die sich bei einer morgendlichen Einnahme verglichen mit abends ergeben: Sie zeigte, dass die abendliche Einnahme blutdrucksenkender Medikamente – zu denen auch Betablocker gehören – das Risiko eines Herzinfarktes um 44 Prozent verringerte.4 Die Wahrscheinlichkeit, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, lag sogar 66 Prozent niedriger.5 Mediziner tendieren demnach dazu, den Einnahmezeitpunkt auf den Abend zu legen.

Im Grunde gilt jedoch immer: Es ist essenziell, dass Betroffene nicht auf eigene Faust agieren. Sie sollten alles mit ihrem behandelnden Arzt absprechen, um negative Auswirkungen zu verhindern!

Herzinsuffizienz-Patientin sitzt mit Ärztin an einem Tisch und bespricht die richtige Einnahme von Betablockern.
AdobeStock_302728896_pucko_ns

Bei der Behandlung einer Herzinsuffizienz mit Betablockern ist es äußerst wichtig, dass sich Betroffene eng mit ihrem Arzt abstimmen.

Betablocker nicht eigenmächtig absetzen

Muss ein Patient die Medikamenteneinnahme abbrechen, da sich eine Unverträglichkeit zeigt oder weil der Mediziner ein anderes Mittel verordnet, darf er den Betablocker nicht abrupt absetzen. Andernfalls können eine überschießende Herzfrequenz und Bluthochdruck sowie Herzrhythmusstörungen entstehen. Aus diesem Grund muss der Betablocker nur stufenweise ausgeschlichen werden und der Patient sollte ihn niemals auf eigene Faust absetzen.

Gleiches gilt im umgekehrten Fall: Wie auch ACE-Hemmer werden Betablocker am Anfang der Behandlung eingeschlichen, also langsam steigend dosiert, um Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Der zuständige Arzt erhöht die Konzentration des Wirkstoffs über Wochen, bis die gewünschte Wirkstoffmenge erreicht ist.

Frau wird von Ärztin untersucht.
AdobeStock_94559564_Racle Fotodesign

Häufig gestellte Fragen

Wie wirken Betablocker im Körper?

Schüttet der Körper Stresshormone aus, docken diese an Betarezeptoren an und es wird ein Signal ans zentrale Nervensystem gesendet. Folglich erhöhen sich Puls und Blutdruck. Betablocker verhindern, dass Stresshormone an Betarezeptoren binden können und halten dadurch Puls und Blutdruck niedrig.

Wann eignen sich Betablocker?

Da Betablocker den Anstieg von Puls sowie Blutdruck unterbinden und somit das Herz-Kreislauf-System entlasten, finden sie vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einer Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen Einsatz.

Können Betablocker wieder abgesetzt werden?

Die Medikamente können Sie nach Anweisungen eines Mediziners stufenweise von Ihrem Medikationsplan nehmen. Sie dürfen Betablocker aber niemals eigenständig und plötzlich, sondern nur in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt absetzen, da sonst zum Beispiel ein rasanter Anstieg des Blutdrucks droht.

Welche Nebenwirkungen treten bei der Einnahme von Betablockern häufig auf?

Zu Nebenwirkungen von Betablockern zählen unter anderem Müdigkeit, Schwächegefühl und Schwindel sowie kalte Hände und Füße, Asthmaanfälle und Erektionsstörungen.

1 Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG: Betablocker in neuem Licht - Spitzenreiter der Herz-Kreislauf-Therapie sorgen für Überraschungen. URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-1-2014/betablocker-in-neuem-licht (02.06.2020).
2 Pharmazeutische Zeitung online: Interaktionen mit Betablockern. URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-342017/interaktionen-mit-betablockern/ (03.06.2020).
3 Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG: Betablocker in neuem Licht - Spitzenreiter der Herz-Kreislauf-Therapie sorgen für Überraschungen. URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-1-2014/betablocker-in-neuem-licht (02.06.2020).
4 Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.: Blutdrucksenker: Abendliche Einnahme reduziert kardiovaskuläres Risiko am stärksten. URL: https://www.kardiologie.org/hypertonie/blutdrucksenker--abendliche-einnahme-reduziert-kardiovaskulaeres-risiko-am-staerksten/17301854 (02.06.2020).
5 ebd.

Medizinischer Infoservice

Bei medizinischen Fragen, Nebenwirkungsmeldungen oder Reklamationen zu unseren Produkten kontaktieren Sie bitte
den Novartis Pharma Infoservice.

Telefon: 0911 - 273 12 100 / Fax: 0911 - 273 12 160
E-Mail: [email protected]
www.chat.novartis.de

Der Medizinische Infoservice ist montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.