Bei einer globalen Herzinsuffizienz sind beide Herzkammern zu stark erkrankt, um eine ausreichende Menge an Blut zu befördern. Das hat Auswirkungen auf den gesamten Körper: Neben einem Leistungsabfall entstehen häufig Wassereinlagerungen (Ödeme) und Atemprobleme. Wir zeigen Ihnen, an welchen Symptomen Sie eine globale Herzinsuffizienz (auch als biventrikuläre Herzinsuffizienz bezeichnet) noch erkennen und welche Ursachen zu der Erkrankung führen können.

Mann lehnt an einem Baum, da er an globaler Herzinsuffizienz leidet.
AdobeStock_71691666_Thomas Mucha

Wer beim Spazierengehen schnell erschöpft ist, leidet unter Umständen an globaler Herzschwäche.

Wie entsteht eine globale Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, zeichnet sich durch eine verminderte Pumpkraft des Herzens aus. Das Herz ist ein kräftiger Muskel, der pro Tag zwischen bis zu 10.000 Liter Blut durch unseren Körper pumpt.1 Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass das Organ nicht mehr seine volle Leistung erbringen kann. Häufig ist zunächst die linke Herzhälfte betroffen, Ärzte sprechen von der Linksherzinsuffizienz.

Nicht selten breitet sich die Herzinsuffizienz auch auf die rechte Seite aus, sodass das ganze Herz in Mitleidenschaft gezogen wird. Demnach ist die globale Herzinsuffizienz eine gleichzeitige links- und rechtsseitige Herzschwäche.

Im Folgenden erläutern wir, was bei der globalen Herzschwäche passiert und welchen Weg das Blut durch ein gesundes Herz nimmt:

  • In der Lunge wird das Blut mit Sauerstoff angereichert und gelangt in den linken Vorhof und in die linke Herzkammer.
  • Von dort wird es mit großem Druck über die Arterien des Körpers bis in die kleinsten Gefäßverzweigungen transportiert.
  • Hat das Blut den aufgenommenen Sauerstoff abgegeben, gelangt es zurück in den rechten Vorhof des Herzens und in die rechte Herzkammer.
  • Aus der rechten Herzkammer fließt das sauerstoffarme Blut in die Lunge und wird dort mit Sauerstoff angereichert, um erneut auf die Reise durch den Körper zu gehen.

Informieren Sie sich in unserem Video über den Blutfluss im Herzen:

Herzinsuffizienz besser verstehen

Bei der globalen Herzinsuffizienz kann die linke Herzhälfte das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge nur unzureichend im Körper verteilen. Dies kann zwei Gründe haben: Entweder kann sich die erkrankte linke Herzhälfte nicht mehr wie gewohnt zusammenziehen und daher schlechter pumpen (systolische Herzinsuffizienz). Oder aber die linke Herzkammer ist versteift und nimmt dadurch weniger Blut auf (diastolische Herzinsuffizienz).

Zusätzlich arbeitet die rechte Herzhälfte nur noch eingeschränkt, sodass das sauerstoffarme Blut aus dem Körper nicht mehr in vollem Umfang zur Lunge transportiert wird.

Häufige Ursachen für eine Globalherzinsuffizienz sind koronare Herzkrankheiten, zum Beispiel ein Herzinfarkt. Auch Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder angeborene Herzfehlbildungen gehören zu den Auslösern.

Globale Herzinsuffizienz grafisch dargestellt.

Durch eine globale Herzinsuffizienz kann sich das Herz mit der Zeit krankhaft vergrößern.

Globale Herzinsuffizienz: Symptome im Überblick

Da der Patient gleichzeitig an Linksherz- und Rechtsherzinsuffizienz leidet, treten die Beschwerden beider Unterformen auf. Zu Beginn fällt zum Beispiel häufig auf, dass es schneller zur Erschöpfung kommt: Immer wieder müssen die Betroffenen Pausen in den Alltag einbauen, etwa beim zügigen Gehen oder Treppensteigen.

Weitere wichtige Symptome einer globalen Herzinsuffizienz sind:

  • Kurzatmigkeit und Atemnot, eventuell rasselnde Atemgeräusche (wie bei der linksseitigen Herzschwäche) sowie Husten
  • verminderte körperliche Belastbarkeit
  • geschwollene Knöchel, Fußrücken und Beine aufgrund von Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • gestaute und erweiterte Blutgefäße am Hals
  • plötzliche Gewichtszunahme (wie bei der rechtsseitigen Herzschwäche)
  • häufiges nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • Herzrhythmusstörungen

Geschwollene Knöchel oder rasselnde Atemgeräusche weisen auf Wassereinlagerungen (Ödeme) im Körper hin. Sie gehören zu den Hauptsymptomen einer globalen Herzinsuffizienz. Ödeme entstehen dadurch, dass sich das Blut vor dem Herzen staut, weil es mit dem Rücktransport überfordert ist. Durch den zunehmenden Druck in den Blutgefäßen werden die flüssigen Bestandteile des Blutes ins umliegende Gewebe gepresst. In der Nacht wird ein Teil dieser Wassereinlagerungen aus dem Gewebe mobilisiert und über die Nieren ausgeschieden. Betroffene müssen deswegen häufig die Toilette aufsuchen.

Rückwärts- und Vorwärtsversagen bei der globalen Herzinsuffizienz

Durch die beidseitige Pumpschwäche des Herzens kann es bei einer globalen Herzinsuffizienz sowohl zum Vorwärts- als auch zum Rückwärtsversagen kommen:

  • Beim Rückwärtsversagen staut sich Blut in der Lunge oder in den Beinen, Füßen und Knöcheln, weil die Kraft des Herzens nicht ausreicht, das Blut zum Herzen zurück zu transportieren.
  • Beim Vorwärtsversagen kommt durch die Herzschwäche weniger sauerstoffreiches Blut vom Herzen bei den Organen und Muskeln an.

Ein rückwärtsversagendes Herz zeichnet sich vor allem durch Wassereinlagerungen aus. In der Lunge können diese wiederum Atemnot auslösen. Das Vorwärtsversagen führt dazu, dass sich Betroffene schnell erschöpft und kurzatmig fühlen, da ihnen der nötige Sauerstoff für körperliche Belastungen fehlt.

Tipp: Falls Sie die Symptome einer globalen Herzinsuffizienz bei sich oder einem Angehörigen wahrnehmen, zögern Sie nicht, sich ärztliche Hilfe zu holen. Rechtzeitig behandelt, steigen die Chancen, die Symptome in den Griff zu bekommen.

Bei einer globalen Herzinsuffizienz kommt es zum Vorwärts- und Rückwärtsversagen des Herzens.

Die Pumpkraft des Herzens kann in zwei Richtungen geschwächt sein.

Häufigkeit der globalen Herzinsuffizienz

Unter welchen Voraussetzungen kommt es tatsächlich zu der beidseitigen, also biventrikulären Herzinsuffizienz?

  • Zu Beginn der Erkrankung bemerken viele Betroffene die Symptome kaum oder tun sie als normale Alterserscheinung ab. Das ist jedoch fatal, denn je länger eine Linksherzinsuffizienz unbehandelt bleibt, desto größer ist das Risiko, dass sich eine globale Form entwickelt.
  • Ärzte haben verschiedene Risikofaktoren ausgemacht, die eine Herzschwäche verursachen oder verstärken können. Dazu gehören unter anderem Rauchen, ein übermäßiger Alkoholkonsum oder Übergewicht. Gelingt den Patienten eine gesunde Lebensführung nur eingeschränkt, verstärkt dies einen ungünstigen Krankheitsverlauf.
  • Begleiterkrankungen wie Diabetes, Depressionen oder Niereninsuffizienz fördern ebenfalls ein Voranschreiten der Herzinsuffizienz.

Mit steigendem Alter nehmen die Fälle der Erkrankten mit Herzinsuffizienz zu. Sind von den 65 bis 69-Jährigen 6,9 Prozent betroffen, liegt die Rate bei den 80 bis 84-Jährigen schon bei 24,5 Prozent.2 Sowohl Männer als auch Frauen bekommen eine Herzschwäche, Frauen sind lediglich im Schnitt älter, wenn sie die Diagnose erhalten.3

 

Was lässt sich gegen globale Herzinsuffizienz tun?

Zur Behandlung einer Globalherzinsuffizienz kommen Medikamente zum Einsatz, die unter anderem entwässern, den Blutdruck stabilisieren und Prozesse fördern, die sich schützend auf das Herz auswirken. Auch wenn sich die Symptome unter der Behandlung bessern, müssen die Medikamente wie verordnet eingenommen werden. Ansonsten droht eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufs. Patienten können durch Bewegung ihr Lebensgefühl verbessern und Symptome mildern. In welchem Umfang Sie aktiv werden dürfen, erfahren Sie in einem Gespräch mit Ihrem Arzt.

  1. Internisten im Netz: Aufbau und Funktion des Blutkreislaufs. URL: https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/herz-kreislauf/aufbau-funktion-des-blutkreislaufs/herz-blutgefaesse.html (20.05.2020).
  2.  Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale Versorgungsleitlinie Chronische Herzinsuffizienz –Langfassung, 3. Auflage. 2019. S. 14. URL: https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/herzinsuffizienz/herzinsuffizienz-3aufl-vers1-lang.pdf (20.05.2020).
  3. ebd.

Medizinischer Infoservice

Bei medizinischen Fragen, Nebenwirkungsmeldungen oder Reklamationen zu unseren Produkten kontaktieren Sie bitte
den Novartis Pharma Infoservice.

Telefon: 0911 - 273 12 100 / Fax: 0911 - 273 12 160
E-Mail: [email protected]
www.chat.novartis.de

Der Medizinische Infoservice ist montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.