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Schwindel, starke Atemnot und Druckgefühl in der Brust: Eine akute Herzinsuffizienz kann sehr plötzlich eintreten. Innerhalb von Minuten oder Stunden entstehen die typischen Beschwerden – für den Betroffenen kann das lebensgefährlich werden. Die akute Herzinsuffizienz ist daher immer als Notfall einzustufen und erfordert eine sofortige Behandlung sowie eine Krankenhauseinweisung. Wie Sie eine akute Herzschwäche erkennen, erfahren Sie jetzt.

Mann sitzt auf dem Sofa und fasst aufgrund einer akuten Herzinsuffizienz an seine Brust.
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Eine akute Herzinsuffizienz äußert sich unter anderem durch Brustschmerzen und Atemnot.

Was ist eine akute Herzinsuffizienz?

Bei einer akuten Herzinsuffizienz (auch  akutes Herzversagen) kommt es innerhalb weniger Minuten bis Stunden zu einer stark eingeschränkten Herzfunktion: Das Herz kann nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper transportieren, sodass die Organe einen Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen erleiden. Es handelt sich dabei um einen Notfall, der dringend notärztlich behandelt werden muss. Die akute Herzschwäche ist eine der häufigsten Ursachen für einen Krankenhausaufenthalt in Deutschland.

Folgende Symptome deuten auf eine akute Herzinsuffizienz hin:

  • stechende Schmerzen in der Brust
  • Atemnot, die sich im Liegen verstärkt
  • Angstgefühle
  • Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen
  • geschwollene Beine und/oder Bauch
  • kalte, schweißige Haut
  • blasse Haut
  • bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose)
  • abfallender Blutdruck (in der Regel liegt der obere, systolische, Wert dann unter 100 mmHg)
  • Bewusstseinstrübung, bis hin zur Bewusstlosigkeit

Im schlimmsten Fall werden die Patienten bewusstlos, da das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Soweit sollten Sie es jedoch nicht kommen lassen – bei einer akuten Herzinsuffizienz zählt jede Minute. Auch wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie selbst oder ein Angehöriger betroffen sind: Wählen Sie sofort die 112 und rufen Sie den Notarzt.

Was passiert bei einer akuten Herzinsuffizienz?

Bei einer akuten Herzinsuffizienz kann das Herz seine Funktion nicht mehr aufrechterhalten. Ursache kann beispielsweise ein Herzinfarkt sein. Dabei tritt meist

  • ein lebensbedrohliches Lungenödem (Wasseransammlung in der Lunge) oder
  • ein kardiogener Schock (ausgelöst durch das Pumpversagen des Herzens) auf.

Oft kommt es sogar vor, dass beide Notfallsituationen gleichzeitig auftreten. Wichtig ist in jedem Fall: Der Patient muss umgehend ärztlich versorgt werden.

Akutes Lungenödem bei Herzversagen

Wie bei der Linksherzinsuffizienz staut sich das Blut vor der linken Herzhälfte. Grund hierfür ist, dass das Herz weniger Blut aufnehmen kann oder es nicht mehr schafft, genügend sauerstoffreiches Blut in den Körper zu pumpen. In der Folge staut sich das Blut vor dem linken Vorhof und weiter zurück bis in die Lunge. Durch den hohen Druck werden die flüssigen Bestandteile des Blutes in das Lungengewebe gepresst, sodass dort eine Wasseransammlung (Lungenödem) entsteht. Mediziner sprechen im Falle eines akuten Lungenödems auch vom „Rückwärtsversagen“, da es zu einem Rückstau des Blutes vor dem Herzen kommt.

Durch das akute Lungenödem gelangt nicht mehr ausreichend Sauerstoff ins Blut, wodurch die Organe schließlich unterversorgt werden. Die Folge: Es können beispielsweise Nierenversagen, Leberstörungen oder ein Bewusstseinsverlust auftreten. Im schlimmsten Fall steht die akute Herzinsuffizienz mit einem akuten Lungenversagen im Zusammenhang: Dabei bricht die Lungenfunktion fast vollständig zusammen.

Herzinsuffizienz-Notfall: Kardiogener Schock

Der kardiogene Schock, also das Pumpversagen des Herzens, stellt die schwerste Form der akuten Herzinsuffizienz dar. Er wird meist durch einen Herzinfarkt ausgelöst. Bei einem Herzinfarkt verengen oder verschließen sich die Herzkranzgefäße, die das Herz selbst mit Blut versorgen. Dadurch werden Teile des Herzmuskelgewebes nicht mehr durchblutet und sterben ab. Wenn ein Bereich des Herzmuskels durch einen Herzinfarkt ausfällt, kann das Herz nicht mehr ausreichend pumpen – es kommt zu einem „Vorwärtsversagen“.

Diese Symptome lassen einen kardiogenen Schock vermuten:

Der kardiogene Schock ist immer ein Notfall. Eine intensivmedizinische Behandlung muss schnellstmöglich erfolgen.

Ursachen für eine akute Herzinsuffizienz

Die meisten Vorfälle eines akuten Herzversagens lassen sich auf die folgenden Ursachen zurückführen:3

  • chronische Herzinsuffizienz: Schreitet die Erkrankung ungehindert fort, zum Beispiel, weil der Patient die Medikamente nicht wie verschrieben verwendet hat oder zusätzliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung hinzukommen, kann sich aus der chronischen schnell eine akute Herzinsuffizienz entwickeln.
  • Herzinfarkt: Dadurch, dass der Herzmuskel teilweise von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten ist, kann er nicht mehr ausreichend Sauerstoff durch den Körper transportieren.

Weitere Ursachen einer akuten Herzinsuffizienz sind beispielsweise:

Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz sollten ihren Gesundheitszustand immer kritisch im Blick behalten, zum Beispiel mit einer Checkliste oder einem Tagebuch. Bei auffälligen Veränderungen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

 

Herzinsuffizienz als Notfall: Erste Hilfe-Maßnahmen

Beobachten Sie Symptome der akuten Herzinsuffizienz bei sich selbst oder anderen, rufen Sie sofort einen Notarzt unter 112. Scheuen Sie nicht, schnellstmöglich Hilfe zu holen – bei akutem Herzversagen kommt es auf jede Sekunde an.

Was können Helfer tun, bis der Notarzt bei einem Herzinsuffizienz-Notfall vor Ort ist?

Die akute Herzinsuffizienz ist ein Notfall: Ein Rettungswagen mit Blaulicht.
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Patienten mit einer akuten Herzschwäche sind extrem gefährdet und müssen sofort in ein Krankenhaus gebracht werden.

  • Der Patient ist bei Bewusstsein: Setzen Sie ihn auf und stützen Sie ihn dabei, lockern Sie bei Bedarf engsitzende Kleidung. Sprechen Sie mit ihm – das lenkt ihn nicht nur ab und kann ihn dadurch beruhigen, sondern trägt auch dazu bei, ihn bei Bewusstsein zu halten. Ist es in der Öffentlichkeit zu den akuten Symptomen gekommen, können Sie zusätzlich versuchen, den Betroffenen vor neugierigen Blicken abzuschirmen und ihm so mehr Ruhe zu ermöglichen.
  • Der Patient ist bewusstlos: Bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und geben besonders darauf acht, dass seine Atemwege frei sind und er möglichst gut atmen kann. Halten Sie nach dem Rettungswagen Ausschau und winken Sie ihn, wenn nötig, heran. Wenn die Atmung aussetzen sollte, beginnen Sie gleich mit der Herzdruckmassage.
  • Sie sind selbst betroffen: Bleiben Sie so ruhig wie möglich. Rufen Sie mit dem Handy selbst den Arzt oder bitten Sie einen Passanten darum. Bemühen Sie sich um eine ruhige, gleichbleibende Atmung, bis Hilfe eingetroffen ist.

Angehörige und Erkrankte können den Notarzt unterstützen, indem sie ihn über Vorerkrankungen oder aktuelle Medikamente informieren. Idealerweise haben sie eine Liste oder Mappe mit wichtigen Dokumenten zur Hand, wie Entlassungsberichten aus dem Krankenhaus.

Achtung: Lagern Sie die Beine des Patienten niemals hoch. Diese sogenannte Schocklage würde das Herz zusätzlich belasten.

Therapie der akuten Herzinsuffizienz

Die Behandlung einer akuten Herzschwäche hat das Ziel, den Patienten zu stabilisieren, die Symptome zu verbessern und Folgeschäden zu verhindern.4 Ein Notarzt leitet dafür eine erste Notfallversorgung ein und veranlasst eine Einweisung ins Krankenhaus. Dort wird die Therapie fortgesetzt. Ist die akute Herzinsuffizienz erst einmal überstanden, gilt es, eine Langzeitbehandlung festzulegen, um einem erneuten Herzversagen vorzubeugen.

Akute Herzinsuffizienz: Die Therapie im Notfall

Bei einem Herzinsuffizienz-Notfall führt der Notarzt meist direkt Sauerstoff zu, damit die Sauerstoffsättigung im Blut wieder steigt. Dafür bekommt der Betroffene eine Atemmaske, nur selten muss intubiert werden (invasive Beatmung über die Luftröhre). Der Arzt kontrolliert dabei ständig die Vitalparameter des Patienten, also Blutdruck, Atemfrequenz, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur. Damit behält er im Blick, wie sich der Zustand des Patienten entwickelt.

Außerdem gehört zur Erstversorgung der akuten Herzinsuffizienz eine rasche Gabe von bestimmten Medikamenten. In erster Linie kommen sogenannte Schleifendiuretika zum Einsatz.5 Diese harntreibenden Mittel schwemmen übermäßige Wasseransammlungen im Körper aus. Das lässt Ödeme zurückbilden und entlastet das Herz.

Im Anschluss an die Behandlung eines Herzinsuffizienz-Notfalls suchen die Mediziner nach der Ursache. Dafür führen sie umfangreiche Untersuchungen durch, wie zum Beispiel ein Blutbild, ein EKG (Elektrokardiogramm) oder eine Herzkatheter-Untersuchung. Die Ergebnisse bestimmen dann die weitere Behandlung.

Akute Herzinsuffizienz: Langfristige Therapie

Nicht selten ergibt sich aus einer akuten Herzinsuffizienz die chronische Form. In diesem Fall verschreibt der behandelnde Arzt Medikamente, die der Patient in Zukunft gewissenhaft einnehmen muss. Folgende Arzneimittel sollen die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung steigern:  

  • Diuretika (entwässernde Wirkung)
  • ACE-Hemmer (Blutdrucksenker)
  • ARNI (entwässernd, blutdrucksenkend und entlastend für das Herz)
  • Beta-Blocker (stabilisieren den Herzrhythmus)

Die Arzneimittel sollen letztlich das Herz schützen und entlasten.

Wie lässt sich eine akute Herzinsuffizienz vorbeugen?

Damit die Herzfunktion möglichst lang erhalten bleibt, ist es wichtig, dass Patienten selbst ihren Beitrag zur Behandlung leisten. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Therapietreue: Halten Sie sich an die verschriebenen Medikamente und gehen Sie regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt. Sie sollten nie ohne Rücksprache Medikamente absetzen oder die Einnahme verändern. Auch wenn Sie trotz Ihrer aktuellen Medikation weiterhin an Beschwerden leiden, sprechen Sie dazu offen mit Ihrem Arzt. Er wird mit Ihnen Ihre aktuelle Therapie überprüfen.
  • Sport: Noch immer hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Sport bei Herzinsuffizienz schädlich sei. Dem ist nicht so. Im Gegenteil: Das Herz ist ein Muskel, der regelmäßiges Training braucht. Leichte Ausdauersportarten wirken sich besonders positiv aus. Sprechen Sie aber zunächst mit Ihrem Arzt, bevor Sie loslegen. Tipp: In unseren Bewegungsvideos finden Sie geeignete Übungen.
  • Ernährung: Was wir täglich unserem Körper zuführen, beeinflusst ihn in vielerlei Hinsicht. Nähstoffreiche und naturbelassene Nahrungsmittel geben Energie und führen dem Körper wichtige Bausteine zu. Viel Salz, gesättigte Fette oder Zucker hingegen können sich negativ auswirken.
  • Psyche: Auch wenn es nicht immer leicht ist: Versuchen Sie, im Alltag positiv zu bleiben. Widmen Sie sich Hobbys, die Ihnen Spaß machen. Achten Sie auf regelmäßige Kontakte zu Freunden und nehmen Sie sich bewusst Zeit für eine Partnerschaft. Sie müssen aufgrund Ihrer Erkrankung auch nicht auf Reisen verzichten.

Schon kleine Dinge können dazu beitragen, Ihr Wohlbefinden zu steigern. Fangen Sie langsam an und spüren Sie die positiven Auswirkungen.

1 Neumann T, Biermann J, Neumann A, et al. (2009): Heart failure: the commonest reason for hospital admission in Germany: medical and economic perspective. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 269–75. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/64239#lit (15.06.2020).
2 Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz –Langfassung, 3. Auflage. Version 2. 2019. S. 100. URL: https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/herzinsuffizienz/herzinsuffizienz-3aufl-vers2-lang.pdf (15.06.2020).
3 ebd. S. 101. 
4 Hummel A, Empen K, Dörr M, Felix SB (2015): De novo acute heart failure and acute decompensated chronic heart failure. Deutsches Ärzteblatt Int 2015; 112: 298–310. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/169320/Akute-und-akut-dekompensierte-chronische-Herzinsuffizienz (15.05.2020).
5 Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz –Langfassung, 3. Auflage. Version 2. 2019. S. 103. URL: https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/herzinsuffizienz/herzinsuffizienz-3aufl-vers2-lang.pdf (15.06.2020).
 

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