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Der Schlaganfall zählt zu den verbreitetsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen.1 Aber was genau passiert eigentlich dabei? Welche Ursachen oder Risikofaktoren kommen dafür infrage und wie sehen die Symptome aus? Mehr dazu und wie sich ein Schlaganfall auf das Herz auswirken kann, lesen Sie hier!

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Digitale Darstellung einer Person, die sich an den Kopf fasst – im Gehirn ist ein Blutgerinnsel als Ursache für einen Schlaganfall zu erkennen.
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Blutgerinnsel im Kopf: Ein möglicher Auslöser für den Schlaganfall.

Definition: Was ist ein Schlaganfall?

Der Schlaganfall ist auch als HirnschlagHirninsult oder Apoplex bekannt. Es handelt sich dabei um eine lebensgefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankung, bei der schlagartig eine Durchblutungsstörung im Gehirn eintritt.

Jährlich gibt es in Deutschland etwa 270.000 Patienten.2 Durchschnittlich bekommt jede tausendste Person mindestens einmal im Leben einen Schlaganfall.3 Im Alter liegt ein noch höheres Risiko vor: Etwa 2 Prozent aller über 80-Jährigen sind betroffen.4 Der erste Hirnschlag ist übrigens ein Risikofaktor für weitere: 40 Prozent der Patienten erleiden innerhalb von 10 Jahren erneut einen Schlaganfall – vor allem in den ersten 6 Monaten nach einem Anfall liegt ein deutlich erhöhtes Risiko vor.5

Schon gewusst?
Der Schlaganfall ist keine einheitliche Krankheit. Der Begriff stammt vielmehr aus einer Zeit, als die Diagnosemöglichkeiten noch unzuverlässiger als heute und die einzelnen Ausprägungen schlechter zu erkennen waren. Mittlerweile unterscheiden Mediziner vor allem zwei Formen des Schlaganfalls: Hirninfarkt und Hirnblutung. Diese haben verschiedene Ursachen.

Mögliche Ursachen für einen Schlaganfall

Ärzte kennen zwei Arten des Schlaganfalls: Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall) und Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall). Der Unterschied liegt hauptsächlich in der jeweiligen Ursache. Während ersterer durch einen Gefäßverschluss ausgelöst wird, beruht letztere auf einer Blutung im Gehirn. Mehr dazu im Folgenden:

Ursache eines ischämischen Schlaganfalls (Hirninfarkt)

Auslöser des Hirninfarkts ist ein Gefäßverschluss. Der Begriff Ischämie steht dabei für eine eingeschränkte oder gänzlich unterbrochene Durchblutung. Das kann auf zweierlei Weise geschehen:

  • Thromboembolie: Dabei verstopft ein Blutpfropfen (Thrombus) zum Beispiel eine Arterie (vom Herzen wegführendes Blutgefäß). Häufig ist die Gefäßwand bereits vorgeschädigt oder durch Ablagerungen verengt. Der Thrombus kann sich entweder direkt im Herzen oder in einem für die Hirnversorgung wichtigen großen Gefäß wie der Halsschlagader bilden. Löst er sich, wird er mit dem Blutstrom ins Gehirn geschwemmt, wo er eine Arterie verschließt.
  • Arteriosklerose: Bestimmte Risikofaktoren führen zu Verkalkungen in den Hirngefäßen oder in Blutgefäßen, die das Hirn versorgen. Zu den Risiken zählen zum Beispiel chronischer Bluthochdruck, Nikotinkonsum, Diabetes, ein zu hoher Cholesterinspiegel, Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung.6 In der Folge entstehen Einengungen oder sogar Verschlüsse der Hals-/Hirnarterien und betroffene Hirnareale werden nicht mehr ausreichend durchblutet.

Der Schlaganfall durch Gefäßverkalkung ist besonders typisch für ältere Patienten, kann aber auch jüngere Personen betreffen.7

Hämorrhagischer Schlaganfall (Hirnblutung): Definition und Ursachen

Der Begriff Hämorrhagie bezeichnet das Austreten von Blut aus den Blutgefäßen. Und genau das passiert beim hämorrhagischen Schlaganfall. Die Hirnblutung kann auf zwei verschiedene Arten passieren:

  • Interzerebralblutung: Hier findet die Blutung direkt im Gehirn statt. Durch hohen Druck (etwa bei Bluthochdruck) platzt oder reißt ein Gefäß und es tritt Blut in das umliegende Hirngewebe ein.
  • Subarachnoidalblutung: Der Zwischenraum von Gehirn und weicher Hirnhaut (Arachnoidea) ist normalerweise mit Hirnwasser gefüllt und schützt so das empfindliche Organ. Bei der Blutung zwischen den Hirnhäuten handelt es sich mit 2,5 Prozent aller Fälle um die seltenste Form des Schlaganfalls. Ursache ist meist ein gerissenes Aneurysma (krankhafte Gefäßerweiterung).

In beiden Fällen führt das geplatzte Gefäß dazu, dass gewisse Bereiche im Gehirn unzureichend mit Blut versorgt werden – ein Schlaganfall tritt ein.

Transitorisch-ischämische Attacke: Der "kleine Schlaganfall"

Manchmal machen sich die typischen Symptome eines Schlaganfalls bemerkbar, verschwinden aber innerhalb weniger Minuten von selbst wieder gänzlich.8 Dann liegt eine transitorisch-ischämische Attacke vor, kurz TIA. Der sogenannte "kleine Schlaganfall" ist durch eine nur kurzzeitige oder unvollständige Mangeldurchblutung des Gehirns gekennzeichnet und kann Vorbote für einen richtigen Hirnschlag sein.

Wichtig!
Lassen Sie sich vom Begriff "kleiner Schlaganfall" nicht täuschen: Auch die TIA stellt einen Notfall dar – rufen Sie also unbedingt einen Notarzt, wenn Sie entsprechende Symptome bemerken!

Symptome: So erkennen Sie einen Schlaganfall

Unmittelbare Folge des Schlaganfalls ist eine Mangeldurchblutung der betroffenen Hirnareale, die dadurch ungenügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Je nachdem, welcher Bereich im Gehirn betroffen ist, treten dann Störungen oder Ausfälle verschiedener Körperfunktionen auf. Auch bleibende Behinderungen sind möglich.

Digitale Darstellung einer Person, die sich an den Kopf fasst – im Gehirn ist ein Blutgerinnsel als Ursache für einen Schlaganfall zu erkennen.
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Klassische Symptome eines Schlaganfalls.

An folgenden typischen Symptomen lässt sich ein Schlaganfall erkennen:9

  • Halbseitenlähmung: Die sogenannte Hemiparese ist durch Beeinträchtigungen der Feinmotorik in Arm und/oder Bein einer Körperhälfte gekennzeichnet. Ungeschicklichkeit und Stolpern können auftreten.
  • faziale Parese: Bei dem charakteristischen Schlaganfall-Symptom hängt der Mundwinkel einseitig nach unten. Manchen Patienten läuft zudem unkontrolliert Speichel aus dem Mund.
  • Gesichtsfeldausfall: Wenn Betroffene das Gefühl haben, wie mit einer Scheuklappe zu sehen, nennen Fachleute das Hemianopsie.
  • Sprach- und Sprechstörungen: Bei Aphasie und Dysarthrie leiden Betroffene unter einem schlagartigen Verlust der Sprache. Das kann sowohl die Wortfindung ("Wortsalat") als auch das Verstehen und Ausdrücken sowie die deutliche Aussprache betreffen.
  • Gefühlsstörung: Das gestörte Empfinden in einer Körperhälfte macht sich in der Regel als pelziges Gefühl bemerkbar, das jedoch keine Schmerzen verursacht.

Weitere mögliche Symptome, anhand derer sich ein Schlaganfall erkennen lässt, sind Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sowie Persönlichkeitsveränderungen.10 Auch Gangunsicherheit, Schwindel, starke Kopfschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen sind denkbar.11 Hinzu können psychische Folgen wie Panikattacken kommen.12

Schlaganfall erkennen mit dem FAST-Test13

Der FAST-Test ermöglicht es, innerhalb kürzester Zeit die Symptome eines Schlaganfalls zu erkennen – denn jede Minute zählt!

  • F wie Face/Gesicht: Sind einseitige Lähmungserscheinungen, zum Beispiel ein herabhängender Mundwinkel, sichtbar?
  • A wie Arm: Sinkt ein Arm ab, wenn der Betroffene beide Arme mit den Handflächen nach oben vorstreckt?
  • S wie Speech/Sprache: Klingt es verwaschen, wenn die Person einen einfachen Satz nachspricht?

Wenn Sie mindestens eine Frage mit JA beantworten können, gilt:

  • T wie Time/Zeit: Rufen Sie sofort den Notarzt unter der 112!

Wie hängen Herz und Schlaganfall zusammen?

Zwischen Schlaganfall und Herz besteht ein enger Zusammenhang. Nach einem Hirninfarkt ist das Risiko für bestimmte Herzerkrankungen deutlich erhöht:14

  • Herzinfarkt: Mehr als die Hälfte der Schlaganfall-Patienten weist Verengungen der Herzkranzgefäße auf. Während der Akutphase des Hirnschlags (ein bis drei Tage nach dem Vorfall) ist das Risiko für einen Herzinfarkt dadurch besonders hoch.15
  • Herzrhythmusstörungen: Bei rund einem Viertel der Betroffenen kommen sogenannte Arrhythmien hinzu, am häufigsten in den ersten 24 Stunden nach dem Schlaganfall.
  • Herzinsuffizienz: Wenn die Erkrankung bereits vorliegt, verschlimmert sie sich nach einem Schlaganfall möglicherweise, unter anderem durch Durchblutungsstörungen im Herzen.

Umgekehrt gilt das Gleiche: Ein krankes Herz kann durchaus auch einen Schlaganfall begünstigen.16 Haupt-Übeltäter ist hier das Vorhofflimmern, eine Art der Herzrhythmusstörung. Betroffene haben ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden: Etwa 20 Prozent aller Schlaganfälle werden jedes Jahr durch Vorhofflimmern ausgelöst.17 Dann entstehen beispielsweise häufig Blutgerinnsel im linken Vorhof, die womöglich ins Gehirn gespült werden.

Bei anderen Herzpatienten hat zum Beispiel ein verlangsamter Blutfluss im Herzen eine erhöhte Blutgerinnungsneigung und damit die Bildung von Gerinnseln zur Folge.

Eine Herzinsuffizienz schränkt die Blutversorgung der Organe im Körper ein.
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Was ist Herzinsuffizienz?

Ein geschwächter Herzmuskel führt aufgrund verminderter Blutversorgung zu einer geringeren Leistungsfähigkeit des Pumporgans. Mehr dazu hier:
 

 

FAQs: Wissenswertes rund um das Thema Schlaganfall

Welche Symptome treten bei einem Schlaganfall auf?

Halbseitige Lähmungserscheinungen sind charakteristisch für einen Hirnschlag. Dazu gehört nicht nur ein einseitig herabhängender Mundwinkel, sondern auch Bewegungsstörungen von Armen und Beinen. Hinzukommen können Sprach- und Sprechstörungen sowie weitere körperliche oder psychische Folgen.

Ist ein Schlaganfall schmerzhaft?

Starke Kopfschmerzen stellen eine mögliche Begleiterscheinung eines Schlaganfalls dar.18 Andere typische Symptome wie zum Beispiel Gefühlsstörungen sind hingegen schmerzlos.

Welche Ursachen hat ein Schlaganfall?

Das ist je nach Art unterschiedlich: Dem ischämischen Schlaganfall liegt ein Blutgerinnsel zugrunde, welches die Blutversorgung des Gehirns beeinträchtigt. Beim hämorrhagischen Schlaganfall sorgt eine Hirnblutung für Durchblutungsstörungen bestimmter Gehirnareale.

Wer ist von einem Schlaganfall betroffen?

Rund die Hälfte der Patienten ist älter als 75 Jahre.19 Zudem haben Männer ein höheres Risiko für einen Schlaganfall als Frauen.20 Weitere Risikofaktoren für die Erkrankung beinhalten unter anderem Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes sowie Alkohol- und Nikotinkonsum.

Was kann ich bei einem Schlaganfall tun?

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall! Rufen Sie – lieber einmal zu viel als zu wenig – sofort den Notarzt unter der 112, wenn eine Person in Ihrer Nähe die typischen Symptome aufzeigt. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes leisten Sie dem Patienten erste Hilfe.

Wie leiste ich erste Hilfe beim Schlaganfall?

Kontrollieren Sie, ob der Betroffene bei Bewusstsein ist. Wenn ja, lagern Sie ihn bequem mit erhöhtem Oberkörper. Bei Bewusstlosigkeit bringen Sie ihn in stabile Seitenlage auf der gelähmten Seite. Bleibt zusätzlich die Atmung aus, führen Sie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durch. Vermeiden Sie Aufregung.21

Quellen

1 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Wir fassen zusammen - Was ist ein Schlaganfall? URL: https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/verstehen-vermeiden/was-ist-ein-schlaganfall (24.01.2022).
2 ebd.
3 Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Schlaganfall. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/schlaganfall.html (20.01.2022).
4 ebd.
5 ebd.
6 Techniker Krankenkasse: Schlaganfall. URL: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/herz-kreislauf-erkrankungen/was-ist-ein-schlaganfall-2015826 (20.01.2022).
7 ebd.
8 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Wir fassen zusammen - Was ist ein Schlaganfall? URL: https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/verstehen-vermeiden/was-ist-ein-schlaganfall (20.01.2022).
9 Neurovaskuläres Netzwerk Südwestbayern: Woran erkenne ich einen Schlaganfall? URL: http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Neurovaskulaeres-Versorgungsnetzwerk/de/schlaganfall-info-fuer-patienten/mehr-ueber-den-schlaganfall/schlaganfall_symptome/index.html (20.01.2022).
10 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Folgen eines Schlaganfalls. URL: https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/verstehen-vermeiden/folgen-eines-schlaganfalls (20.01.2022).
11 Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Schlaganfall. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/schlaganfall.html (24.01.2022).
12 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Angststörung. URL: https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/verstehen-vermeiden/folgen-eines-schlaganfalls/angststoerung-psychologische-folge-eines-schlaganfalls (03.02.2022).
13 Techniker Krankenkasse: Schlaganfall. URL: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/herz-kreislauf-erkrankungen/was-ist-ein-schlaganfall-2015826 (20.01.2022).
14 Ärzte Zeitung online: Schlaganfall trifft auch das Herz. URL: https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Schlaganfall-trifft-auch-das-Herz-226100.html (20.01.2022).
15 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Schlaganfall. Informationen für Betroffene und Interessierte. URL: https://www.schlaganfall-hilfe.de/fileadmin/files/user_upload/Schlaganfall_Informationen_fu__r_Betroffene_und_Interessierte.pdf (10.02.2022).
16 Deutsche Herzstiftung e. V.: Der Schlaganfall kommt oft vom Herzen. URL: https://www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/schlaganfall (20.01.2022).
17 Deutsche Herzstiftung e. V.: Vorhofflimmern kann Schlaganfall auslösen. URL: https://www.herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzrhythmusstoerungen/vorhofflimmern/schlaganfall-durch-vorhofflimmern (10.02.2022).
18 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Wir fassen zusammen - Was ist ein Schlaganfall? URL: https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/verstehen-vermeiden/was-ist-ein-schlaganfall (20.01.2022).
19 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Risikofaktoren erkennen – dem Schlaganfall vorbeugen. URL: https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/verstehen-vermeiden/risiken-erkennen-und-vermeiden/schlaganfall-risiken/allgemein (20.01.2022).
20 ebd.
21 Deutsches Rotes Kreuz e.V.: Erste Hilfe: Schlaganfall. URL: https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/schlaganfall/ (10.02.2022).

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