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Bei der Herzinsuffizienz handelt es sich um eine schwere Erkrankung, die unterschiedliche Ausprägungen hat. Neben anderen gibt es die linksseitige Herzinsuffizienz, bei der die linke Herzhälfte betroffen ist. Mediziner und Medizinerinnen unterschieden hierbei zwei Formen: Die systolische und die diastolische Herzinsuffizienz. Wir stellen die systolische Herzschwäche vor.

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Ein älterer Mann und eine ältere Frau fahren auf Fahrrädern durch einen Park
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Wenn zum Beispiel beim Radfahren Atembeschwerden auftreten, kann das auf eine systolische Herzinsuffizienz hinweisen.

Definition: systolische Herzinsuffizienz

Damit das Herz den gesamten Körper Organismus mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen kann, benötigt es viel Kraft. Der starke Herzmuskel füllt sich bei jedem Herzschlag mit Blut, um es anschließend mit Druck in den Körper zu pumpen. Bei der systolischen Herzinsuffizienz (auch kongestive Herzinsuffizienz) bringt das Herz nicht mehr genug Kraft dafür auf, der Auswurf der Blutmenge in den Körperkreislauf ist deutlich vermindert. Unterschieden werden je nach Dauer und Entstehungszeit die akute und chronische systolische Herzinsuffizienz. Ursachen einer systolischen Herzinsuffizienz können beispielsweise verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße sein. In der Folge wird der Herzmuskel nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt und Teile des Muskels können absterben. Zu den zugrundeliegenden Erkrankungen können eine ausgeprägte koronare Herzkrankheit, ein Herzinfarkt und eine Herzmuskelentzündung zählen.

Normalerweise werden pro Herzschlag zwischen 60 und 70 Prozent der gesamten Blutmenge ausgeworfen – bei einer schweren systolischen Herzinsuffizienz kann diese Zahl sogar unter 30 Prozent sinken.2 Die Pumpfunktion ist gestört, der Sauerstoffbedarf der Organe bleibt ungedeckt. Experten und Expertinnen sprechen auch von der Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (Heart Failure with reduced Ejection Fraction, HFrEF).

Arztvokabular verstehen

Systole: Phase des Herzschlages, in der das Herz sich zusammenzieht und Blut hinauspumpt
Diastole: Phase, in der das Herz entspannt, sodass neues Blut hineinfließt und das Herz füllt
Ejektionsfraktion (EF): gilt als eine Kenngröße der Herzfunktion und gibt an, wieviel Blut das Herz pro Schlag auswerfen kann

Systolische und diastolische Herzinsuffizienz verstehen

Um die beiden Formen der Herzinsuffizienz besser zu verstehen, kann der Vergleich mit einem nassen Schwamm helfen.

  • Wenn Sie den Schwamm in Ihrer Hand stark zusammendrücken, wird viel Wasser aus ihm fließen. Je schwächer Sie pressen, desto mehr Wasser gelangt wieder hinein. Was bedeutet dieser Vergleich nun für das Herz? Bei der systolischen Herzinsuffizienz hat der Herzmuskel nicht mehr genug Kraft, um sich optimal zusammenzuziehen. In der Folge fließt weniger Blut in den Körper.
  • Im Gegensatz dazu passiert bei der diastolischen Herzinsuffizienz Folgendes: Der Schwamm ist steif und lässt sich nur noch schwer zusammendrücken. Auch wenn der Schwamm mit ausreichend fließendem Wasser in Kontakt kommt, könnte er es nicht mehr in vollen Maße Wasser aufnehmen.

Zusammenfassend bedeutet das: Bei der systolischen Herzinsuffizienz fließt ausreichend Blut in die linke Herzhälfte. Das Blut kann aber nicht in vollem Umfang in den Körper gepumpt werden. Der Herzmuskel hat nicht genügend Kraft. Die diastolische Herzinsuffizienz hingegen kennzeichnet sich dadurch, dass weniger Blut in die linke Herzkammer strömt, aber normal in den Kreislauf gepumpt werden kann. Bei dieser Form ist die Pumpleistung des Herzens stabil.

Wussten Sie schon?

Die systolische und diastolische Herzinsuffizienz beruhen auf unterschiedlichen Krankheitsmechanismen, zeigen aber die gleichen Symptome: Häufig äußern sich beide Formen durch Luftnot (auch nachts), eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit oder rasselnden Atemgeräuschen. Ein Facharzt oder eine Fachärztin kann mithilfe spezieller Untersuchungen feststellen, welche Form vorliegt.

Diastolische Herzinsuffizienz

Gafische Darstellung diastolische und systolische Herzinsuffizienz.

Die linke Herzkammer (rot hinterlegt) kann sich nicht optimal ausdehnen. In der Folge fließt weniger Blut in die Kammer. Die Auswurfleistung (auch Ejektionsfraktion genannt) hingegen ist nicht beeinträchtig, Diese Form betrifft mehr Frauen als Männer.3

Erfahren Sie mehr über die diastolische Herzinsuffizienz >>

 

Systolische Herzinsuffizienz

Gafische Darstellung diastolische und systolische Herzinsuffizienz.

Es fließt ausreichend Blut in die linke Herzkammer, das aber nicht vollständig in den Kreislauf gepumpt werden kann. Ursache ist eine verminderte Auswurfsleistung des Herzens. Von dieser Form sind mehr Männer als Frauen betroffen.

Anamnese und Echokardiographie: Die Diagnose der systolischen Herzinsuffizienz

Um die Herzschwäche optimal behandeln zu können, müssen Mediziner und Medizinerinnen herausfinden, ob eine diastolische oder eine systolische Herzinsuffizienz vorliegt. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin führt dafür ein ausführliches Erstgespräch mit Ihnen durch und veranlasst (Anamnese) verschiedene Herzuntersuchungen
Eine besonders wichtige Untersuchung ist die Echokardiographie, die umgangssprachlich auch als Herz-Echo bezeichnet wird. Sie spielt bei der Diagnose der diastolischen und systolischen Dysfunktion eine entscheidende Rolle. Mithilfe der Untersuchung kann der Arzt oder die Ärztin die Ejektionsfraktion ermitteln und die Größe und Dicke der Herzkammern beurteilen.

Darüber hinaus erstellt der Mediziner oder die Medizinerin ein Blutbild und führt nochleitet weitere Untersuchungen durch, wie ein EKG (Elektrokardiogram) oder Herzkatheteruntersuchungen in die Wege.

Diastolische und systolische Herzinsuffizienz sind komplexe Erkrankungen, die meist mit anderen Krankheiten auftreten. Zur bestmöglichen Behandlung ist eine umfassende Diagnostik nötig.

Therapie der systolischen Herzinsuffizienz

Die Therapie der systolischen Herzinsuffizienz beruht auf einer Reihe von Medikamenten, die unter anderem den Herzrhythmus stabilisieren oder gegen Bluthochdruck wirken.

Zusätzliche Therapieoptionen der systolischen Herzinsuffizienz sind:

  • Behandlung von Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes
  • Reduzieren von Übergewicht
  • Rauchstopp
  • gesunder Lebensstil

Die aufgeführten Maßnahmen profitieren unterstützen alle Patienten und Patientinnen der mit einer Herzinsuffizienz. Sie erfüllen nicht nur therapeutische Zwecke, sondern dienen auch der Vorbeugung schwerer Folgen wie der akuten Herzinsuffizienz.

Quellen

1 Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin: NVL Chronische Herzinsuffizienz, 3. Auflage. URL: https://www.leitlinien.de/themen/herzinsuffizienz/3-auflage (23.06.2022).
2 Internisten im Netz: Herzschwäche: Diagnose. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/herzschwaeche/diagnose.html (2318.06.20202).
3 Duque ER, Briasoulis A, Alvarez PA (2019): Heart failure with preserved ejection fraction in the elderly: pathophysiology, diagnostic and therapeutic approach. Journal of Geriatric Cardiology. 2019;16(5):421-428. doi:10.11909/j.issn.1671-5411.2019.05.009

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