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Kann ein Herz wirklich brechen? Nein, das nicht, aber es kann vor Stress aussetzen und Symptome wie bei einem Herzinfarkt aufweisen. Experten nennen das Phänomen Broken-Heart-Syndrom, auf Deutsch das Syndrom des gebrochenen Herzens. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass es vornehmlich Frauen ab einem Alter von 50 Jahren trifft.1 Was sind die Ursachen und Symptome des Broken-Heart-Syndroms. 

Broken-Heart-Syndrom: Zwei Herzhälften aus Papier im Gegenlicht.
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Definition: Was ist das Broken-Heart-Syndrom?

Beim Broken-Heart-Syndrom kommt es zu einem plötzlichen Funktionsverlust des Herzens, mit Symptomen, die einem Herzinfarkt ähneln. Massiver emotionaler oder körperlicher Stress gilt als Auslöser. Die Erkrankung ist im akuten Stadium gefährlich – anschließend erholt sich das Herz in der Regel wieder.2 Für das Broken-Heart-Syndrom existieren verschiedene Bezeichnungen: Stress-Kardiomyopathie, Tako-Tsubo-Kardiomyopathie oder Takotsubo-Syndrom sind ebenfalls gebräuchlich.

Die Geschichte des Broken-Heart-Syndroms

Dass ein Herz gefühlt brechen kann, haben wohl schon viele Menschen am eigenen Leib erfahren. Liebeskummer oder der Verlust eines Angehörigen oder Freundes schmerzen dann so stark, als wäre das Herz entzweit. Dass sich solche starken Empfindungen aber wirklich auf das Herz auswirken können, haben japanische Forscher erst in den Neunzigerjahren beschrieben. Sie benannten die Erkrankung nach einer landestypischen Tintenfischfalle (Tako-Tsubo): Die Form der linken Herzkammer während der Attacke erinnerte sie daran.

Da das Broken-Heart-Syndrom als Sonderform der Kardiomyopathie noch nicht lang erforscht wird, gibt es bisher nur wenige Studien dazu. Allerdings zeigen die wissenschaftlichen Arbeiten, die veröffentlicht wurden, ein einheitliches Bild des typischen Patienten der Stress-Kardiomyopathie: Zu 90 Prozent erkranken Frauen, die die Wechseljahre hinter sich haben.3 Warum das so ist, versuchen Wissenschaftler nun herauszufinden.

Ursachen und Risikofaktoren des Broken-Heart-Syndroms

Eine starke emotionale Belastung, aber auch eine große körperliche Anstrengung (physischer Stress), kann das Broken-Heart-Syndrom auslösen. Folgende Situationen gehören zu den Risikofaktoren für eine Tako-Tsubo-Kardiomyopathie:

  • Tod eines geliebten Menschen
  • Trennungen
  • traumatische Erlebnisse wie eine Naturkatastrophe oder ein Verbrechen
  • Diagnose einer schweren Erkrankung
  • Lampenfieber
  • starke Schmerzen
  • ungewohnte körperliche Anstrengung
  • Operation

Zudem sind aber auch freudige Ereignisse wie eine Hochzeit oder ein Lottogewinn mögliche Auslöser. Die Erlebnisse führen dazu, dass der Körper große Mengen Stresshormone wie Adrenalin ausschüttet. Diese schädigen vermutlich Herzmuskelzellen, sodass es zu dem vorrübergehenden Funktionsverlust kommt. Die genauen Ursachen und Abläufe des Broken-Heart-Syndroms sind aber noch unklar.

Sicherlich erleben fast alle Frauen heftige emotionale Situationen, aber dennoch erleiden nur einige ein gebrochenes Herz. Warum das so ist, liegt bisher im Dunkeln. Wissenschaftler vermuten eine genetische Veranlagung für die Stress-Kardiomyopathie.4 Einen weiteren Zusammenhang sehen Mediziner in auffälligen Veränderungen des Gehirns. Ob es sich dabei aber um eine Ursache oder eine Folge des Broken-Heart-Syndroms handelt, muss noch geklärt werden.5

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Broken-Heart-Syndrom: Symptome ähnlich dem Herzinfarkt

Herzinfarkt oder Takotsubo-Syndrom? Anhand der Beschwerden lässt sich dies nicht unterscheiden. Mögliche Symptome bei einem Broken-Heart-Syndrom sind:

Dazu kommen häufig Symptome einer Herzinsuffizienz, wie Wasseransammlungen in der Lunge. Die Betroffenen verspüren oft Todesangst und müssen so schnell wie möglich notärztlich versorgt werden.

Herzinfarkt oder Broken-Heart-Syndrom?

Ein Broken-Heart-Syndrom wird zunächst immer für ein Herzinfarkt gehalten. Einige Untersuchungen, wie etwa Blutwerte oder ein EKG, zeigen auch ähnliche Ergebnisse. Bei einem Herzultraschall (Echokardiographie) lässt sich dann oftmals eine ungewöhnlich aufgeblähte linke Herzspitze erkennen, die der Erkrankung ihren Namen (Takotsubo) verliehen hat. Die Herzkatheteruntersuchung bringt schließlich Aufschluss: Dabei findet der Arzt keine verschlossenen Herzkranzgefäße, wie sie für einen Herzinfarkt typisch sind.6

Gibt es Folgen oder Komplikationen beim Broken-Heart-Syndrom?

Während der akuten Phase der Stress-Kardiomyopathie besteht die Gefahr für Komplikationen. Laut einer Studie betrifft das rund 23 Prozent der Patienten.7 Herzrhythmusstörungen, Lungenödeme oder ein kardiogener Schock sind möglich. Dabei kommt es zum Pumpversagen des Herzens, der Körper wird nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt, der Patient schwebt in Lebensgefahr. Eine schnelle Therapie ist nötig.

Oftmals normalisiert sich die Herzfunktion innerhalb einiger Wochen wieder. Jedoch können Langzeitschäden durch das Broken-Heart-Syndrom entstehen: Lebensbedrohliche Ereignisse wie ein Herzversagen oder Herzinfarkt treten gehäuft auf.8 Auch eine Herzinsuffizienz kann als Folge zurückbleiben. Daher müssen Betroffene über einen längeren Zeitraum hinweg gut beobachtet werden. Regelmäßige Nachkontrollen helfen dabei, eine mögliche Verschlechterung rechtzeitig festzustellen und zu behandeln.

Arzt führt Untersuchung im Krankenhaus zur Diagnose eines Broken-Heart-Syndroms durch.
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Was lässt sich bei einem Broken-Heart-Syndrom tun?

Die Behandlung verläuft erst einmal identisch zu der eines Herzinfarktes: Der Patient wird stabilisiert und intensivmedizinisch überwacht. Eine alleingültige Empfehlung zur Therapie gibt es jedoch nicht. Häufig verwenden Ärzte Betablocker, um den Herzrhythmus zu stabilisieren. Auch Blutverdünner kommen zum Einsatz, genauso wie weitere Arzneimittel zur Behandlung einer Herzinsuffizienz.

Quellen

  1. Schneider B.: Wenn das Herz zerbricht: die Taku-Tsubo-Kardiomyopathie. URL: https://www.herzstiftung.de/pdf/Tako-Tsubo-Kardiomyopathie.pdf (29.06.2020).
  2. ebd.
  3. ebd.
  4. Eitel I, Moeller C, Munz M, et al (2017): Genome-wide association study in takotsubo syndrome - Preliminary results and future directions. International Journal of Cardiology. 236:335-339. URL: https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0167-5273(16)33040-6 (29.06.2020).
  5. Templin C., Hänggi J., Klein C., Topka M. et al (2019): Altered limbic and autonomic processing supports brain-heart axis in Takotsubo syndrome. European Heart Journal. 40 (15), 14 April 2019.1183–1187. URL: https://academic.oup.com/eurheartj/article/40/15/1183/5366976 (29.06.2020).
  6. Schneider B.: Wenn das Herz zerbricht: die Taku-Tsubo-Kardiomyopathie. URL: https://www.herzstiftung.de/pdf/Tako-Tsubo-Kardiomyopathie.pdf (29.06.2020).
  7. Santoro F., Núñez Gil IJ., Stiermaier T. et al (2019): Assessment of the German and Italian Stress Cardiomyopathy Score for Risk Stratification for In-hospital Complications in Patients With Takotsubo Syndrome. JAMA Cardiology 2019. 4(9):892–899. URL: https://jamanetwork.com/journals/jamacardiology/article-abstract/2739417 (29.06.2020).
  8. Giannakopoulos K., El-Battrawy I., Schramm K. et al (2017): Comparison and Outcome Analysis of Patients with Takotsubo Cardiomyopathy Triggered by Emotional Stress or Physical Stress. Front. Psychology: URL: https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2017.00527/full (29.06.2020).

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