Die koronare Herzkrankheit, kurz KHK, ist eine der weltweit am häufigsten auftretenden Herzerkrankungen.1 In Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen an einer Unterversorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut, die durch verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße bedingt wird.2 Häufig ist die koronare Herzkrankheit (KHK) mit Schmerzen im Brustraum verbunden und kann schlimmstenfalls einen Herzinfarkt verursachen.

Möglicherweise führt die koronare Herzkrankheit aber auch zu einer Herzinsuffizienz. Wir klären Sie über alles Wissenswerte zur koronaren Herzerkrankung sowie den Zusammenhang mit der Herzinsuffizienz auf.

Darstellung der Herzkranzgefäße: Verengte Koronararterien als Ursache der koronaren Herzkrankheit (KHK)
AdobeStock_64399737_lom123

Bei der koronaren Herzkrankheit führen Gefäßablagerungen (Plaques) zu einer Verengung der Herzkranzgefäße, der sogenannten Koronararterien.

Mit einem Klick zur gewünschten Information:

Wie entsteht eine koronare Herzerkrankung?

Das Herz schlägt 100.000 Mal am Tag.Um eine einwandfreie Funktion des Herzens zu gewährleisten, benötigt der Herzmuskel stets sauerstoffreiches Blut. Die Versorgung übernehmen die Herzkranzgefäße (medizinisch Koronararterien). Sie zweigen von der Hauptschlagader (Aorta) ab und überziehen das Herz kranzförmig. Wie auch in anderen Blutgefäßen können sich im Rahmen von Erkrankungen, beispielsweise einer Arteriosklerose, in den Koronararterien Ablagerungen, sogenannte Plaques, bilden.

Die Ursachen für eine solche Koronararteriensklerose sind vielfältig:

  • zu hohe oder ungünstig zusammengesetzte Blutfette
  • die schädlichen Bestandteile von Zigarettenrauch
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
  • Bluthochdruck

Durch die Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen verringert sich deren Innendurchmesser, womit weniger Blut zum Herzmuskel gelangt. Dann kommt es vor allem bei körperlicher Belastung zu einer verminderten Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff – folglich ist eine Koronarinsuffizienz möglich.

Zusammenhang: Koronarinsuffizienz und koronare Herzerkrankung

Unter einer Koronarinsuffizienz verstehen Ärzte ein Missverhältnis zwischen dem Blutbedarf des Herzmuskels und dem Blut, das ihm tatsächlich zur Verfügung steht.4 Als häufige Ursache für eine Koronarinsuffizienz zählt die koronare Herzkrankheit (KHK),

Koronare Herzkrankheit (KHK): Mögliche Symptome

Die Symptome einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sind sehr unterschiedlich. In der Regel leiden Betroffene zunächst unter einem Druck- sowie Engegefühl in der Brust, was Mediziner als Angina Pectoris bezeichnen. Häufig kommt es in diesem Zusammenhang zu Atemnot, die jedoch auch unabhängig zur Angina Pectoris auftreten kann. Darüber hinaus strahlen die Schmerzen in der Brust oftmals auch in Kiefer, Zähne, Schultern, Arme, Rücken und bis in den Oberbauch aus. Diese Beschwerden werden häufig von Übelkeit sowie Schweißausbrüchen begleitet. Möglich sind auch Herzrhythmusstörungen.

Als Symptom der Koronaren Herzerkrankung verspürt eine Frau Brustenge und fasst sich ans Herz.
AdobeStock_233888399-fizkes

Bei der koronaren Herzerkrankung leiden Betroffene oft unter Schmerzen in der Brust sowie Atemnot.

Typisch bei der koronaren Herzkrankheit ist zudem, dass körperliche und seelische Belastungen, wie schnelles Gehen, Treppensteigen oder Stress, die Symptome auslösen können. In diesen Fällen benötigt der Herzmuskel mehr Sauerstoff als im Ruhezustand. Dabei gibt die sogenannte Belastungsschwelle die Grenze an, ab wann körperliche Aktivität zu Symptomen führt.

Ärzte teilen die Angina Pectoris unter Berücksichtigung der Belastungsschwelle in zwei Formen ein:5

  • stabile Angina Pectoris: Belastungsschwelle bleibt über längere Zeit unverändert; Intensität der Beschwerden bleibt meist konstant; Ausruhen oder Medikamente verhelfen zum Abklingen
  • instabile Angina Pectoris: Symptome entstehen auch ohne Belastung, können sich im Verlauf auch intensivieren; die Belastungsschwelle sinkt (Schmerzen treten häufiger, früher, stärker und länger auf)

Bei der instabilen Angina Pectoris im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit kann es auch zu einem plötzlichen Verschluss einer Koronararterie kommen. Schlimmstenfalls entsteht dadurch ein Herzinfarkt, wobei es sich um einen medizinischen Notfall handelt.6 Zögern Sie also keinesfalls, bei derartigen Beschwerden den Notarzt zu rufen.

Grundsätzlich sollte bei jedem der oben genannten typischen Symptome der koronaren Herzkrankheit ein Arzt aufgesucht werden. Er kann Sie entsprechend untersuchen, eine geeignete Therapie verordnen und letztlich das Risiko eines Herzinfarkts verringern.

Wichtig!

Symptome müssen nicht zwangsläufig bei jedem Patienten einer koronaren Herzkrankheit auftreten. Denn die Entstehung der KHK ist häufig ein schleichender Prozess: Über Jahre hinweg kommt es zu Ablagerungen und meist dauert es einige Zeit, bis erste Beschwerden der Koronararteriensklerose spürbar sind.

Diagnose einer koronaren Herzkrankheit (KHK)

Um eine koronare Herzkrankheit festzustellen, ist die Untersuchung durch einen Kardiologen unumgänglich. Dieser befragt Sie zunächst zu Ihren Beschwerden, ob Sie Medikamente zu sich nehmen oder an anderen Krankheiten leiden. Darüber hinaus erkundigt er sich in der Regel über Ihre allgemeinen Lebensgewohnheiten sowie mögliche seelische Belastungen.

Nach dem Anamnesegespräch greift der Facharzt auf einige Untersuchungsmethoden des Herzens zurück, die Hinweise auf eine koronare Herzerkrankung liefern können. Hierzu zählen zum Beispiel:

Ob der Mediziner weitere Untersuchungen zur Diagnose der koronaren Herzkrankheit veranlasst, hängt unter anderem auch vom Alter, der Art der Symptome und möglichen Vorerkrankungen ab.

Koronare Herzkrankheit: Verlauf und Lebenserwartung

Häufig erkennen Betroffene einer koronaren Herzerkrankung erste Anzeichen nicht oder nehmen sie nicht ernst – Brustschmerzen und Atemnot werden als Bronchitis abgetan oder auf das Alter geschoben. Doch je früher ein Arzt die Krankheit feststellen und eine entsprechende Behandlung anordnen kann, desto besser stehen die Chancen auf einen milden Verlauf der koronaren Herzkrankheit. Außerdem kann das Risiko für Folgeerkrankungen wie eine Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder gar einen Herzinfarkt reduziert werden. Heilbar ist die koronare Herzkrankheit (KHK) nicht, jedoch können Betroffene mit einer konsequenten Therapie ihren Alltag gut meistern und die Lebenserwartung erhöhen.

Therapie der koronaren Herzkrankheit (KHK)

Ein großer Anteil des Therapieerfolgs liegt beim Patienten selbst. Demnach sollten Betroffene besonders auf eine Anpassung des Lebensstils achten:

  • gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse
  • Reduktion des Körpergewichts
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Verzicht auf Rauchen

Darüber hinaus kann der behandelnde Arzt auf einige Medikamente zurückgreifen. In der Regel verschreibt der Mediziner beispielsweise Betablocker (zur Senkung der Herzfrequenz und des Blutdrucks) sowie Nitrate (zur Erweiterung der Arterien und Verminderung des Sauerstoffbedarfs des Herzens). Für einen akuten Angina Pectoris-Anfall erhalten Patienten für gewöhnlich Nitrate in Form von Sprays oder Kapseln.

Weisen die Herzkranzgefäße des Betroffenen deutliche Verengungen auf, kann es sein, dass ein Facharzt eine Operation empfiehlt. So kann er beispielsweise mithilfe eines Bypasses (eine Art Überbrückungsgefäß) oder durch Stents (Gefäßstütze in Form einer gitterförmigen Röhre) die Durchblutung des Herzens wieder herstellen.

Wenn aus der koronaren Herzkrankheit eine Herzinsuffizienz wird

Neben zu hohem Blutdruck gehört die koronare Herzkrankheit zu den häufigsten Ursachen für eine Herzinsuffizienz. Aufgrund der durch die KHK verengten Gefäße kommt es zu einer geringen Versorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut. In der Folge kann eine chronische Herzinsuffizienz entstehen.

Zu Beginn macht sich diese Minderversorgung vor allem in Belastungssituationen in Form von Atemnot bemerkbar. Durch die reduzierte Pumpleistung des Herzens staut sich das Blut. Es kommt dadurch im Gewebe vermehrt zu Wassereinlagerungen, den sogenannten Ödemen.

Reißen die Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen auf, versuchen bestimmte Blutbestandteile, die geschädigte Stelle durch ein Blutgerinnsel (medizinisch Thrombus) abzudichten. Dieser Thrombus sorgt möglicherweise für einen kompletten Verschluss des Herzkranzgefäßes – ein Herzinfarkt ist die Folge. Durch den Infarkt kommt es zum Absterben von Herzmuskelzellen. Das Herz pumpt meist im Anschluss nicht mehr so effektiv wie zuvor. Auf diese Weise kann auch der Herzinfarkt als Folge der koronaren Herzkrankheit zu Herzinsuffizienz führen.

Lesen Sie hier mehr über weitere Ursachen von Herzinsuffizienz!

1Deutsche Herzstiftung e. V.: Was genau ist eigentlich eine KHK? URL: https://www.herzstiftung.de/KHK.html (01.04.2020).
2ebd.
3Berufsverband Deutscher Internisten e.V.: Aufbau & Funktion des Blutkreislaufs – Herz & Blutgefäße. URL: https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/herz-kreislauf/aufbau-funktion-des-blutkreislaufs/herz-blutgefaesse.html (01.04.2020).
4Roskamm, Helmut/Reindell, Herbert: Herzkrankheiten: Pathophysiologie Diagnostik Therapie. Berlin: Springer-Verlag 2013. S. 585.
5Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Koronare Herzkrankheit. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/koronare-herzkrankheit.2170.de.html#symptome (01.04.2020).
6ebd.

Medizinischer Infoservice

Bei medizinischen Fragen, Nebenwirkungsmeldungen oder Reklamationen zu unseren Produkten kontaktieren Sie bitte
den Novartis Pharma Infoservice.

Telefon: 0911 - 273 12 100 / Fax: 0911 - 273 12 160
E-Mail: [email protected]
www.chat.novartis.de

Der Medizinische Infoservice ist montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.