Wenn Medikamente allein nicht ausreichen – Operation bei Herzinsuffizienz

Operation bei Herzinsuffizienz: Herzschrittmacher als Hilfsmittel

Eine mögliche Operation bei Herzinsuffizienz ist das Einsetzen eines Herzschrittmachers. Er kommt bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen zum Einsatz.

Schwere Formen der Herzinsuffizienz, die nicht mehr ausreichend auf eine Behandlung mit Medikamenten ansprechen, können eine Operation nötig machen. Es gibt verschiedene medizinische Maßnahmen, die bei einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz zum Einsatz kommen:

  • Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)

  • Einsetzen eines Herzschrittmachers

  • Implantation eines Mini-Defibrillators

  • Verwendung von Unterstützungssystemen (Kunstherz)

  • Herztransplantation

Operation bei Herzinsuffizienz: Einsetzen von Herzschrittmachern und Mini-Defibrillatoren

Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) – wenn die beiden Herzkammern nicht synchron schlagen

Etwa bei jedem dritten Herzinsuffizienz-Patienten kommt es zu einer Störung der elektrischen Signalübermittlung im Herzen, die dazu führt, dass die rechte und die linke Herzhälfte nicht mehr gemeinsam (synchron) pumpen. Beim sogenannten Linksschenkelblock hinkt die linke Herzkammer der rechten hinterher, wodurch das Herz an Pumpkraft verliert. Durch einen speziellen Herzschrittmacher, der mit einer zusätzlichen Sonde ausgestattet ist, kann diese Reizleitungsstörung korrigiert werden. Dies gelingt durch eine gleichzeitige Stimulation beider Herzkammern. Die Operationsmethode bei Herzinsuffizienz wird als kardiale Resynchronisationstherapie und in der Kurzform als CRT bezeichnet (Cardiac Resynchronization Therapy).

Konventionelle Herzschrittmacher bei sehr langsamem Herzrhythmus

Bei Patienten, die auch unter Herzrhythmusstörungen leiden oder bei denen das Herz zu langsam schlägt, kann ein Herzschrittmacher implantiert werden. Das kleine batteriebetriebene Gerät gibt regelmäßig Stromimpulse an das Herz ab, um den Herzrhythmusstörungen vorzubeugen. Diese Operation bei Herzinsuffizienz findet in der Regel unter örtlicher Betäubung statt. Dabei wird der Herzschrittmacher unter den Brustmuskel eingesetzt. Dieser wird mit Elektroden, die bis zu verschiedenen Teilen des Herzens reichen, verbunden. Die eigentliche Arbeit des Herzschrittmachers ist für den Betroffenen nach der Operation nicht spürbar. Das Gerät verrichtet bis zu 12 Jahre seine Arbeit, bevor es durch eine erneute Operation ausgetauscht werden muss.

Mini-Defibrillator zum Schutz vor plötzlichem Herztod durch Kammerflimmern

Sind die Herzrhythmusstörungen besonders stark ausgeprägt, kann das Einsetzen eines Mini-Defibrillators (sogenannte ICD-Geräte) erforderlich werden. Die Operation findet meist unter örtlicher Betäubung statt. Der Mini-Defibrillator wird unter den linken Brustmuskel eingesetzt. Das Gerät ist über Elektroden mit dem Herzen verbunden, die gefährliche Herzrhythmusstörungen messen und an den Mini-Defibrillator weiterleiten. Eine Vollnarkose ist nur dann erforderlich, wenn künstlich ein Kammerflimmern ausgelöst werden soll, um das Gerät zu testen.

Wenn dem Träger des Mini-Defibrillators ein Herzstillstand durch zu starke Herzrhythmusstörungen droht, können durch einen Stromstoß die Herzrhythmusstörungen unterbrochen und ein koordinierter Herzschlag ermöglicht werden. Anders als bei einem Schrittmacher, kann der Stromstoß so stark ausfallen, dass der Patient dies mit Sicherheit bemerkt.

Das Einsetzten von Herzschrittmachern oder Mini-Defibrillatoren erfordert in der Regel keine langen Krankenhausaufenthalte. Viele Patienten können das Krankenhaus bereits nach einem Tag wieder verlassen. Nach der Operation sollten der linke Arm und die Schulter noch geschont werden, damit der Heilungsprozess nicht beeinträchtigt wird. Patienten erhalten bei der Krankenhausentlassung einen Ausweis mit allen wichtigen Angaben zum implantierten Gerät. Diesen sollten Betroffene fortan immer mit sich führen.

Herztransplantation als letzter Ausweg

Die letzte Möglichkeit der Operation bei Herzinsuffizienz stellt für einige Patienten die Herztransplantation dar. Sie ist aber nur dann eine Option, wenn alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und keine weiteren zur Verfügung stehen, um die Herztätigkeit aufrecht zu erhalten. Das Problem: Für eine Transplantation muss ein passendes Spenderherz verfügbar sein; die Wartezeiten darauf können sehr lang sein. Um sie zu überbrücken, kann unter Umständen ein künstliches Herz eingesetzt werden. In der Medizin spricht man auch von Unterstützungssystemen oder einem Kunstherz. Dabei wird in der Regel nicht das ganze Herz ersetzt, sondern die Pumpleistung der linken, rechten oder beider Herzkammern durch eine kleine Pumpe mit Elektromotor unterstützt. Das Kunstherz arbeitet somit parallel mit dem eigenen Herzen mit. Die Unterstützungssysteme kommen auch bei Patienten zum Einsatz, bei denen eine Herztransplantation nicht möglich ist.

Hier erhalten Sie weiterführende Informationen rund um das Thema Herztransplantation.