Konzentrationsprobleme und kalte Hände: Anzeichen für niedrigen Blutdruck

Frau nimmt die Hände ihres Vaters: Kalte Hände sind ein Anzeichen für niedrigen Blutdruck.

Ständig kalte Hände können auf einen zu niedrigen Blutdruck hindeuten.

Für wen es zur morgendlichen Routine gehört, sich zwei oder gar drei Paar Socken über die klammen Füße zu ziehen, wer öfter mal an Konzentrationsschwäche oder Schwindelanfällen leidet, bei dem kann ein niedriger Blutdruck hinter den Beschwerden stecken. Doch wann ist der Druck in den Blutgefäßen eigentlich zu niedrig? Und was hat das Ganze mit Herzschwäche zu tun? Wir geben Antworten auf diese Fragen.

Was ist zu niedriger Blutdruck (Hypotonie)?

Der Druck, der in den großen Gefäßen unseres Körpers herrscht, wird als Blutdruck bezeichnet. Bei einem gesunden, jungen Erwachsenen liegt dieser Blutdruck in Ruhe bei 120 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) systolisch und 80 mmHg diastolisch.

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    Die Systole des Herzens bezeichnet den Vorgang, bei dem das Blut aus dem Herzen herausgepresst wird, während die Diastole angibt, wie viel Blut während der Entspannungs- und Füllungsphase wieder zurück in die Herzkammern strömt.

Besteht ein Blutunterdruck (Hypotonie), gelangt zu wenig sauerstoffreiches Blut in die Organe, Muskeln und andere Bereiche des Körpers. Gemeinhin gilt ein Blutdruck, bei dem der systolische Wert bei Männern unter 110 mmHg und bei Frauen unter 100 mmHg liegt, als zu niedrig. Der diastolische Messwert steigt dabei nicht über 60 mmHg.1 Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Blutdruck zu niedrig ist, sollten Sie Ihren Hausarzt darauf ansprechen – er kann gezielte Untersuchungen einleiten.

Ursachen und Symptome der Hypotonie

Obwohl das Blut im Körperinneren fließt, macht sich ein zu niedriger Blutdruck auch nach außen hin bemerkbar. Die Beschwerden sind unterschiedlich stark ausgeprägt und können durch Stress und andere seelische Belastungen verstärkt werden.1 Typisch sind unter anderem:

  • Schwindel und Benommenheitsgefühl, zum Beispiel beim Aufstehen

  • morgendliche Antriebsschwäche

  • rasche Ermüdung

  • Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche

  • Kopfschmerzen

  • Blässe

  • Kältegefühl in Händen und Füßen

Je nach der zugrundeliegenden Ursache des niedrigen Blutdrucks können weitere Symptome, beispielweise Bewusstseinsverlust oder Höreinschränkungen, hinzukommen.

Die Auslöser für den Blutunterdruck sind auch Unterscheidungskriterium für die drei Formen der Hypotonie, wie sie Ärzte verwenden:

  1. Die primäre, konstitutionelle Hypotonie: Hier lässt sich kein eindeutiger Auslöser feststellen – oft sind junge, schlanke Frauen betroffen, die ansonsten gesund sind.
  2. Die sekundäre, symptomatische Hypotonie: Diese Form des Blutunterdrucks ist durch eine Grunderkrankung oder Medikamente bedingt. Infrage kommt beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Herzinsuffizienz.
  3. Die orthostatische Dysregulation: In diesem Fall sackt der Blutdruck nach einem Lagewechsel (zum Beispiel vom Liegen zum Sitzen) in den Keller, weil eine Störung des vegetativen Nervensystems vorliegt.

Ein zu niedriger Blutdruck gilt im Vergleich zum hohen Blutdruck, der Hypertonie, gemeinhin als weniger gesundheitsgefährdend. Diese Annahme ist jedoch nicht pauschal richtig – zum Beispiel besteht dann Handlungsbedarf, wenn eine ausgeprägte Herzschwäche hinter dem zu niedrigen Blutdruck steckt. Das geschwächte Herz ist in diesem Fall nicht mehr dazu in der Lage, den normalen Blutdruck aufzubauen.

Muss niedriger Blutdruck behandelt werden?

Ob ein niedriger Blutdruck behandelt werden muss, hängt eng mit der persönlichen Ursache zusammen. Bemerken Sie an sich regelmäßig Benommenheitsgefühle und andere Hypotonie-Symptome, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, um Ihren individuellen Auslöser ermitteln zu lassen. Es besteht sonst die Gefahr, dass eine zugrundeliegende Erkrankung, wie eine Herzinsuffizienz, übersehen wird und fortschreitet.

Bei der Behandlung eines Blutunterdrucks orientiert sich der Arzt dann am Auslöser der Beschwerden. Bei einer Hypotonie durch eine Herzinsuffizienz stehen unter anderem eine Reihe von Medikamenten zur Auswahl. Zudem ist eine gesunde Mischung aus Bewegung und Ruhephasen ideal, um Ihr Wohlbefinden zu fördern. Dem gegenüber wird die primäre Hypotonie in der Regel nicht mit Medikamenten behandelt. Hier bringt eine gesteigerte körperliche Aktivität sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr Erfolge.

1 Norbert Lagoni et al: Hypotone Kreislaufstörungen. Abgerufen unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=246 (Stand: 28.12.17)