Schon früher wurde mittels Magnetresonanztomographie (MRT) versucht, die Anatomie des Herzens und mögliche Schäden darzustellen. Da die damaligen Gerätschaften noch sehr lange für eine Schichtaufnahme brauchten, war es nahezu unmöglich, das schlagende Herz ordentlich abzubilden. Durch Forschung und Entwicklung sind Mediziner nun soweit, mithilfe neuester Geräte eine Kardio-MRT (MRT des Herzens) durchzuführen. Wie sieht der Ablauf der Untersuchung aus und was lässt sich damit diagnostizieren?

Modernes MRT-Gerät, mit dem unter anderem das Herz untersucht werden kann.
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Eine Kardio-MRT hilft Ärzten bei der Diagnose von Herzkrankheiten.

Wie funktioniert eine Herz-MRT?

Mit einer Kardio-MRT (aus dem Altgriechischen „kardia“, zu Deutsch „Herz“) ist es möglich, die Anatomie des Herzens detailliert zu zeigen. Mögliche Strukturschäden des Herzmuskels oder Funktionsstörungen der Kammern können dank der Untersuchungsmethode entdeckt werden. Sie erfolgt mittels einer langen Magnetröhre. Durch sehr schnell wechselnde Magnetfelder und elektromagnetische Impulse lassen sich zusammen mit einem Computer Schnittbilder des Körpers erstellen.

Kardio-MRT: Ablauf und Dauer

Vor der Untersuchung: Zu Beginn klärt Sie der Radiologe über den Ablauf der Kardio-MRT auf und befragt Sie zu Ihrer körperlichen Situation: Leiden Sie an Platzangst oder einer Allergie? Oder hatten Sie vor kurzem eine Operation? Im Anschluss werden Sie gebeten, alle metallischen Gegenstände abzulegen, da diese die Aufnahme stören können.

Während der Untersuchung: Bei der Herz-Analyse im sogenannten Kernspintomographen liegt der Patient circa 20 bis 45 Minuten in einer Röhre.1 Für eine MRT des Herzens ist zusätzlich das Anlegen eines EKGs (Elektrokardiogramm) wichtig. Es unterstützt bei der Berechnung der Schnittbilder vom Herzen. Um das Signal zu verbessern, kann es zudem sein, dass Sie eine Spule auf die Brust gelegt bekommen. Außerdem spritzt der Spezialist ein nicht-jodhaltiges Kontrastmittel in die Armvene. Während der Kardio-MRT müssen Sie in gewissen Abständen die Luft anhalten. Dadurch ist es möglich, ein ruhiges, scharfes Bild des Herzens zu bekommen.

Nach der Untersuchung: Falls Sie aufgrund von Platzangst ein Beruhigungsmittel erhalten haben, dürfen Sie für 12 Stunden nicht Auto fahren. Ansonsten können Sie nach der Untersuchung im Normalfall sofort nach Hause gehen.

Was wird bei der kardialen MRT untersucht?

Die hohe Auflösung einer Magnetresonanztomographie ermöglicht eine sehr genaue Darstellung anatomischer Details. Dadurch kann der Aufbau des Herzens und der großen Arterien exakt verbildlicht werden.2 Nicht nur um strukturelle Veränderungen zu diagnostizieren, auch zur Beobachtung bei bereits festgestellten Erkrankungen des Herzens ist eine MRT sinnvoll. Ärzte verordnen eine Kardio-MRT in der Regel bei folgenden Erkrankungen:3

Außerdem lassen sich Aussagen über das Volumen der Herzkammer treffen. In kurzer Zeit können die großen Blutgefäße des Brustkorbs dargestellt werden – das ermöglicht dem Kardiologen Rückschlüsse über mögliche Verengungen.

Stress-Kardio-MRT versus Ruhe-Kardio-MRT

Eine Stress-Kardio-MRT hilft Medizinern, die Durchblutung der Herzmuskulatur unter Belastung zu betrachten. Das Ergebnis wird dem einer Ruhe-Kardio-MRT gegenübergestellt. Dadurch ist es möglich, eine eventuelle Minderversorgung des Herzens mit Blut herauszufinden.

Dauer und Ablauf entsprechen dem einer normalen Kardio-MRT. Zusätzlich bekommt der Patient über die Armvene ein Medikament injiziert, das eine Belastung simuliert. Der Puls steigt, Herzklopfen sowie eine gesteigerte Atmung und vermehrtes Schwitzen können auftreten. Sobald die Injektion stoppt, hören im Normalfall auch die Symptome auf.

Mögliche Nebenwirkungen sind ein Abfall des Blutdrucks und Herzrhythmusstörungen. Um diese möglichst schnell zu erkennen, beobachtet ein Kardiologe mittels Blutdruckmessgerät und EKG die Herz-MRT.5

Übernimmt die Krankenkasse die Stress-Kardio-MRT?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen nach aktuellem Stand keine Kosten für eine Herz-MRT unter Belastung. Manche Privatkassen dagegen erstatten die Untersuchungskosten.6 Besprechen Sie das Thema am besten mit Ihrem behandelnden Arzt.

Vorteile einer Kardio-MRT gegenüber anderen Diagnosemethoden

Ein großer Vorteil der Herz-MRT liegt in der nicht vorhandenen Strahlenbelastung. Im Gegensatz zu einem Röntgen-Thorax beispielsweise, arbeitet ein Kernspintomograph lediglich mit schnell wechselnden Magnetfeldern und elektromagnetischen Impulsen.

Weitere Vorteile einer MRT des Herzens:3

  • Das Kontrastmittel kann über die Armvene verabreicht werden. Eine Punktion in die Arterie oder ein Herzkatheter ist nicht nötig.
  • Im Gegensatz zu jodhaltigem Kontrastmittel, das unter anderem bei einer Computertomographie Verwendung findet, ist die Substanz für die Sichtbarkeit der Kardio-MRT gut verträglich. Allergische Reaktionen sind eher selten.
  • Da die Schnittbilder der MRT in unterschiedliche Richtungen ausrichtbar sind, stellen Strukturen wie der knöcherne Brustkorb keine Barriere dar.

Auch eine Echokardiographie ist eine gute Möglichkeit, um die Funktion der Herzklappen sowie die Pumpfunktion des Herzens abzubilden. Allerdings ist die Auflösung bei der Herz-MRT um einiges besser.

Die Nachteile der Kernspintomographie fallen eher gering aus. Die Enge in der Röhre kann jedoch für einige Personen eine Herausforderung sein.

Für welche Patienten ist das Kardio-MRT nicht geeignet?

Eine MRT-Untersuchung des Herzens kann nicht durchgeführt werden, wenn der Patient einen Herzschrittmacher oder Defibrillator hat. Sonstige Implantate sollten kein Problem darstellen. Zur Abklärung informieren Sie Ihren Arzt.

Unter folgenden Gegebenheiten ist es zudem nicht möglich, eine Kardio-MRT durchzuführen:

  • Der Patient leidet an Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen).
  • Herzrhythmusstörungen beeinflussen die Bildqualität so, dass keine eindeutige Diagnose möglich ist.
  • Der Betroffene besitzt eine Insulinpumpe oder alte künstliche Herzklappen (sehr selten).7

Bei Personen mit einer Nierenfunktionsstörung entscheidet der Mediziner individuell, ob und welches Kontrastmittel gespritzt werden kann.8

  1. Universitätsklinikum Köln: Magnetresonanztomographie. Alles was Sie zur Untersuchung wissen sollten. URL: https://radiologie.uk-koeln.de/erkrankungen-therapien/untersuchung-behandlung/magnetresonanztomographie-mrt-kernspin/ (28.10.2019).
  2. Steffel, Lüscher: Herz-Kreislauf. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag 2014. S.21.
  3. Klinikum Nürnberg: Kardiovaskuläre Kernspintomografie (Kardio-MRT). URL: https://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/medizin8/leistungen/info_patienten/Kardio-MRT.html (24.10.2019).
  4. Universitätsklinikum Erlangen: MRT des Herzens. URL: http://www.radiologie.uk-erlangen.de/patienten/koerperregionen/herz/mrt-des-herzens/ (24.10.2019).
  5. Deutsches Herzzentrum München: Stress Magnetresonanztomographie des Herzens. URL: http://www.dhm.mhn.de/shared/data/pdf/mrt-infoblattadenosin.pdf (24.10.2019).
  6. Ebd.
  7. Universitätsklinikum Heidelberg: Medizinische Klinik, Innere Medizin 3 Kardio-MRT. URL: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/medienzentrum/Vorlagen/downloads/Arbeitsproben/070423MED_3_BRO_DM_Pat-Info-MRT.pdf (24.10.2019).
  8. Ebd.

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